Archive for Januar 2009

Die finsteren Seiten Kenias

30. Januar 2009

Als ich gestern Abend in Nairobi ankomme, holt Br.Jacques, der unsere Neugruendung auf Kuba leiten wird, mich am Bus ab. Br.James ist auch mitgekommen, denn es ist grundsaetzlich nicht empfehlenswert, alleine in Nairobi unterwegs zu sein, auch tagsueber nicht. Wir wohnen im Studienhaus der Benediktiner in Langata. Anfang des Monats wurde P.Pius, der Leiter des Studienhauses, am helllichten Vormittag in seinem Buero ueberfallen und ausgeraubt. Ein Priester im benachbarten Studienhaus der Consolata-Missionare wurde, ebenfalls diesen Monat, bei einem ganz aehnlichen Ueberfall ermordet.

Jacques erzaehlt mir heute Morgen von seinen Weihnachtsferien letztes Jahr: Er war im Westen des Landes auf der Rueckreise nach Nairobi. Es war die Zeit nach den gefaelschten Wahlen. Der Kandidat des Kikuyu-Stammes hatte die Wahlen angeblich gewonnen, sein Gegner vom Luo-Stamm forderte „Gerechtigkeit“. In den Wohngebieten der Luo verstand man unter „Gerechtigkeit“ das Umbringen aller erreichbaren Kikuyu. Auch Jacques sah sich von mordluesternen Luo umringt. Da er kein Luo spricht, hielt man ihn fuer einen Kikuyu. Zum Glueck schritt der Pfarrer ein, und man brachte Jacques fuer ein paar Tage ins Pfarrhaus in Sicherheit. Der Pfarrer konnte den Leuten schliesslich klarmachen, dass Jacques aus Togo stammt, aus Westafrika, Welten von Kenia entfernt. Daraufhin schlug die Stimmung um, bei der Sonntagskollekte wurde sogar fuer Jacques gesammelt. „Du meinst, dass die Leute, die dich umbringen wollten, gute Katholiken waren ?“, frage ich. – „Ja, damals haben auch viele Pfarrer ‚Gerechtigkeit‘ gepredigt.“

Es gab eine Untersuchungskommission, die Namen der Politiker, die von der Kommission fuer schuldig gehalten werden, sind in einem verschlossenen Umschlag an Kofi Annan uebergeben worden. Es sind Minister der jetzigen Regierung darunter. Heute stand in der Zeitung, dass diese Minister im Amt bleiben duerfen, bis die weiteren Untersuchungen eines Sondergerichts abgeschlossen sind. Die Regierung hat natuerlich alles Interesse daran, die Untersuchungen zu lange wie moeglich zu verschleppen.

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Die Kuh verkaufen

30. Januar 2009

Gestern bin ich mal wieder mit dem Bus von Dar es-Salaam nach Nairobi gefahren, Abfahrt 6 Uhr morgens, Ankunft 21:30 abends.

Bei meinem Sitznachbarn schellt das Telefon. Nach dem Gespräch schaut er zum Fenster hinaus und meint zu mir: “Alles trocken. Der Regen reicht dieses Jahr nicht aus. Eben hat mein Nachbar angerufen, er kann seine Kuh nicht mehr ernähren und möchte, dass ich sie kaufe.” – “Seine Kuh ? Dann muss er wirklich …” Er ergänzt meinen Satz: “… in Not sein.”

Nicht jeder Bauer hier hat eine Kuh, viele haben nur Huehner und Ziegen. Wenn er eine Kuh hat, dann stellt sie sicherlich seinen grossen Schatz dar, und der Verkauf bedeutet fuer ihn eine mittlere Katastrophe. Mein Sitznachbar scheint ziemlich wohlhabend zu sein, er wohnt in der Hauptstadt Nairobi, hat aber auch „eine kleine Farm“ ausserhalb der Stadt. Ich komme mir mal wieder vor wie in einer anderen Zeit: Der Reiche und sein armer Nachbar, der wegen einer Duerre in Not geraet. Im Altertum musste er seine Kinder in die Sklaverei verkaufen, im Mittelalter geriet er in die Leibeigenschaft. Heute verkauft er seine Kuh, und dazu benutzt er das modernste Kommunikationsmittel.

