Archive for the ‘Kolumbien’ Category

Grausiger Nachtrag zu Kolumbien

21. Juni 2010

Nach der Rückkehr aus Kolumbien hatte ich im letzten Dezember geschrieben, „Ob die Geschichte wahr ist, dass das Militär schon mal arbeitslose junge Männer aus abgelegenen Dörfern zwingt, sich Guerilla-Uniform anzuziehen ? Dann werden die angeblichen Guerillas erschossen und das Militär führt die Leichen als Beweis für einen Sieg über die Guerilla vor.“ Was ich damals für ein Gerücht gehalten habe, ist laut der ARD-Sendung „Weltspiegel“ vom 30.5. grausame Wahrheit. Der „Weltspiegel“ spricht von 3000 Menschen, die – völlig unschuldig und weitab vom Kampfgeschehen – ermordet wurden. Als Motiv gibt der „Weltspiegel“ die Kopfprämie an, die die Regierung auf tote Guerillas ausgesetzt hat. Da fällt mir doch wieder das Plakat ein, das ich in Guatapé fotografiert habe: „Reise ohne Sorgen – das Heer ist mit dir.“ Der verantwortliche Verteidigungsminister Juan Manuel Santos ist gestern mit knapp 69 % der Stimmen in der Stichwahl zum neuen Präsidenten Kolumbiens gewählt worden.

Als Terrorist wäre ich gar nicht so schlecht

7. Dezember 2009

Die Straße von Bogotá (2700 m Meereshöhe) nach Villa Vicencio (400 m) besteht fast nur aus Kurven, weshalb der Bus für die 90 km auch drei Stunden braucht. Zahlreicher als die Kurven sind allerdings die Soldaten am Wegesrand (siehe Foto). An einer Stelle hält das Militär unseren Bus an, wir müssen alle aussteigen, ein Soldat sammelt die Ausweise ein und spricht die Nummern ins Funkgerät. Ich saß in der letzten Reihe und steige deshalb als letzter aus, da sind die Ausweise schon eingesammelt. Ich ziehe meinen Pass aus der Tasche und halte ihn in der Hand, aber weil ich mich nicht vordrängle, beachtet mich niemand.
Bei irgendeinem der vielen Flüge habe ich ohne besondere Absicht meine Plastikflasche mit Trinkwasser im Handgepäck mitgenommen, obwohl ich eigentlich weiß, dass Flüssigkeiten im Handgepäck verboten sind. Bei keinem Sicherheitscheck fiel die Flasche auf, nur beim Rückflug von Bogotá Richtung Havanna. Die Dame vom privaten Sicherheitsdienst wies mich auf das Verbot hin und machte irgendein Zeichen mit der Hand. Ich verstand das Zeichen als „Trinken“, nahm einen Schluck aus der Flasche und bewies so die Harmlosigkeit der Flüssigkeit. Da hatte sie sich schon umgedreht, und ich steckte die Flasche wieder in die Jackentasche. Die Flasche mit selbstgemachtem Honig aus Güigüe, die Br.Martin schon auf drei Flügen in seinem Handgepäck gehabt hatte, wanderte dagegen zwangsweise in die Mülltonne.
Kolumbien mag das bestbewachte Land der Welt sein, aber trotzdem lassen sich die Kontrollen umgehen – zumindest, wenn der Kontrollierte so harmlos aussieht wie ich. Zum Glück habe ich keine terroristischen Absichten.

