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Sprache und sprechen

4. Februar 2012

Als ich vor drei Jahren von Tansania nach Kuba aufgebrochen bin, konnte ich mich auf Suaheli verständigen. In den letzten Wochen habe ich ein paar Vokabeln wiederholt und zum Üben ein bisschen in der Suaheli-Wikipedia gelesen (die leider ziemlich bescheiden ist). Die erste Bewährungsprobe kam dann bei der Ankunft am Flughafen, ich musste nämlich einer der Beamtinnen dort erklären, dass ich nur die Kopie meiner Einreiseerlaubnis dabei habe, aber Abt Anastasius draußen mit dem Original wartet. Sie hört sich meine Erklärung an und geht zu einem Kollegen. Als der mich auf Englisch ansprechen will, sagt sie ihm gleich, „Der spricht Suaheli“, und ich habe mein erstes Erfolgserlebnis. Die Einreise klappt problemlos.
Dass ich doch eine Menge vergessen habe, merke ich dann sehr schnell. Ich brauche nämlich einen Sack, um meine Wäsche in der Wäscherei waschen lassen zu können. Also spreche ich einen der Hausdiener (dieser Ausdruck aus der Kolonialzeit wird hier tatsächlich noch verwendet !) an. Am nächsten Tag sagt er mir, er habe sich in der Wäscherei erkundigt, „Die sind nicht da“. Es dauert einige Zeit, bis wir die Sache geklärt haben. Er hatte überhaupt nichts von dem verstanden, was ich ihm gesagt hatte, nur, dass ich auf mein Hemd gezeigt hatte. Daraufhin hatte er in der Wäscherei nach meinen Kleidungsstücken gesucht, daher seine Antwort „Die sind nicht da“. Ich hätte statt nach „Begi“ (englisch bag, also Tasche) nach „mfuko“ (Sack, Tüte, Hosentasche) fragen müssen. Und dass „nguo“ Kleidung heißt, hätte ich auch besser gewusst.
Die gebildeten Tansanier können alle Englisch (im Gegensatz zu den Kubanern, auch den gebildeten), aber ich bemühe mich darum, möglichst nur Suaheli zu sprechen, denn eine Sprache lernt man logischerweise durchs Sprechen.

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