„Kein Loewe, ein Hase“

30. Januar 2009

Das ist Arnold, den ich am Sonntag in Uwemba fotografiert habe. Er fiel mir auf, weil er viel kecker war als andere Kinder seines Alters (12 Jahre). Mit dem Stock verteidige er sich gegen Tiere, sagt er. „Hast du schon einmal einen Loewen damit getoetet ?“, frage ich. „Ja“. Ich wende mich an seinen etwas kleineren Freund, Augustin: „Ist dein Freund ein Luegner ?“ Daraufhin sagt Arnold schnell: „Keinen Loewen (Simba), sondern einen Hasen (Sungura).“

Ich staune nicht schlecht, als wir am Tor zum Klostergarten ankommen und Arnold mir die Tuer aufschliesst. Er hat naemlich die Aufgabe, den Wachhund von Br.Wendelin zu fuettern. Damit findet sowohl sein selbstbewusstes Auftreten gegenueber mir als fremdem Weissen, als auch sein Berufswunsch, Priester, seine Erklaerung.

Verstaendigungsprobleme

27. Januar 2009

Weil die Tansanier sehr gerne nette Dinge sagen, hoere ich oft, mein Suaheli waere ja richtig gut. Das stimmt so natuerlich nicht. Immerhin kann ich ausdruecken, was ich sagen will – meistens zumindest. Kurz vor meiner Abreise von Peramiho habe ich noch die Homepage http://www.peramiho.org ins Suaheli uebersetzt. Dann habe ich den Text den Bruedern, die wirklich Suaheli koennen, zur Korrektur gegeben. Da gab es natuerlich einige Verbesserungen, und bei manchen Seiten hatten sie auch gar nicht verstanden, was ich sagen wollte.

Schwieriger ist es oft fuer mich, zu verstehen, was andere sagen wollen. Je hoeher die Bildung, desto deutlicher sprechen die Menschen. Und wenn sie deutlich sprechen, verstehe ich sie normalerweise gut. Aber wehe, eine Schuelerin redet schnell auf mich ein. Dann kommt manchmal eine Freundin zu Hilfe: „Sie hat dies gesagt:…“ Und wiederholt dieselbe Sache etwas langsamer. Wenn Tansanier sich untereinander unterhalten, kann ich meistens grob folgen, sofern ich das Thema kenne. Dazu traegt bei, dass die Unterhaltungen oft recht lange um denselben Punkt kreisen, dann reicht es, wenn man jeden dritten oder vierten Satz versteht.

Zwei Situationen gibt es, in denen ich besonders schlecht verstehe: Wenn Schuelerinnen sich fuer irgendeinen Fehler rechtfertigen muessen, sprechen sie besonders undeutlich und auch mit unklaren Begriffen. Natuerlich wollen sie in dem Fall auch nicht, dass ich genau verstehe. Dieses Phaenomen kenne ich schon aus Deutschland, aber die folgende Geschichte konnte wohl nur hier in Tansania passieren: Ein paar Tage vor meiner Abreise schellt das Telefon. Ein Bruder, mit dem ich viel zu tun habe, der deutliches Suaheli spricht. Am Anfang verstehe ich ihn gut, aber ploetzlich komme ich nicht mehr mit. „Das habe ich jetzt nicht verstanden“, sage ich. Er: „Ist auch nicht so wichtig.“ Ich frage aber doch noch mal nach: „Du hast irgendwas ueber einen USB-Stick gesagt ?“ Schliesslich verstehe ich doch: Es war die Bitte, ihm in Dar es-Salaam einen USB-Stick fuer 20 000 Shilling (14 Euro) zu besorgen. Eine Situation aus dem letzten Mai folgt einem aehnlichen Muster: Damals war mein Suaheli noch deutlich schlechter als heute. Gemeinsam mit einem afrikanischen Bruder hatte ich eine Bitte an den Abt. Er erklaerte die Bitte auf Suaheli, dann entstand ein Schweigen. Ich erwartete eine Antwort vom Abt und fragte auf Deutsch, was denn jetzt sei. Seine Antwort: „Ich weiss noch gar nicht, worum es geht.“ Mein afrikanischer Bruder hatte naemlich erklaert, dass wir nach Dar fahren wuerden, was wir dort tun wuerden, und zu welchem Zwecke. Dann aber hatte er unmittelbar vor dem entscheidenden Punkt, naemlich dass wir nicht mit dem Linienbus, sondern mit einem Auto des Klosters fahren wollten, mit der Erklaerung aufgehoert.