„Das Heer ist mit dir“

2. Dezember 2009

Dieses Plakat habe ich in Guatapé fotografiert: „Reise ohne Sorgen ! Das Heer ist mit dir.“ In der Mitte steht in kleinerer Schrift: „Gott verleiht der Standhaftigkeit den Sieg.“ Es ist nicht ganz fair, dass mir die Koppelschlösser von Hitlers Soldaten einfallen („Gott mit uns“). Die Soldaten, die auf mich eher wie eine Drohung wirken, haben hier in Guatapé tatsächlich eine beruhigende Wirkung. Br.Juan hat mir ein paar Fotos aus der Klostergeschichte gezeigt. Zu sehen war der Bau von Kirche und Kloster in den 1970er Jahren am Stadtrand von Bogotá. Dann der Bau von Kirche und Kloster in den 1990er Jahren hier in Guatapé, 400 km entfernt. „Wie bitte, ihr habt innerhalb von zwanzig Jahren zweimal alles neu gebaut ?“ – „Ja, aus Bogotá mussten wir fort, ständig gab es Raubüberfälle.“ – „Aber hier in Guatapé war es dann auch nicht besser, oder ?“, frage ich nach. „Am Anfang schon, aber vor sechs Jahren kam die Guerilla. Unten in der Stadt sind viele Leute umgebracht worden, die Leute haben sich nicht mehr aus dem Haus getraut. Dann kamen die Paramilitärs. Das sind Bürger, die sich gegen die Guerillas verteidigen (diese Beschreibung scheint mir etwas harmlos zu sein, siehe vorigen Artikel). Und schließlich kam das Militär und hat beide vertrieben.“ Guatapé – an einem wunderschönen Stausee gelegen, siehe das Foto vom vorigen Artikel – lebt heute wieder vom Tourismus, und wenn man sich die fein herausgeputzten Häuser ansieht, lebt es nicht schlecht davon.

Zurück aus Kolumbien

1. Dezember 2009

Wir haben zwei Wochen in El Rosal bei Bogotá verbracht, dann eine Woche in Guatapé bei Medellín, zwei Tage in Medellín selbst, immer bei Benediktinern. Am Samstag sind wir dann nach Bogotá zurückgeflogen, sind mit dem Kleinbus in die Departements-Hauptstadt Villa Vicencio gefahren (90 km, drei Stunden, von 2700 m Höhe auf 400 m, 20.000 Peso pro Person, also 8 Euro), haben dort eine deutsche Agraringenieurin besucht, die uns vielleicht bei der Planung in Kuba helfen kann, sind am Sonntag mit ihr nach Bogotá zurückgefahren, haben wieder in El Rosal übernachtet, gestern sind wir über Panama nach Kuba zurückgeflogen.
Wir waren auf über 3000 Höhenmeter und auf unter 400 m, haben gefroren und geschwitzt, viele schöne Dinge gesehen und erlebt und mit vielen Menschen gesprochen. Ich weiß nicht so recht, ob mir ein Land gefällt, in dem manche Schüler/innen nach der 5-jährigen Grundschule keine weitere Ausbildung erhalten, weil die weiterführenden Schulen Geld kosten (Tansania, eines der ärmsten Länder der Welt, ermöglicht immerhin 7 Jahre Grundschule). In dem knapp 10 Prozent der Bevölkerung als Vertriebene in die Städte fliehen mussten, weil die Guerilla oder die Paramilitärs sie loswerden wollten. In dem mindestens vier verschiedene Sorten von Bewaffneten gegen- oder miteinander kämpfen, kommunistische FARC-Guerilla gegen den Staat, Paramilitärs gegen die Guerilla und gegen unschuldige Bürger, das Militär gegen die Guerilla und manchmal gegen Drogenbanden, Drogenbanden unter dem Schutz von Guerilla und Paramilitärs gegen alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Ob die Geschichte wahr ist, dass das Militär schon mal arbeitslose junge Männer aus abgelegenen Dörfern zwingt, sich Guerilla-Uniform anzuziehen ? Dann werden die angeblichen Guerillas erschossen und das Militär führt die Leichen als Beweis für einen Sieg über die Guerilla vor.
Andererseits haben wir die Menschen als sehr freundlich erlebt, sehr fleißig (an jeder Ecke eine kleine Werkstatt oder ein kleiner Laden, unendlich viele Straßenverkäufer, die ihre Waren verkaufen, ohne dabei besonders aufdringlich zu sein). Man hat nicht das Gefühl, die Taxifahrer würden einen ständig über’s Ohr hauen, und der Busschaffner, dem ich aus Versehen 10.000 Peso statt 1.000 gegeben hatte (es war dunkel und die Scheine sehen sich sehr ähnlich), machte mich auf meinen Fehler aufmerksam, den ich nie bemerkt hätte. Der öffentliche Nahverkehr (fast ausschließlich mit Bussen) ist gut organisiert, die Straßen ordentlich. Ein Land, das ausschließlich von Gewalt beherrscht wird, würde anders aussehen. Die meisten, mit denen ich gesprochen habe, waren mit der Regierung von Präsident Uribe zufrieden. Die paar Leute allerdings, die nicht zufrieden waren, schienen mir intelligenter und besser informiert zu sein.
Um sich ein Urteil über ein so widersprüchliches Land zu bilden, war die Zeit zu kurz.
Das Foto zeigt den Blick von einem Felsen (El Peñol, wahrscheinlich der berühmteste Fels Kolumbiens) auf eine Insel im Stausee von Guatapé – über die Landschaft jedenfalls fällt das Urteil leicht: wunderschön !

