Archive for the ‘Sydney’ Category

Noch ein paar Fotos

31. Juli 2008


Bevor ich die Artikelserie über Australien abschließe und wieder zu meinem eigentlichen Thema, nämlich Tansania, zurückkehre, muss ich doch noch ein paar Fotos loswerden. Zum Programm des International Benedictine Youth Congess gehörte nämlich auch ein Besuch im Zoo. Beachte das dritte Ohr auf dem ersten Foto.

Diesen Artikel wollte ich eigentlich gestern schreiben, aber wir hatten einen Internet-Ausfall.

Die helle Seite der Australier

28. Juli 2008

Mein letzter Artikel („Nie wieder Australien !“) war sicher ein Beispiel dafür, wie man die Wahrheit sagen und trotzdem einen völlig falschen Eindruck vermitteln kann. Ich habe die Reise von der ersten bis zur letzten Minute genossen, das Busfahren auf den Landstraßen Tansanias und Kenias, die Flüge, das Lachen unserer Schülerinnen, die Gespräche, das Wiedersehen mit Menschen, die ich zu lange nicht gesehen hatte, die frische Luft, die Harbour Bridge und das Opernhaus (auf dem oberen Foto der weiße Fleck im Hintergrund), die Gottesdienste, die Nacht draußen und die Fahnen aus der ganzen Welt.

Nicht zu vergessen die großartige Gastfreundschaft der Australier. Unsere Schülerinnen erhielten diverse Schlafsäcke und Jacken geschenkt, viele haben uns gesagt, wie froh sie sind, dass wir gekommen sind. An einem Nachmittag (Donnerstag, 17.7.) habe ich mich abgesetzt, um nach Leura in die Blue Mountains zu fahren. Als ich vom Bahnhof wegging, war nur ein einziger Mensch in der Nähe. Und der sah so aus, dass ich zunächst etwas zögerte, bevor ich ihn fragte: „Wo kann man denn hier ein paar schöne Fotos von der Landschaft machen ?“ Seine Reaktion übertraf dann aber alles, was ich bisher an australischer Gastfreundschaft erlebt hatte: „Ich stelle eben meine Tasche bei meiner Mutter ab, dann zeige ich dir die schönsten Stellen.“ Also nahm Geosh (keine Ahnung, ob man den Namen so schreibt) sich eine ganze Stunde Zeit, zeigte und erklärte mir die Gegend. Dass er für Fantasy-Literatur schwärmt und selbst schreibt, konnte ich angesichts der Landschaft um uns herum gut verstehen, siehe das Foto unten.

Nie wieder Australien !

28. Juli 2008

Dass ich mich zu lange auf die Informationen aus Australien verlassen hatte, und unsere Reise deshalb fast an den Visa gescheitert wäre, habe ich schon geschrieben. Das Spielchen „Folge meinem Hinweis, gehe in die Sackgasse !“, setzte sich in Australien fort, egal ob es sich um die verlegte Bushaltestelle, um das Büro des Weltjugendtages oder um andere Auskünfte handelte. Besonders bleibt mir die Odyssee über das Gelände des Abschlussgottesdienstes am Samstag Mittag in Erinnerung. P.Bonifaz aus Südafrika und ich suchten nur das Info-Zelt. Ständig fragten wir freiwillige Helfer, die meistens auf eine Gruppe von Zelten irgendwo in der Ferne zeigten. Wenn wir der angezeigten Richtung folgten, landeten wir regelmäßig an einem Fahrweg, der von der Polizei gesperrt war und sich nicht überqueren ließ. Als wir schließlich nach endlosem Hin und Her doch bei den Zelten angekommen waren (waren es wirklich noch dieselben Zelte, oder waren wir so verwirrt, dass wir bei anderen Zelten landeten ?), stellte sich heraus, dass man dort Getränke und T-Shirts kaufen konnte, zur Anbetung oder Beichte gehen konnte, aber absolut keine Information bekam.