Bitten an Aeltere oder Hoehergestellte werden hier oft nur angedeutet oder sehr undeutlich ausgesprochen, anscheinend ist irgendeine Scham oder Furcht damit verbunden. Beide Brueder, die ich oben erwaehnt habe, sind intelligent und auch nicht uebermaessig schuechtern, es ist einfach eine Sache der Kultur des Landes.

Meine kleine Rache

26. Januar 2009

Nach einem Ruhetag gestern in Uwemba sind wir heute nach Dar es-Salaam weitergefahren. Ich sitze auf dem Beifahrersitz, und als wir einen Unfall sehen, mache ich (natuerlich) ein Foto. Erst danach merke ich, dass der Polizist (ganz links im Bild) uns anhaelt, und werde etwas unruhig, weil ich nicht weiss, ob Fotos von Polizisten vielleicht verboten sind. Doch der Polizist kommt ans Fahrerfenster und will etwas ganz anderes: „Naomba lifti – Ich bitte um einen Lift / eine Mitfahrgelegenheit.“ Ich frage, bis wo er mitfahren will. Waehrenddessen denke ich an all die unangenehmen Erlebnisse mit der Verkehrspolizei, fuer mich vor allem das lange Warten auf meinen Fuehrerschein. Ich denke auch daran, dass Herr Mkaranga, der Fahrer neben mir, vor kurzem eine voellig unberechtigte Strafe hat zahlen muessen, worueber er sich zurecht sehr geaergert hatte. Die Verkehrspolizei steht im Ruf, sehr korrupt zu sein.

Weil mir alle diese Gedanken durch den Kopf gehen, verstehe ich seine Antwort, „Bis zum Ruaha-Fluss“, zunaechst falsch, denke an eine viel weitere Strecke, gucke wohl ziemlich ratlos, und da sagt der Polizist auch schon, „Kein Problem, ich finde noch eine andere Gelegenheit.“ Und weg ist er. Einen so hoeflichen Menschen haette man ja eigentlich mitnehmen sollen, und es war eigentlich auch nicht meine Absicht, ihm den Gefallen zu verweigern (eine Fahrtstrecke von vielleicht 20 km). Aber irgendwo gefreut hat es mich doch, dass die Geschichte so ausgegangen ist.

Abschied

23. Januar 2009

Gestern Morgen bin ich in der Schule verabschiedet worden. Ich hatte eigentlich an ein kurzes Dankeswort der Schulleiterin während der Teepause gedacht, stattdessen gab es eine ausgewachsene Feier, mit allem was hier dazugehört: Reden, kalte Getränke, Häppchen und – besonders wichtig, Anschneiden des Kuchens. Endlich hatte ich auch einmal die Ehre, den Kuchen anschneiden zu dürfen, zusammen mit unserer tansanischen Schulleiterin und der amerikanischen Managerin. Im Hintergrund steht die dienstälteste Lehrerin, Sr.Friedeswida von den Philippinen – außer Australien waren alle Kontinente vertreten.

Heute Nachmittag kam dann noch die Schulleiterin unserer Nachbarschule vorbei, Sr.Mkombolewa, die heute Morgen erfahren hatte, dass ich abreise. Ich hatte zwar eigentlich keine Zeit, war aber doch sehr gerührt. Wir hatten uns vor Jahren beim Benediktinischen Jugendkongress in Meschede kennen gelernt, im letzten Jahr waren wir zusammen in Australien.

Heute Abend war die Verabschiedung im Kloster, morgen fahre ich zunächst nach Uwemba, am Montag weiter nach Dar es-Salaam, von dort nach Nairobi, dann will ich noch ein paar Orte in Tansania besuchen und Mitte Februar nach Deutschland fliegen.

