Archive for the ‘Kloster’ Category

Ein schönes Erlebnis

8. Juni 2016

Ludoviko Seit dem Tod von P. Ludoviko im Dezember 2014 habe ich hier kaum noch etwas geschrieben, also wird es Zeit, mal etwas über diesen wunderbaren Menschen zu schreiben. Das obere Foto zeigt ihn mit roter Kappe zwischen den anderen Mitarbeitern der Klosterverwaltung beim Fischkauf während eines gemeinsamen Ausflugs.
Das schönste Erlebnis, das ich mit Ludoviko hatte, war im Herbst 2013. Ich war damals noch Cellerar (Leiter der Klosterverwaltung) und musste einen Arbeiter des Klostercafés entlassen, der seinem Chef einigen Ärger machte, ohne dass man ihm etwas nachweisen konnte. Ich zahlte ihm die gesetzlich vorgeschriebene Abfindung und stellte ihm die Kündigung aus. Kurz danach kam P.Fidelis zu mir, der afrikanische Prior (Stellvertreter des Abtes, der Abt war zu dieser Zeit auf einer längeren Dienstreise): „Das geht nicht. Bei einer betriebsbdingten Kündigung musst du immer die Gewerkschaft beteiligen und die zuerst entlassen, die zuletzt eingestellt worden sind.“ Hätte er mir ja etwas eher sagen können, schließlich war er einer der Leute gewesen, die darauf gedrängt hatten, den Mitarbeiter zu entlassen.
Also sprach ich nochmals mit dem Arbeiter und bot ihm eine höhere Abfindung an, wenn er freiwillig kündige. Es gab einiges Hin und Her, er stimmte zu, nahm das Geld, dann zog er seine Zustimmung zurück, schaltete die Gewerkschaft ein, die sich aber auf meine Seite stellte. Schließlich kam ein Brief vom Arbeitsgericht in Songea (das untere Foto zeigt die Stadt Songea aus der Luft, in der Mitte ist die kreuzförmige Kathedrale zu erkennen, das Arbeitsgericht liegt ungefähr auf halbem Weg zwischen der Kathedrale und dem rechten Bildrand, ist aber nicht zu erkennen): Der Arbeiter hat geklagt, die Verhandlung findet nächsten Montag statt.
Prior Fidelis ist offiziell für Gerichtssachen zuständig, normalerweise aber lässt er sich durch einen jüngeren Bruder vertreten, den ich hier einfach X nennen möchte. Ich rufe direkt X an, mit dem ich mich gut verstehe. Keine Antwort. Kein Rückruf. Am nächsten Tag dasselbe. Die Sache kommt mir komisch vor, aber dann erfahre ich, dass X dringend zu seiner Familie nach Hause fahren musste. Ich bin beruhigt, obwohl mir eine Stimme im Hinterkopf sagt, „Auch zuhause hätte er den Anruf annehmen können.“ Fidelis sagt mir, ich solle selbst zum Gericht gehen, schließlich hätte ich ja den Arbeiter entlassen. Ich war noch nie beim Gericht, weiß aber, dass für einen Ausländer dort alles schwieriger ist. Also bitte ich den Leiter des Klostercafés, mich zu begleiten, und er sagt ohne Zögern zu.
Am Montag Morgen dann kommt endlich Ludoviko ins Spiel. Er geht zuerst zu einem seiner Freunde, der mir später Ludovikos Worte berichtet: „Sie lassen Robert ganz allein. Ich muss mit ihm zum Gericht gehen.“ Dann kommt er zu mir: „Darf ich mitkommen ?“
Wir fahren also zu dritt. Das Arbeitsgericht sitzt in einer kleinen Villa aus der Kolonialzeit, der Sitzungssaal enthält ein paar Tische und Stühle, er wirkt wie ein besseres Schulzimmer. Auf der einen Seite sitzt der Arbeiter mit seinem Rechtsanwalt, wir sitzen ohne Rechtsanwalt gegenüber. Der Richter, ein junger sympathischer Mann in Zivil, sitzt an der Stirnseite. Der Rechtsanwalt der Gegenseite will zunächst erreichen, dass nur einer von uns an der Verhandlung teilnehmen darf, da ja nur einer der Arbeitgeber sein könne. Ich sage, „Wir haben alles gemeinsam, wir sind wie eine Person.“ Nachdem wir unsere Standpunkte ausgetauscht haben, gibt es eine Verhandlungspause. Wir gehen vor die Tür. Zwei Männer kommen auf mich zu, sagen, sie seien Journalisten, halten mir aggressiv eine Videokamera vor die Nase: „Wir haben gehört, ihr entlasst aus Rassismus unrechtmäßig Arbeiter“. Sofort geht Ludovikos Hand zwischen die Kamera und mein Gesicht: „Wenn ihr Fragen habt, kommt doch übermorgen nach Peramiho.“ Bis heute muss ich lachen, wenn ich an diese Szene denke, denn das Suaheli-Wort für „Rassismus“ ist „Farbendiskriminierung“, und dieses Wort war schon durch die Farbe von Ludovikos Hand und von meinem Gesicht völlig ad absurdum geführt.
Songea
Jetzt rät Ludoviko mir, nachzugeben und den Arbeiter wieder einzustellen. Ich verstehe immer noch nicht, was eigentlich los ist, weiß aber, dass ich Ludoviko vertrauen kann. Also bitte ich den Richter, uns eine Woche Bedenkzeit zu gewähren. In Peramiho erklärt Ludoviko mir dann, dass einer der beiden Journalisten auch für den Verlag von Peramiho (der Prior Fidelis untersteht) schreibt, dass der Arbeiter oft gesehen wurde, wie er in den Verlag ging (wo Fidelis sein Büro hat), und dass er sich ohne finanzielle Unterstützung (von Fidelis) den Anwalt wohl kaum hätte leisten können. Das ganze war eine Falle, damit die Journalisten mich in der Zeitung oder sogar im Lokalsender als Rassisten darstellen könnten. Aus diesem Plan ist dank Ludovikos Wachsamkeit nichts geworden. Aber sonst ist das Ergebnis des Tages nicht besonders gut: Beim nächsten Gerichtstermin einigen wir uns darauf, den Arbeiter wiedereinzustellen, seine Abfindung muss er in Raten zurückzahlen. Sechs Wochen danach setzt der Prior meine Entlassung als Cellerar durch, noch einmal zwei Monate später ist auch der Leiter des Cafés abgesetzt. Br. X wird mir einige Zeit später gestehen, dass er nicht freiwillig in Urlaub gefahren war, sondern dass Fidelis ihn extra in Urlaub geschickt hatte.
Zum Glück gibt es seit alters her die Einrichtung der gegenseitigen Kontrolle der Klöster, Visitation genannt. Bei der ersten Visitation nach dem geschilderten Vorfall, im vergangenen Dezember, ist Prior Fidelis abgesetzt worden. Unmittelbar danach hat er das Kloster verlassen und gesagt, er glaube sowieso nicht an Gott.