Auf dem Heimweg am Sonntag dann landeten wir beim Versuch, den Hauptbahnhof zu verlassen, wieder in einem ähnlichen Geflecht von Polizeisperren. Ich war ziemlich müde und beschloss spontan: „Nie wieder Australien !“

In Kanada gibt es die berühmte Royal Canadian Mounted Police, also die Polizei zu Pferde. Ob die Polizisten auf dem Foto wohl „Royal Australian Mounted Police“ heißen ?

Angekommen

26. Juli 2008

Gestern Abend bin ich wieder in Peramiho angekommen. Die Menschen, mit denen ich in den letzten drei Wochen gute Gespräche hatte, müssten inzwischen auch angekommen sein, in Südafrika (Kapstadt und Inkamana), in Kalifornien (Woodside), in Deutschland (Meschede und verschiedene Orte in Bayern), in Neuseeland, in Kenia (Nairobi), in Uganda (Jinja) und an vielen Orten Australiens. Komisches Gefühl, dass wir plötzlich wieder über die ganze Welt verteilt sind. Aber das war für mich das Faszinierendste am Weltjugendtag: Es war wirklich fast die ganze Welt vertreten. Irgendjemand (ich glaube, es war Kevin Rudd, der australische Premierminister) hat beim Eröffnungsgottesdienst gesagt, dass es früher meist die Kriege waren, die junge Leute dazu brachten, massenweise in andere Länder zu ziehen. Umso schöner, dass man heute die Fahnen zeigen kann, ohne aufeinander zu schießen.

Grenzen koennen so einfach sein

22. Juli 2008

Die Einreise nach Australien habe ich als sehr kompliziert in Erinnerung: Australien hat eine einzigartige Tierwelt (Fotos kommen noch), daher wird die Einfuhr von organischen Stoffen streng kontrolliert. Und „streng“ heisst in Australien wirklich streng. Die Tansanier hatten einige Holzschnitzereien als typische Produkte ihres Landes mitgebracht. Jede einzelne wurde kritisch begutachtet, durfte dann aber passieren. Sr.Placida hatte einen Tag spaeter weniger Glueck: Sie hatte eine Trommel fuer den Einsatz im Gottesdienst mitgebracht. Und afrikanische Trommeln sind nicht nur aus Holz, sondern auch mit Tierfell bespannt. Die Trommel wanderte vor ihren Augen in die Muelltonne. Dass P.Daudi, der zusammen mit ihr aus Nairobi gekommen war, zwei Stunden lang festgehalten wurde, lag nicht daran, dass er auch aus organischem Material besteht, sondern daran, dass er jemandem aehnlich sah, der kurz vorher ausgewiesen worden war.

Bei der Ausreise gestern: Prisca, eine Schuelerin aus meiner Physikklasse, hatte eine dieser Kugeln gekauft, in denen eine Fluessigkeit dafuer sorgt, dass es „schneit“, wenn man sie umdreht. Der Sydney Tower war darin zu sehen. Ich hatte die Gruppe vorher noch darauf hingewiesen und wiederhole es hier fuer alle, die es immer noch nicht wissen: Mehr als 100 ml Fluessigkeit im Handgepaeck sind verboten. Nicht dass ich besonders viel Verstaendnis fuer diese Art von Kitsch haette, aber als die Kugel dann vor ihren Augen in die Muelltonne wanderte, hatte ich ziemlich viel Verstaendnis fuer Priscas Traenen.

Heute Mittag sind wir wieder in Dar es-Salaam eingetroffen, nach einer langen und schoenen Reise. Nichts weiter als Einreisekarte ausfuellen, Pass abstempeln lassen, Koffer holen, bei „Nothing to declare“ durchgehen – Grenzen koennen so einfach sein !