Bilanz

22. Januar 2009

„Beschleunige die Zeit !“, diese Aufforderung aus dem Buch Jesus Sirach hat mich immer fasziniert, weil sie so herrlich unlogisch ist. Obwohl die Physik sagt, dass dies nicht möglich ist, habe ich seit Samstag mal wieder das Gefühl, dass die Zeit schneller läuft. An diesem Tag gingen einige E-Mails zwischen Nairobi und mir in Peramiho hin und her. In Nairobi hatte sich gerade Br.Jacques mit dem Erzabt getroffen, und ziemlich schnell war klar, dass Jacques und ich schon im März auf Kuba gebraucht werden, und ich deshalb schon an diesem Samstag von Peramiho abreisen werde. Geplant war bisher, dass ich Ende Februar abreisen würde.

Aus diesem Grunde bin ich in den letzten Tagen auch nicht zum Bloggen gekommen, und werde in der nächsten Zeit sicher sehr unregelmäßig schreiben.

Meine Zeit in Peramiho geht also nach knapp 17 Monaten noch diese Woche zu Ende, daher will ich eine kurze und vorläufige Bilanz ziehen. Zunächst einmal: Es hat sich gelohnt. Ich habe viele neue Eindrücke gewonnen, und noch nie habe ich so intensiv in eine andere Kultur, in eine andere Denkweise eintauchen können. Das hat mein Denken erweitert, mein Leben bereichert. Wenn ich es nicht gemacht hätte, wüsste ich wahrscheinlich gar nicht, was mir gefehlt hätte. Dann: Es war zu kurz. Seit Dezember, seit der Fahrt nach Dar es-Salaam mit Br.Bakanja und Br.Mukasa, habe ich den Eindruck, ich kann endlich genügend Suaheli, um auch ernsthaftere Gespräche führen zu können, und noch tiefer in die Geheimnisse Afrikas eindringen zu können. Und gerade jetzt muss ich abreisen !

Auf der negativen Seite der Bilanz muss ich wohl erwähnen, dass das Zusammenleben mit manchen allzu konservativen, alten deutschen Missionaren hier nicht immer leicht war. Aber das betrifft bei weitem nicht alle.

Dass ich an der Schule unterrichtet habe, steht auch auf der Haben-Seite der Bilanz, denn nach wie vor bin ich der Meinung, dass Bildung und ein besseres Gesundheitswesen die beiden Dinge sind, die hier in Tansania wirklich fehlen.

Eine gewisse Fremdheit gegenüber den Afrikanern bleibt natürlich, wir sind einfach auf ganz unterschiedliche Art aufgewachsen. Aber wohlgefühlt habe ich mich trotzdem im Kreis der Afrikaner, viele werde ich vermissen. Schön war’s hier.

Unkompliziert, kompliziert und spielerisch

16. Januar 2009

Manche Dinge laufen hier sehr unkompliziert. Dienstag Mittag nach dem Essen sagte ich dem Prior: „Ich bin aus Hanga zurück.“ – „Gut, du bist dann jetzt wieder in St.Placidus.“ Der Prior ist der Stellvertreter des Abtes, seit dem 1.1. ist mit P.Fidelis zum ersten Mal ein Afrikaner Prior in Peramiho. Das Haus St.Placidus liegt ungefähr fünf Minuten vom Kloster entfernt und beherbergt die jungen Männer, die ins Kloster eintreten wollen, im Moment nur drei Postulanten. Da ich mich schon im letzten November darum gekümmert habe, muss ich jetzt wieder für den Zuständigen einspringen, der am Montag zu seinem kranken Vater gefahren ist.

Gestern war der Festtag des heiligen Placidus, der musste natürlich begangen werden. Ganz unkompliziert hatten wir alles erst vorgestern geplant, dafür aber mit schriftlichen Einladungskarten. Die gingen unter anderem an die jungen Ordensschwestern von nebenan, an die beiden pensonierten Lehrer, die in St.Placidus Musik und Englisch unterrichten, und an die beiden Köche der benachbarten Berufsschule, die im Gegenzug den Reis spendiert haben. Zum Mittagessen waren wir genau 20 Personen. Postulant Petro war MC, wie das hier heißt, Master of Ceremony. Ein Suaheli-Wort für den „Zeremonienmeister“ gibt es nicht, aber ich habe noch kein Fest ohne MC erlebt. Seine Aufgabe war es dann, immer mal wieder beim Essen aufzustehen, zu sagen, „Nachukua nafasi hii – Ich ergreife diese Gelegenheit, …“ um zum Beispiel die Gäste aufzufordern, das Glas zu erheben, „Cheers“ zu sagen (auch dafür gibt es kein Suaheli-Wort) und anzustoßen. Oder, besonders kompliziert, mir zu sagen, dass wir doch viele ehrenwerte Gäste haben, und ich die doch bitte vorstellen möge. Allein dafür hat er schon eine kleine Rede gebraucht. Dann habe ich – als Hausherr – die Gäste, die ich kannte, vorgestellt, und die anderen gebeten, sich selbst vorzustellen. Dann hat der MC – wieder in Form einer kleiner Rede – mich gebeten, den alten Englischlehrer zu bitten, doch eine Rede von ein paar Worten, vielleicht fünf Minuten, zu halten, um den jungen Leuten Ratschläge fürs Leben zu geben. Genau das habe ich dann getan, in fast denselben Worten. Und er hat dann tatsächlich circa fünf Minuten gute Ratschläge gegeben. Auf dieselbe Art wurden dann die nächsten beiden Reden eingeleitet. Immer erst der MC, immer „Nachukua nafasi hii“, dann ich.