Es gibt doch noch Dinge, die mich schocken

24. Juli 2014

feuerholz Vor einiger Zeit rief der Vorarbeiter Kaspari den Treckerfahrer Robert und zwei weitere Arbeiter der Farm zusammen. Die vier fuhren mit dem Trecker ungefähr 20 Minuten lang bis zu unserem Schweinestall in Swava, luden dort Feuerholz auf, fuhren in die Kreisstadt Njombe, luden das Feuerholz bei Kaspari zuhause ab, kauften auf unsere Rechnung für eine halbe Million Schilling (2.500 Euro) Tierfutter und lieferten das Tierfutter ordnungsgemäß bei uns ab. Mein Namensvetter Br.Robert, der junge Leiter der Farm, hatte für diese Aktion keine Erlaubnis gegeben, doch das das Tierfutter war korrekt bei uns angekommen. Daher war mir zunächst gar nicht klar, wo das Problem lag.
In den letzten Tagen führten Br.Robert und ich dann lange Gespräche mit jedem der vier Beteiligten. Der erste Arbeiter, der schon seit 20 Jahren bei uns arbeitet, sagt aus, er hätte dem Vorarbeiter geglaubt, dass die Aktion von der Betriebsleitung angeordnet war. Br.Robert nutzt die Gelegenheit und befragt ihn auch wegen anderer Vorkommnisse. Der Arbeiter gibt schließlich zu, dass er nach dem Melken morgens schon mal einen Liter Milch abgezweigt habe, „aber nicht jeden Tag“. Ich gehe von einem Liter pro Woche aus und rechne ihm vor, dass er damit seinen Lohn schon einmal um ein drittel Monatsgehalt pro Jahr aufgebessert hätte. Zu meiner Überraschung reitet er sich selbst noch tiefer in den Sumpf und spricht von drei Litern pro Woche. Auch sonst macht er den Eindruck, als ob er zur Aufklärung beitragen wolle. Ganz anders der Treckerfahrer, der danach an die Reihe kommt – ein Gespräch unter drei Roberts erlebe ich zum ersten Mal in meinem Leben. Er redet ständig um die Sache herum, und zum Schluss bleibt er dann bei seiner Weigerung, irgendeine andere Arbeit als Treckerfahren zu verrichten. Mit dieser Weigerung macht er Br.Robert schon seit Monaten das Leben schwer.
Nach diesen beiden Gesprächen brauchen wir erst einmal eine Pause und machen zwei Tage später weiter. Nach den Ereignissen des letzten Jahres in Peramiho dachte ich eigentlich, es könne mich nichts mehr schocken, aber dann kommt das Gespräch mit dem Vorarbeiter Kaspari. Auch er arbeitet schon über 20 Jahre bei uns. Einen Versuch, seine Schuld zu bestreiten, macht er erst gar nicht, sondern bittet gleich um Verzeihung. Endlich verstehe ich auch, was der Sinn der ganzen Aktion war: Es ging nur darum, das Feuerholz in Swava zu stehlen und zu Kaspari nach hause zu bringen. Dafür brauchte er natürlich einen Grund, mit dem Trecker nach Njombe zu fahren, und diesen Grund fand er in dem Einkauf von Tierfutter. Feuerholz wird zum Kochen gebraucht und auch zum Heizen, morgens sind hier diesen Monat oft nur 5 Grad. Wieder hakt Br.Robert nach und fragt auch nach anderen Vorkommnissen. Der erste Arbeiter, der scheinbar so offen ausgesagt hatte, hatte auch eine Menge verschwiegen. Zum Beispiel, dass er schon mal eine Maschine auf eigene Rechnung verkauft hat. Oder, dass er massenweise Diesel aus dem Tank des Traktors in einen Kanister gefüllt und gestohlen hat. „Aber das haben wir ja alle immer schon gemacht. Wir waren ja früher 32 Arbeiter, und dein Vorgänger hat nicht eingegriffen.“ Br.Roberts Vorgänger war Europäer. Viele der Tricks kannte er wohl nicht, dann haben die Arbeiter ihm als Weißem natürlich wenig erzählt, und schließlich hat sein gutes Herz ihn oft auch daran gehindert, allzu energisch zu werden. Aber er muss schrecklich unter der Situation gelitten haben. Und auch Br.Robert könnte sich wahrscheinlich Schöneres vorstellen, als den Wachhund zu spielen. Er ist 24 Jahre alt und letztes Jahr direkt von der Landwirtschaftsschule weg zum Leiter der Farm ernannt worden. Fast alle der immer noch 18 Arbeiter haben schon vor seiner Geburt auf der Farm gearbeitet. Geschockt sage ich zu ihm: „Und wenn ein Arbeiter kein wirklicher Engel ist, dann hat er spätestens nach einem Jahr angefangen zu stehlen, weil er gesehen hat, dass das alle tun.“ Er sagt nur: „Ja.“
Das Foto zeigt den Transport von Feuerholz ohne Trecker.

