Archive for the ‘Havanna: Die Stadt’ Category

Übeltäter

17. Oktober 2009

Das Gebäude befindet sich in der Altstadt Havannas an der Calle San Ignacio, also auf dem Weg von der Kathedrale zur Plaza Vieja, dem schönen, alten Platz mitten im Zentrum.
Die große Tafel sagt: „Hinweis an die Gemeinschaft der Nachbarn. Dieses Gebäude ist dabei, von einer Gruppe von Übeltätern zerstört zu werden, die in es eindringen, um alles zu stehlen, was sie können. Das Schlimme sind nicht nur die Schäden, die sie schon an einer Immobilie verursacht haben, die zu Wohnungen für die, die sie nötig haben, bestimmt sein wird, gemäß den Planungen, die Sie kennen. Das wirklich Schlimme ist, dass sie dabei sind, die Mauern zu schwächen, die Wände zu zerstören, so dass sehr bald das Gebäude eine Ruine sein wird, so dass sogar Unglücke mit Personen auftreten können, die niemand vermeiden kann.
Lassen Sie das nicht zu. Organisieren Sie sich. Statuieren Sie ein abschreckendes Beispiel und retten Sie Ihre eigenen Häuser.
Büro des städtischen Denkmalpflegers.“
Fazit: Nicht nur wir Deutsche, auch die Kubaner haben eine Vorliebe für lange, komplizierte Sätze. Im ersten Satz kommt sogar eine Verlaufsform im Passiv vor (Spanisch: está siendo destruido, Englisch: is being destroyed, Deutsch: ist dabei, zerstört zu werden).

Fahrzeuge

27. Juli 2009

Diese beiden Fahrzeuge sind mir in den letzten Tagen aufgefallen. Das obere habe ich vor allem wegen der Fahne aufgenommen, die Erinnerungen an das 40-jährige Staatsjubiläum vor 20 Jahren weckt.
Den Fahrzeugtyp auf dem unteren Foto sieht man hier recht häufig als Taxi für die Touristen (hinter dem Fahrersitz befinden sich zwei Sitzplätze). Der Spruch lässt sich ungefähr mit „Schmeckt nach Tropen“ wiedergeben.

Manche Vorurteile stimmen

19. Mai 2009

Nämlich, dass in Havanna viele alte amerikanische Straßenschlitten unterwegs sind. Manche extra für Touristen, andere als Taxis für die Einwohner. Das Taxi kostet 10 Peso, also circa 30 Cent, unabhängig von der Entfernung. Dafür sitzen die Passagiere natürlich auch dicht gedrängt.
Man muss sich deutlich sichtbar an den Straßenrand stellen und dem Fahrer ein Zeichen geben. Wenn er hält, fragt man, ob der Taxifahrer ein bestimmtes Ziel anfährt. Das hängt dann natürlich von den anderen Passagieren ab und davon, ob das Ziel nicht allzu abgelegen ist. Für Touristen sind diese Taxis nicht gedacht, aber ich bin hatte schon zweimal die Gelegenheit, das Fahrgefühl zu genießen und den besorgten Ton in der Stimme des Fahrers zu hören, als er sagte, „Die Tür bitte ganz sanft schließen.“

Vergleiche

29. März 2009

Vor sechs Wochen bin ich aus Dar es-Salaam (Foto oben) abgereist. Da bietet es sich an, die beiden tropischen Großstädte etwas zu vergleichen. Beide haben ungefähr 3 Millionen Einwohner, deren Hautfarben in Dar von dunkel bis schwarz reichen, hier dagegen sehr bunt gemischt von weiß bis schwarz.
Es gibt hier zwar viel mehr Autos, dafür aber auch entsprechend mehr gut geteerte Straßen. Staus, die in Dar regelmäßig auftreten, scheinen hier ebenso unbekannt zu sein wie ungeteerte Straßen. Der öffentliche Nahverkehr spielt sich in Dar nur in den Dala-Dalas ab, den kleinen, überfüllten Linienbussen mit 18 bis 30 Sitzplätzen. Hier gibt es außer den Linienbussen (teilweise modern, teilweise alt, ziemlich groß, manchmal sogar mit Gelenk, aber auch überfüllt), auch Sammeltaxis, meist in Form von uralten amerikanischen Straßenkreuzern.
Als ich vorgestern Abend in eine schattige Allee mit einem breiten Fußweg in der Mitte und vielen Bäumen einbog (Foto unten), dachte ich spontan, „Das ist aber schön hier.“ Das habe ich in Dar nie gedacht, denn dort fehlen sowohl die Fußwege als auch die Bäume.
Jetzt will ich aber fair sein. Ich habe mich immer gefreut, wenn ich nach Dar gekommen bin, was an den Menschen und an der faszinierenden Stimmung in den Straßen lag, die mich immer ein wenig an das Bagdad aus „Tausendundeiner Nacht“ erinnert hat.