Beim Abendessen hatten wir nur zwei Gäste, ein älterer Mönch, den die Postulanten anscheinend einmal näher kennenlernen wollten, und Br.Victor, der die Farm führt und großzügig die Fleischwaren für den Festtag gestiftet hatte. Auch im kleinen Kreis dasselbe Spiel: „Nachukua nafasi hii…“ Die Gäste gingen schon vor 9, um 10 habe dann ich das Wort ergriffen: „Nachukua nafasi hii, um zwei Worte zu sagen, Gute Nacht.“ Das Gelächter zeigte an, dass ich die Regeln anscheinend begriffen hatte: Das Ganze ist eine Art Spiel. Das Fest wird dadurch schön, dass man sich an die Regeln hält. Aber man tut das mit einem Augenzwinkern, man kann zu späterer Stunde die Regeln etwas variieren, man kann auch bewusst übertreiben.

Mangos

16. Januar 2009

Seit ungefähr anderthalb Monaten sind wieder die Mangos reif. Überall sieht man die Kinder, wie sie in diese Früchte beißen, und ihnen der Saft aus den Mundwinkeln läuft. Den Jungen, der oben im Mangobaum saß, habe ich neulich leider nicht fotografieren können. Aber dieses Foto, Montag in Hanga entstanden, finde ich auch nicht schlecht. Meine Meinung zu Mangos: Yananoooooooga. Die Übersetzung liefere ich diesmal gleich mit: Mmmmmmmh.

Ich lese gerade mal wieder so ein Reisebuch von Verrückten, neulich war das ein Südafrikaner, der mit dem Fahrrad um Afrika herum gefahren ist, jetzt ein französisches Ehepaar, das vom Kap der Guten Hoffnung bis zum See Genesareth gewandert ist. Die beiden beschreiben, wie sie in Tansania einem Jungen begegnet sind, der God heißt. Darüber, dass so ein kleiner Junge „Gott“ heißen kann, wundern sie sich einige Zeilen lang. Der Junge mit dem roten Hemd rechts im Bild antwortet auf die Frage nach seinem Namen auch „God“. Ein Mädchen setzt gleich etwas besserwisserisch hinzu: „Jina lake Godfrey. – Er heißt Gottfried.“

Die Übersetzung

14. Januar 2009

Für die Leute, die keinen so strengen Lateinlehrer hatten wie P.Gregory, hier die Übersetzung: „Die Philosophie ist die Wissenschaft von allen Dingen in Hinsicht auf ihre tiefsten Gründe, so wie sie von der menschlichen Vernunft erfasst wird.“ Solche Definitionen lernten die Theologen seit dem Hochmittelalter. Sie vermitteln ein Gefühl der Sicherheit, das Gefühl, alle „tiefsten Gründe“ im Griff zu haben. Spätestens seit Kant (vor 200 Jahren) aber lachen die Philosophen über diese Arten von Definitionen. Dennoch vermittelte die mittelalterliche („scholastische“) Philosophie bis weit ins 20.Jahrhundert hinein den Katholiken trügerische Sicherheit. Ich selbst habe zum Glück eine modernere Philosophie im Studium gelernt.

Per aspera ad astra, durch die harten Dinge hindurch zu den Sternen, also zu den höchsten Höhen !