Weihnachten in Uwemba

24. Dezember 2013

telefonladen 2010 habe ich Weihnachten direkt am Meer in Havanna gefeiert, 2011 auf 298 m Meereshöhe in Meschede, 2012 waren es 1050 m in Peramiho, dieses Jahr sind es 2120 m hier in Uwemba.
Die Höhenlage bringt es mit sich, dass das Wetter eher einem nebligen Mai- oder Juni-Tag im Sauerland entspricht als einem deutschen Heiligabend. Der Dorf-Telefonladen ist immerhin schon seit Tagen sehr weihnachtlich geschmückt (siehe Foto, auf dem man die geschmackvollen und nicht zu lauten Weihnachtslieder leider nicht hört, die im Laden vom Band kommen).
Während man aus dem Südsudan (2000 km von hier entfernt) schreckliche Nachrichten von Stammeskonflikten hört, ist die Stimmung hier friedlich. Dazu trägt sicherlich bei, dass jeder Stamm hier nur einen Vertreter hat, es gibt einen Chagga, einen Bayern, einen Bena, einen Pangwa, einen Alemannen, einen Hehe, einen Ngoni, einen Schweizer, einen Matengo, einen Kalenji aus Kenia und mich, der ich nicht weiß, ob ich eigentlich Westfale oder Holsteiner bin. Sogar der Matengo, von dem ich befürchte, dass er mich nicht mag, hat mir heute Morgen ein praktisches LED-Licht geschenkt, damit ich heute Abend, wenn ich die Christmette auf dem Außenposten in Makanjaula halte, bei einer eventuellen Reifenpanne den Radwechsel bei Licht vornehmen kann.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich Frohe Weihnachten !