Guatapé

30. November 2009

Am Sonntag (22.11.), eine halbe Stunde nach Laudes (Morgengebet) und Frühstück, klopft Br.Martin an meine Tür. „Die haben jetzt Bibelteilen, danach ist Terz (Gebet um 9 Uhr), dann ist Messe.“ Ich nehme seinen spöttischen Ton auf: „Aber am Sonntag gibt es keine Sext (Gebet um 12 Uhr) und am Nachmittag ist frei – zwei Stunden lang, zwischen Non (Gebet um 15 Uhr) und Vesper (Abendgebet).“ – „Die gehen ständig nur in die Kirche, aber Werkstätten haben sie nicht.“ Die Komplet (Nachtgebet) und die Vigilien (erstes Morgengebet, um 4:30 Uhr) haben wir noch gar nicht erwähnt.
Ja, es ist wahr – Martin und ich spotten über die Mönche von Guatapé, weil sie zu viel beten. Schließlich haben wir auf Kuba unsere fünf täglichen Gebetszeiten so eingerichtet, dass zwischendurch auch noch Zeit für anderes bleibt, zum Beispiel für Arbeit. Aber unser Spott ist freundlich gemeint, denn Guatapé ist ein sehr angenehmer Ort, still an einem Berghang gelegen, Kirche und Kloster erst vor wenigen Jahren in einem schlichten Stil nach italienischem Vorbild gebaut, zur Landschaft passend. Die Abwesenheit von religiösem Kitsch, der an vielen anderen Orten Kolumbiens das Auge verletzt, tut wohl.
Guatapé (in der Nähe von Medellín, der zweitgrößten Stadt Kolumbiens) ist der dritte Ort unserer Reise, nach Güigüe in Venezuela und El Rosal (bei Bogotá). Während die beiden Klöster, die wir zuerst besucht haben, zur selben Kongregation von St.Ottilien gehören wie wir auch, gibt Guatapé uns die Möglichkeit, eine andere Spielart der benediktinischen Tradition kennen zu lernen. P.Lorenzo, der Gründer, hat im Spanischen Bürgerkrieg (1936-39) gekämpft, ist dann in Montserrat (bei Barcelona) eingetreten, später wurde er in die Neugründung in Medellín gesandt. Medellín hat er dann mit einer Gruppe von Brüdern verlassen, um einen anderen, kontemplativeren Lebensstil zu suchen. Gerade ist er 90 Jahre alt geworden, aufgrund seiner schlechten Gesundheit ist ein längeres Gespräch mit ihm leider nicht möglich.