Deutschland : USA – 7 : 2

17. Juli 2008

Heute Morgen habe ich einigen Widerspruch zu meiner Beobachtung geerntet, die deutsche Fahne sei von allen auslaendischen am haeufigsten vertreten. Das waere die amerikanische, wurde mir gesagt. Ich habe daraufhin heute Abend mal gezaehlt: 7 deutsche Fahnen, 2 amerikanische. (Allerdings sagen die Statistiker, dass eine Zaehlung von so wenigen Fahnen nicht sehr aussagekraeftig ist.)

Eine gelbe Fahne mit drei schmalen roten Streifen kannte ich noch nicht und habe nachgefragt: „Vietnam“ Am Abend kam ich dann zufaellig mit einer australischen Vietnamesin (oder vietamesischen Australierin ?) ins Gespraech und erfuhr, dass das die alte vietnamesische Fahne ist. Mit der heutigen Fahne des kommunistischen Vietnam sollte man sich in den zahlreichen vietnamesischen Vierteln Australiens wohl besser nicht sehen lassen, denn hier leben die Vietnamesen, die nach dem Vietnamkrieg vor den Kommunisten geflohen sind. Meine junge Gespraechspartnerin traegt daher lieber gar keine Fahne, um nicht diese politische Spaltung zum WJT zu tragen. Die Fahne des aktuellen Vietnam habe ich hier uebrigens noch nicht gesehen.

Es ist fast immer schoen, hier Deutsche zu treffen

16. Juli 2008

Manche Leute meinen ja, wir haetten unsere Liebe zu Schwarz-Rot-Gold bei der WM 2006 wiederentdeckt. Ich habe Grund zu der Vermutung, dass die Wiederentdeckung unserer Fahne schon 2005 beim Weltjugendtag passiert ist. Auch hier laeuft jede Gruppe mit einer oder mehreren Nationalfahnen durch die Gegend, die australische ist natuerlich am haeufigsten zu sehen, aber an zweiter Stelle scheint mir schon die deutsche zu kommen. Das ist sehr praktisch, denn so weiss man gleich, welche Sprache man benutzen kann, um ins Gespraech zu kommen. Gestern traf ich eine Gruppe aus Dresden. Zum drohenden Verlust des Titels „Weltkulturerbe“ meinten sie, in Dresden gaebe es noch so viele andere Dinge, die man auch zum Weltkulturerbe erklaeren koennte. Die Mendener, Koelner, Duesseldorfer, Limburger, Bayern und Fuldaer schienen mir dagegen Landsleute zu sein, fuer die man sich nicht schaemen muss.

Heute morgen habe ich erst einmal eine tansanische Fahne gekauft und fuer Sr.Placida (meine „Heldin des Tages“ vom vorletzten Artikel) auch noch eine kenianische. Die Freude ueber mein Mitbringsel war ziemlich gross. Sonst hatten wir tansanische Fahnen nur zweimal von ferne gesehen, aber heute Nachmittag traf ich auf der Faehre 29 Tansanier mit Fahne (siehe Foto).

Als ich gerade diesen Artikel schrieb (endlich funktioniert das Internet in unserer Unterkunft !) kam P.Boniface (Benediktiner aus Namibia und mein Zimmernachbar) strahlend mit vier Landsleuten herein – „Erinnerst du dich an die Frau, die wir heute Morgen im Bus nach dem Weg gefragt haben ? Die ist Hollaenderin und hat mir gesagt, dass in ihrer Unterkunft noch vier Namibier wohnen.“ – Man kann also auch ohne Fahne Leute treffen.

Sydney

12. Juli 2008


Die Stadt Sydney erinnert mich ziemlich an England. Allerdings habe ich diesen Sicherheitsfimmel von England her nicht so in Erinnerung. Wir waren gerade angekommen, da zeigten uns unsere Gastgeber als erstes die beiden Notausgaenge unserer Unterkunft. Wir mussten zweimal zwei Etagen hoch und runtergehen, damit wir auch wirklich sicher wuessten, wo bei Feuer der Ausgang ist. Ansonsten ist aber alles wunderbar, besonders die frische, manchmal etwas kuehle Luft, das Meer und die Kaengurus.