Deutsche Handwerksmeister und ihre Sekretäre

13. April 2013

Deutsche Handwerksmeister stehen bekanntlich für Qualität und stellen in diesem Bereich hohe Ansprüche. Das gilt auch für den 75-jährigen Leiter unserer Schreinerei. Die Probleme begannen, als er im letzten Sommer zum ersten Mal seit drei Jahren in den dreimonatigen Heimaturlaub fuhr. Die Vertretung übernahm Br.Kizito. Dieser ertappte den Sekretär und einige Facharbeiter bei einem Diebstahl, entließ sie und stellte neue Kräfte ein. Der alte Meister kehrte aus dem Urlaub zurück und merkte bald, dass der neue Sekretär ihm nicht behagte. Also wurde auch der neue Sekretär entlassen, statt seiner sollte nun der junge Br.Bosco die Briefe am Computer schreiben. Als Bosco daran scheiterte, den Brief im Blocksatz zu formatieren, rief unser alter Meister den entlassenen Sekretär zurück. Am nächsten Tag hatte er diverse geschäftliche Angelegenheiten mit mir zu besprechen und sagte am Schluss leichthin, „Ach übrigens, ich hab meinen Sekretär wieder eingestellt.“ Ich hielt es für klüger, erst einmal nicht zu antworten, und mich mit Br.Petro und Br.Augustino zu beraten. Einerseits war klar, dass der alte Herr auf einen zuverlässigen Helfer angewiesen war, andererseits stellt Diebstahl bei uns ein sehr großes Problem dar, und jemanden, der wegen Diebstahls entlassen worden war, wieder einzustellen, hätte ein ziemlich falsches Signal an die anderen Arbeiter ausgesendet.
Wir baten unseren Pförtner, Herrn Ngosongo, der wegen seiner spritzig-witzigen Art bei jeder Feier durch das Programm führt, und die besten Kontakte ins Dorf hat, sich nach einem anderen Sekretär umzuschauen. Der alte Meister sagte, er brauche keinen anderen, mit dem jetzigen sei er zufrieden, und außerdem hätte er ja nur ein paar Wellblechplatten gestohlen, das wär‘ ja nicht so viel. So ging es eine knappe Woche lang hin und her, dann passierte etwas Erschreckendes: Der Sekretär starb. Er hatte an Sichelzellenanämie gelitten, einer Erbkrankheit, die in den Tropen recht häufig vorkommt, da die entsprechende genetische Veränderung einen gewissen Schutz gegen Malaria bietet. Weil man hier gerne nach einem Schuldigen für jeden Todesfall, und besonders für einen plötzlichen, sucht, kam das – natürlich völlig blödsinnige – Gerücht auf, Br.Kizito hätte den Ärzten im Krankenhaus gesagt, sie sollten ihm bei einer der Bluttransfusionen, wie sie zur Milderung der Krankheit eingesetzt werden, die falsche Blutgruppe geben.
Ein paar Tage nach diesem tragischen Todesfall kam dann Herr Ngosongo zu mir: Auf drei Zetteln hatte er je einen Namen notiert: „Die hier hat Form 6 (entspricht unserem Abitur), aber sie kann nur für kurze Zeit arbeiten, dann wird sie studieren. – Der hier hat nur Form 4 („Mittlere Reife“), und er kennt sich nicht mit Computern aus. – Und dann gibt es noch diese hier, eine Binti, die hat auch Form 4 und kennt sich mit Computern aus.“ Damit ist klar, dass nur die Binti in Frage kommt. Binti heißt „Tochter“, oft bedeutet das Wort aber „Junge Frau“. Als ich mir den Zettel genauer anschaue, sehe ich den Namen, „Dorice Ngosongo“. Damit ist klar, dass er nicht „eine Binti“, sondern „meine Binti“ gemeint hatte, und der Trick, erst zwei unmögliche Kandidaten zu nennen, und dann den (oder die), der (die) es werden soll, ist auch nicht schlecht (In Bezug auf die Bischofswahlen in Deutschland soll Kardinal Frings einmal gesagt haben: „Rom benennt drei Kandidaten, einen Chinesen, einen Japaner, und den, der es werden soll“).

Ein echter Prinz und zwei zerstörte Gräber

9. Februar 2013

dominik Am Montag kam Dietrick Gama direkt vom polizeilichen Verhör zu mir. Bei dem Namen „Gama“ spitzen die Leute hier ungefähr so die Ohren wie in Regensburg beim Namen „Thurn und Taxis“. Alle nennen ihn „Zulu“, denn seine Vorfahren haben das Volk der Wangoni vor über 150 Jahren aus dem Zululand in Südafrika hierhergeführt. Sein Vater war noch bis 1962 der Nkosi, was man auf Deutsch mit „König“, „Sultan“ oder „Häuptling“ übersetzt hat. In der Zulu-Strophe der südafrikanischen Nationalhymne wird sogar Gott so angeredet. Tansania hat gleich nach der Unabhängigkeit alle traditionellen Stammesführer entmachtet, sonst wäre sein älterer Bruder heute Herr über einige Hunderttausend Menschen.
Zulu arbeitet in der Autowerkstatt der Abtei, und vor ein paar Monaten beauftragte Br.Dominik ihn, einen Weg mit einem kleinen Bulldozer zu verbreitern. Bei dieser Arbeit sind zwei jahrzehntealte Gräber zerstört worden, die nur mit Mühe zu erkennen waren. Das gab große Aufregung, auch, weil es hier die Furcht gibt, dass die Toten ihre Gräber verlassen und den Lebenden schaden könnten. Nach der ersten Aufregung schien die Sache im Sande zu verlaufen, aber am Freitag wurde Zulu dann für Montag zum „Regional Crime Officer“ vorgeladen. Und am Dienstag flatterte eine weitere Vorladung, diesmal für Br.Dominik, auf meinen Schreibtisch. Darin ist der Vorwurf erwähnt: „knowingly and deliberately paying and ordering the destruction of locals‘ cemetery“ – er soll „wissentlich und absichtlich die Zerstörung des Friedhofes der örtlichen Bevölkerung bezahlt und angeordnet“ haben. Dominik ist zum Glück zur Zeit in Deutschland.
Bis hier hatte ich diesen Blog-Artikel schon vor einer Woche geschrieben, aber dann gab es zwei Entwicklungen, die mir den Spaß an diesem Artikel ziemlich verdorben haben. Zum einen erfuhr ich von den alten Missionaren hier, dass dieses Verfahren durchaus sehr ernst zu nehmen sei. Sogar von einer möglichen Gefängnisstrafe war die Rede. Zum anderen hat Br.Dominik in Deutschland mit Rücksicht auf seine Gesundheit entscheiden müssen, nicht wieder nach Afrika zu gehen. Da ich weiß, dass ihm diese Entscheidung nicht leichtgefallen ist, und weil ich ihn vermisse, bin ich erst einmal traurig.
Das Foto zeigt ihn in dem Café, das er mit viel Liebe und Einsatz ausgebaut hat. Ich habe es vor über vier Jahren aufgenommen; damals steckte er noch voller Energie, und die Parkinson-Krankheit schien ihm nichts anhaben zu können.