Heiter und bedrückend

27. November 2009

Sonntags gehört Bogotá den Fußgängern und Radfahrern. Die Ciclovia („Radweg“) ist seit Jahrzehnten eine feste Einrichtung und bedeutet, dass einige der wichtigsten Durchgangsstraßen für den motorisierten Verkehr gesperrt sind. Die Straßen sind voller Spaziergänger, Radfahrer und Inline-Skater, viele Familien mit Kindern dabei. Die Atmosphäre ist sehr friedlich, so dass man sich fragt, wieso eigentlich so viele Polizisten in der Menge zu sehen sind.
Das Foto zeigt die Straße vor der Kathedrale, im Hintergrund der Justizpalast. Das grüne Ding ist dasselbe wie in dem Foto vom vorletzten Artikel. Wieso nur ist es in Kolumbien nicht möglich, eine harmlose Beschreibung eines heiteren Sonntags auch ganz harmlos zu beenden ? Der Justizpalast ist ein Neubau, denn der Vorgängerbau wurde in den 1980er Jahren von der Guerilla „M-19“ erobert, und bei der Rückeroberung durch das Militär wurde er zerstört; hunderte von Menschen, darunter einige der höchsten Richter, kamen ums Leben.
1991 wurde die Verfassung geändert, „seitdem gibt es keinen Grund mehr, mit Gewalt gegen den Staat zu kämpfen“, so sagt Br.Jaime Tomás, der ehemalige Polizeioffizier. Die „M-19“ hat seitdem ihren Frieden mit dem Staat gemacht, einige ihrer ehemaligen Anführer sitzen heute im Senat, einer ist Gouverneur eines Departements. Die FARC-Guerilla allerdings mordet und entführt immer noch.

„Was für ein liebenswürdiges Land“

26. November 2009

„Von Bogotá nach Medellin könnt ihr den Bus nehmen,“ meinte P.Marcos Antonio, als wir ihm von unseren Reiseplänen in Kolumbien erzählten. „Wir haben schon ein Flugticket,“ sage ich. Er daraufhin: „Ach, das ist auch sicherer. Die Busse werden manchmal von der Guerilla überfallen, und die entführen bevorzugt Ausländer, weil die mehr Lösegeld einbringen.“
Es wird Zeit, von den hässlichen Seiten Kolumbiens zu berichten. Wenn man sich die riesigen Einkaufszentren in Bogotá anschaut, die vielen Autos, die guten Straßen, das gut funktionierende öffentliche Nahverkehrssystem, dann wird klar: Viele Menschen hier haben Geld. Das Geld kommt ins Land durch den Export von Öl, Kohle, Kaffee, Schnittblumen und – Kokain. Und dann gibt es noch einen Wirtschaftszweig, durch den zwar kein Geld ins Land kommt, der aber trotzdem vielen Menschen – meist Männern – Arbeit und Einkommen verschafft: Die Gewalt. Es gibt die kommunistische Guerilla FARC, dann gibt es die Paramilitärs, die manchmal gegen die Guerilla, manchmal aber auch gegen harmlose Zivilisten kämpfen. Dann gibt es die verschiedensten Kokain-Banden, die sowohl mit der Guerilla als auch mit den Paramilitärs zusammenarbeiten. Und weil das alles so ist, braucht der Staat natürlich ganz viel Polizei und Militär.
In Bogotá stehen an fast jeder Ecke zwei Polizisten (das Foto habe ich vor dem Präsidentenpalast gemacht), trotzdem raten mir Kolumbianer ständig, meine Kamera in der Tasche zu lassen, damit niemand sie sieht. Und als ich am zum ersten Mal alleine in die Stadt fuhr (ohne Kamera), lautete der Ratschlag des Novizen Jaime Tomás: „Desconfianza – Misstrauen“. Er ist ehemaliger Polizei-Offizier. Br.Martin wurde auf einem ganz normalen Bürgersteig in Bogotá von der Polizei kontrolliert; er musste sich mit ausgebreiteten Armen abtasten lassen. Ich sagte dem Polizisten: „Was für ein liebenswürdiges Land“, und hoffe, dass er meine Ironie verstanden hat.

„Und wofür ist Benedikt gut ?“

26. November 2009

„Und wofür ist Benedikt gut ?“

Eines Nachmittags in El Rosal: Ich komme zufällig in dem kleinen Laden des Klosters vorbei und sehe, wie Br.Santiago einer Kundin verschiedene Medaillen zeigt, mit Darstellungen der heiligen Maria, von Jesus und so weiter. Mein Blick fällt auf eine Medaille mit dem Bild des heiligen Benedikt. Ich mische mich ein (in Deutschland wäre das unhöflich, hier nicht): „Ist das Benedikt ?“. Die Kundin fragt: „Para que es ?“ Santiago antwortet ausweichend: „Das ist der Gründer der Benediktiner.“ Habe ich die Kundin richtig verstanden ? Am Abend frage ich nach. Ja, sie hat tatsächlich gefragt, „Wofür ist der gut ?“, als ob die Medaille eine Medizin gegen bestimmte Krankheiten wäre. Und ich erfahre auch, wofür unser Ordensvater gut ist. P.Norbert erzählt, wie er einmal zufällig ein Bild von Benedikt aufhängte, als Besuch kam. Er bat den Besuch, zu schauen, ob das Bild schief hänge. P.Norbert ist Österreicher und wusste nicht, was er mit seiner Bitte anrichtete. Nach kolumbianischem Aberglauben vertreibt der heilige Benedikt nämlich böse Nachbarn.