Was mache ich hier eigentlich ?

26. Januar 2013

verwaltung Gerade eben habe ich im “Zeit-Magazin” von einer italienischen Ordensschwester im Grenzgebiet zwischen Uganda und Südsudan gelesen. So weit entfernt ist das von hier nicht, nach Uganda bin ich vor vier Jahren mit dem Bus gefahren; drei Tagesreisen, eine sehr, sehr schöne Erinnerung. Doch die Welt dieser Schwester ist eine ganz andere als meine. Wenn ich mein Leben hier auf einer Skala zwischen 0 (“Genau wie in Deutschland”) und 10 (“Katastrophen-Afrika, wie man es sich vorstellt”) einordnen sollte, dann käme ich so ungefähr auf 3, aber die Schwester wäre ziemlich nah an 10.
Das Foto zeigt (von links nach rechts) Br.Leo, Herrn Elias und Br.Romano (schönen Gruß an Roman und Familie !) beim Ordnen der Rechnungen. Wir sind gerade dabei, den Jahresabschluss für 2012 zu machen, die bisher letzte Rechnung ist unter Nummer 11377 abgeheftet, also nicht unbedingt wenig Papier. Herr Zenda (Bank- und Behördenkontakte), Herr Elias (Buchhalter), Br.Petro (Buchhalter und mein Berater für alle Fragen der afrikanischen Kultur) und ich (was mache ich hier eigentlich ?) haben zum Glück vor zwei Wochen Verstärkung bekommen. Br.Leo und Br.Romano haben gerade erst ihr Noviziat beendet, sind also noch neu im Kloster und kümmern sich vor allem um die Dinge, für die bisher niemand Zeit hatte, z.B. mal herauszufinden, wer eigentlich in welchem Haus wohnt (die meisten der 170 Arbeiter/innen der Abtei wohnen in einem Haus der Abtei). P.Ludoviko, der Novizenmeister, ist auch zu uns gestoßen, er kümmert sich jetzt um die Angelegenheiten der Arbeiter. Klingt langweilig, wird aber etwas spannender, wenn es zum Beispiel um “Geister-Tagelöhner” geht. In diesem Fall hatte ein Lehrer der Berufsschule den Lohn für 10 Tagelöhner im Garten abgeholt, Br.Petro war der Sache nachgegangen und hatte festgestellt, dass nur 5 davon wirklich existierten.
Am Sonntag brachte mir einer unserer acht Wächter ein Gewehr, dessen Kolben gebrochen war. Ich musste daraufhin zum ersten Mal ein Gewehr aus dem Tresor nehmen und es ihm als Ersatz übergeben. Da ich mich vor vielen Jahren geweigert hatte, den Umgang mit Gewehren zu lernen, und stattdessen Zivildienst geleistet hatte (was ich bis heute nicht bereue), habe ich jetzt das dumme Gefühl, dass der Wächter mich auslacht, weil ich das Gewehr völlig falsch anfasse. Der Wächter nimmt das Gewehr, legt es auf den Tisch, dreht sich um, um irgendeinen Schlüssel zu holen, und schon ist das Gewehr auf den Boden gefallen. Schön, dass andere Leute auch nicht mit Gewehren umgehen können, und gut, dass wir nicht im Südsudan sind.

Vorurteile

8. Januar 2013

Als ich am Silvestertag auf unseren Flur ging, konnte ich etwas beobachten, das mich restlos begeistert hat: Unser alter Malermeister kam zu seiner Zimmertür, steckte den Schlüssel ins Schloss, schloss auf und ging hinein.
Was soll daran Besonderes sein ? Der alte Bruder ist dement. Vor einigen Monaten waren wir aus Mangel an Diesel gezwungen, nachts den Strom abzuschalten. Er hatte daher manchmal nachts Probleme, den Weg von seinem Zimmer zur Toilette und zurück zu finden. Unter den Deutschen wurde die Befürchtung laut, er könnte bei der vergeblichen nächtlichen Suche die Treppe herunterfallen (hier ein Vorurteil, das möglicherweise stimmt: Deutsche sind in Sicherheitsfragen ziemlich empfindlich). Daraufhin wurde beschlossen, ihn in ein Zimmer mit Nasszelle im Erdgeschoss zu verlegen. Das Zimmer hatte den zusätzlichen Vorteil, dass sein Zimmernachbar ein enger Vertrauter aus vielen gemeinsamen Missionsjahren war, der sich um ihn kümmern konnte.
Jetzt kommt das zweite Vorurteil, das möglicherweise stimmt: Deutsche machen gerne Pläne, die manchmal daran scheitern, dass die Menschen anders sind, als man geplant hat. Immer wieder stand der alte Mann vor der Tür seines früheren Zimmers, und probierte der Reihe nach die zahlreichen Schlüssel an seinem Bund aus, bis endlich jemand vorbeikam und ihm sagte, “Komm, du bist doch umgezogen, ich zeig dir eben dein Zimmer.” Eines Abends führte ich ihn um Neun auf sein Zimmer. Am nächsten Morgen sagte mir dann der afrikanische P.Benedikt: “Kurz nachdem du ihn aufs Zimmer geführt hattest, war er wieder an seinem alten Zimmer. Dann habe ich ihn zu seinem Zimmer geführt, bin zum Sport gegangen, und als ich zurückkam, musste ich ihn wieder auf sein Zimmer führen. Warum lasst ihr ihn denn nicht auf sein altes Zimmer zurück ?” Das hatte ich mich auch schon gefragt, aber ein erster Anlauf war an dem erwähnten, deutschen Zimmernachbarn und Vertrauten gescheitert. Jetzt nahm ich einen zweiten Anlauf und konnte ihn diesmal überzeugen. Den afrikanischen Prior, der für die Verteilung der Zimmer zuständig ist, musste ich nicht überzeugen; er ließ mich nur bis “es wäre doch besser …”, kommen und setzte selbst fort: “ihn auf sein altes Zimmer zurückzubringen.”
Unerwartete Schwierigkeiten machte allerdings der alte deutsche Schreinermeister, der die Zimmerschlüssel verwaltet. Doch auch dieser Widerstand ließ sich überwinden, und in der Weihnachtswoche ging der Umzug dann glatt über die Bühne.
Demenz ist auch in Deutschland schlimm, aber dort gibt es gut ausgebildete Altenpfleger, Ärzte, die viel Erfahrung damit haben, es gibt Sozialdienste und alle möglichen Beratungsangebote. Das alles fehlt hier, doch solange es irgend geht, wollen wir unseren alten Bruder in der Umgebung behalten, die ihm seit Jahrzehnten vertraut ist. Dumm ist er übrigens nicht: Er spricht fließend Deutsch und Suaheli, jeweils mit dem richtigen Gesprächspartner die richtige Sprache, und weiß auch über länger Zurückliegendes gut Bescheid. Mein Vorurteil, dass er nicht mehr richtig etwas wollen könne, dass er also keinen Willen im eigentlichen Sinne mehr habe, hat er kräftig widerlegt, als er nach dem Umzug freudestrahlend erzählte: “Ich bin wieder in meinem richtigen Zimmer zurück.”
Erst nachdem der alte Mann in sein Zimmer zurückgekehrt war, sprach ich mit Kisoki, seinem früheren Vorarbeiter und jetzigen Nachfolger. Er sagte mir: “Er hat mir immer gesagt, ‚Nein, das ist nicht das richtige Zimmer‘, gut, dass er jetzt wieder zurückgekehrt ist.” Weil ich das Vorurteil habe (das meistens stimmt), dass Afrikaner Älteren nicht zu widersprechen wagen, sage ich: “Du weißt, dass du jetzt der Werkstattleiter bist. Wenn er dir etwas sagt, und du etwas anderes für richtig hältst, dann mach es so, wie du meinst.” Seine wunderschöne Antwort bestätigt das Vorurteil, dass Afrikaner oft ein großes menschliches Einfühlungsvermögen haben (ein Vorurteil, das allerdings auch oft nicht stimmt): “Er stört doch nicht. Er kommt in die Werkstatt, nach einer Stunde sagt er, dass er müde ist, und geht wieder. Und wenn er mir was Falsches sagt, dann antworte ich halt, dass das jetzt nicht so wichtig ist. Seit 30 Jahren ist er ein Vater für mich.”