Bogotá

26. November 2009

„Die Orientierung in Bogotá ist ganz einfach,“ sagt P.Marcus uns. In den ersten Tagen glaube ich ihm das nicht (siehe Foto oben), aber dann ist alles klar: Die Stadt liegt am Fuß einer Bergkette, alle Straßen, die parallel zur Bergkette verlaufen, heißen „Carrera“ („Fahrt“ oder „Bahn“) und sind durchnummeriert, die niedrigsten Nummern direkt am Fuß der Berge. Und die Straßen, die senkrecht dazu verlaufen, heißen „Calle“ („Straße“) und sind ebenfalls durchnummeriert. Die Straße, die wir immer von El Rosal her kommen, ist Calle 80, links davon sind die höheren Nummern, rechts davon die niedrigeren, hin zum Stadtzentrum. Im Zentrum befindet sich die Plaza Bolívar, wo sich die ganze Macht Kolumbiens präsentiert: An der einen Seite die Kathedrale, gegenüber das Bürgermeisteramt, rechts der Präsidentenpalast, links der Justizpalast. Das grüne Ding auf dem Foto zwischen Justizpalast und Kathedrale soll übrigens ein Weihnachtsbaum sein.

Das untere Foto habe ich nicht etwa aus einem Geschichtsbuch gescannt; die Wachen des Präsidentenpalastes sehen wirklich so aus.

Höhepunkt meines bisherigen Lebens

18. November 2009

Unsere Brüder hier in El Rosal haben sich freundlicherweise vorgenommen, uns in zwei Wochen alle Attraktionen von Bogotá und Cundinamarca (so heißt das Departement rund um Bogotá) zu zeigen. So kamen wir am Sonntag nicht nur in das fabelhafte Museo de Oro (Goldmuseum, wunderbare Goldarbeiten der Indios aus der Zeit vor der spanischen Erorberung – sonntags ist der Eintritt frei), sondern auch nach Monserrate.

Bogotá liegt auf über 2600 m Meereshöhe am Rand der Sabana (Hochebene), die von einer steilen Bergkette begrenzt wird. Oben auf der Bergkette befindet sich die Wallfahrtskirche des Señor Caído, des „Gefallenen Herrn“, die besonders am Karfreitag, aber auch das ganze Jahr über von zahlreichen Pilgern besucht wird. Die Lage ist einfach genial: Man kann vom Zentrum der Altstadt zu Fuß zur Talstation gehen und dann per teleférico (Seilbahn) oder funicular (kann mir bitte jemand mit dem deutschen Wort für ein seilgezogenes Schienenfahrzeug aushelfen ?) mal eben schnell auf 3152 m hochfahren. So hoch war ich in meinem ganzen Leben noch nie. Das Foto zeigt den Blick vom Eingang der Wallfahrtskirche; Bogotá liegt rechts unter den Wolken.

Gestern ging es dann zur Abwechslung in den Berg, nach Zipaquirá, einer Salzmine, die schon 1801 von Alexander von Humboldt besucht worden ist. In den nicht mehr genutzten Teilen befinden sich heute ein Bergbaumuseum und – eine Kirche, die Catedral de Sal, Salzkathedrale, komplett mit Kreuzweg, Krippe (siehe Foto), Seitenkapellen, Kirchenbänken und Altar. Wenn man sie mit dem eigenen Auge sieht, wirken die Farben übrigens nicht so kitschig wie auf dem Foto, weil sich das Auge anders auf die Dunkelheit einstellt als die Kamera.