Fünf Kühe für die Menschlichkeit

6. Dezember 2012

fuenf_kuehe Neulich kamen Mzee Aidan und Mzee Damian zu uns. “Mzee” heißt “Alter” und gilt hier als Ehrentitel. 1972 hatte Br.Hermann, der deutsche Leiter unserer Farm, Aidan (damals noch kein Mzee) das Hüten einer Kuhherde anvertraut und ihn dafür mit einer Kuh pro Jahr entlohnt. 2002 hatte Br.Hermann dasselbe nochmals wiederholt. Mzee Aidan hat die Kühe auf seinem eigenen Land weiden lassen, aber nie eine Kuh erhalten. Jetzt wollen wir die Kuhherde auf unser Land zurückholen, aber vorher fordert Mzee Aidan logischerweise den versprochenen Lohn für die zehn Jahre von 2002 bis 2012. Br.Hermann ist im vorigen Jahr gestorben, das macht die Verhandlungen nicht gerade einfacher. Sie ziehen sich jetzt schon seit einem halben Jahr hin, denn der Mzee ist mit 10 Kühen nicht zufrieden. “Er ist ein Diktator,” sagt Br.Gregory, der neue, junge Leiter unserer Farm. Beim letzten Treffen mit Br.Gregory hat Mzee Aidan ihm eine lange Liste mit verschiedenen Aufwendungen mitgegeben, die er gehabt hat (z.B. “Medizin für die Kühe”), aber er hat weder konkrete Ausgaben genannt noch eine konkrete Forderung gestellt. An dem Treffen jetzt nehmen vonseiten der Abtei fünf Brüder teil, Mzee Aidan hat nur Mzee Damian mitgebracht, offensichtlich ein Freund, der geschickter reden kann als er selbst. Br.Petro liest einen Brief vor, den wir am Vortag verfasst haben, in dem wir höflich danken und fünf Kühe zusätzlich anbieten, also zusammen 15. Mzee Aidan ist offensichtlich nicht zufrieden, er meint, die Abtei könne doch “Menschlichkeit” zeigen, “selbst wenn es nur 20 Kühe wären.” Im übrigen, wenn er die Kuh wie versprochen gleich an jedem Jahresende bekommen hätte, dann hätte er ja jetzt auch den Nachwuchs von diesen Kühen. So geht die Diskussion hin und her. Ich frage, warum Br.Hermann eigentlich die Kühe nicht schon am Jahresende übergeben hat. Mzee Damian erklärt: “Br.Hermann und Aidan waren doch wie Vater und Sohn.” Als Gregory den Vorschlag macht, jetzt sollte sich erst noch mal die Seite der Abtei zusammensetzen und ein neues Angebot formulieren, platzt Br.Dominicus der Kragen (“Die Afrikaner wollen ständig reden”, sagt er mir nachher), und er kürzt die weitere Diskussion ab, indem er nochmal um 5 Kühe erhöht, also 20 Kühe anbietet. Der massige Mzee Aidan steht aus seinem Sessel auf und lässt sich auf ein Knie nieder, was etwas komisch aussieht, weil zwischen dem Sessel und dem niedrigen Tisch, um den wir herumsitzen, nicht viel Platz ist. Durch dieses Hinknieen zeigt er sich nun auch gegenüber Dominicus als guter Sohn und erkennt dessen menschlich-väterliche Güte an. Alles scheint gelöst, doch Br.Gregory hat noch etwas auf dem Herzen: “Mzee Aidan, du bist Bauer und ich bin Bauer. Es wäre nicht gut, wenn du dir jetzt nur fette Kühe aussuchen würdest.” Dass ein so junger Mann wie Gregory einem Mzee widerspricht, sorgt für ein Stutzen in der Runde, und für einen Moment wird es nochmals kritisch. Aber dann sagt Mzee Damian, “Das ist doch klar. Aidan wird fette und weniger fette Kühe nehmen. Und auch ein Kalb fällt unter den Begriff ‚Kuh‘.”
Damit ist der Fall erledigt. Beim Herausgehen sage ich zu Gregory, „Sieh bitte zu, dass du alle Abmachungen schriftlich triffst.“
Die Herde auf dem Foto ist mir neulich beim Radfahren entgegengekommen.

Etwas absolut Gutes

8. September 2012

„Diese Liste ist etwas absolut Gutes,“ heißt es in dem bekannten Film über Schindlers Liste.
Vorgestern las ich auf den Seiten der Tagesschau zum 50-jährigen Jubiläum der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, dass Entwicklungsgelder auch Schaden anrichten können, nämlich wenn sie die Empfänger zur Passivität verführen oder Korruption fördern. Das erleben wir auch hier immer wieder im Kleinen, und so hat unsere Arbeit in Peramiho neben den guten Seiten auch ihre Schatten (ich hoffe, dass die guten Seiten relativ überwiegen).
Doch eine Einrichtung von Peramiho beeindruckt mich immer wieder: Das Krankenhaus. Wenn man in Dar es-Salaam beim Einkauf angibt, dass man aus Peramiho kommt, heißt es oft: „Ah, Peramiho, da gibt es doch ein gutes Krankenhaus.“ Die Patienten kommen aus einem Umkreis von 500 km zu uns, nicht etwa nur aus dem „Busch“, wo es keine Krankenhäuser gibt, sondern auch aus dem Nachbarland Malawi oder aus der Universitätsstadt Iringa, die fast eine Tagesreise mit dem Auto entfernt liegt.
Gestern feierte der Direktor, Br.Dr.Ansgar, sein 25-jähriges Jubiläum als Missionsarzt in Peramiho. Ich habe ihn vor 18 Jahren kennengelernt. Damals hatte er sechs Wochen lang Zeit, uns – einer Vierergruppe von jungen Mescheder Mönchen – das Land und die Arbeit der Benediktiner zu zeigen. Wieso er so viel Zeit habe, fragte ich ihn, und erhielt die überraschende Antwort: „Ich möchte meine Mitarbeiter darauf vorbereiten, dass sie auch ohne mich auskommen können.“ Das ist ihm anscheinend gelungen; seit 10 Jahren koordiniert er von St.Ottilien aus die gesamte Missionsarbeit unserer Kongregation. Die Verantwortung als Krankenhausdirektor nimmt er per E-Mail und durch zwei oder drei Besuche pro Jahr wahr. Weil er frühzeitig in die Aus- und Fortbildung der afrikanischen Ärzte investiert hat, funktioniert das Krankenhaus immer noch, und rettet – genau wie Schindlers Liste – das Leben von Menschen.
Moment mal, kann ich jetzt gar nichts Kritisches schreiben ? Am Tag vor der Feier wollte ich mich mit ihm verabreden. Er schaute auf den Ablaufplan des Festes: „Um Viertel nach 7 ist die Messe, danach geht es erst um 12 Uhr weiter. Also können wir uns um 9 treffen.“ Als ich ihn dann eine Viertelstunde nach der verabredeten Zeit endlich gefunden habe, ist er zwischen Ärzten und Schwestern in einem Festumzug eingekeilt. „Nach 25 Jahren bin ich immer noch so naiv, dass ich gedacht habe, in einem afrikanischen Fest könnte es eine Pause geben,“ erklärt er mir.
Das Foto zeigt die Gabenprozession während der Festmesse: Die Schwestern und Pfleger haben auf ihren Hemden ein Foto von Br.Ansgar. Warum sie aber ausgerechnet Besen zum Altar bringen, weiß ich wirklich nicht. Handelt es sich um eine Kampagne „Sauberkeit bedeutet Gesundheit ?“

Wenn die deutsche Geschichte einen einholt

16. August 2012

Am Dienstag treffe ich zwei alte Herren auf einer Bank. Pater Bruno kenne ich schon. Er meint: „Du hast heute Morgen aber nicht gesagt, wer ihn ermordet hat. Hast du dich geschämt ?“ Damit spielt er auf meine Einleitung in die Messe am Gedenktag von Maximilian Kolbe an, der 1941 in Auschwitz ermordet wurde. „Doch,“ sage ich, „ich habe die ‚Regierung von Hitler, dem Deutschen‘ genannt. Danke übrigens, dass du mich an unsere Schande erinnerst,“ setze ich halb scherzhaft hinzu. Wie erklärt man einem tansanischen Priester, der nie in Deutschland war, und sicherlich nicht den geschichtlichen Hintergrund beurteilen kann, unser Verhältnis zu Hitler ? Soll ich jetzt eine lange Vorlesung über die zwiespältige Rolle der Kirche im Nationalsozialismus halten ?
Der Geschichtslehrer in mir entscheidet sich für die didaktischen Methoden „Vereinfachung“ und „Bezug zur Lebenswelt der Zuhörer“: „Hitler war auch ein Feind der Kirche. Zum Beispiel hat er alle Klöster unserer Kongregation aufgehoben. Deshalb ist ja auch die Kirche hier in Peramiho völlig ohne europäisches Geld gebaut worden, vor allem dank der Hilfe der Bewohner von Peramiho.“ Da steigt der andere alte Herr in das Gespräch ein: „Ich war damals Schüler. Und mit diesen Händen hier habe ich Ziegel für die Kirche geformt. 1943 war das. Und 1948 ist die Kirche geweiht worden. Da war ich Messdiener. Matthew hieß der Bischof, der sie geweiht hat.“ Pater Bruno fällt ein: „Bei der Kirchweihe war ich auch dabei.“ Die Leute von Peramiho sind auf die Kirche ungefähr so stolz wie die Kölner auf ihren Dom.