Archive for the ‘Kuba: Die Natur’ Category

Hitzefrei

25. August 2011

In der Nacht zu gestern ist der Hurrikan Irene nördlich an Kuba vorbeigezogen. Hier in Havanna war gar nichts zu spüren, nur schwüle Hitze. Die hat sich aber nicht in einem Gewitter entladen, es gab nicht einmal ein kleines bisschen Regen und auch keine Abkühlung. Gestern habe ich meinen Spanischlehrer mit der Forderung „Hitzefrei“ empfangen. Er kann ein wenig Deutsch, aber das Wort war ihm unbekannt. Auf meine Erklärung hin meinte er, Hitzefrei gebe es auf Kuba nicht, sonst würde ja nie Unterricht stattfinden. Am Mittag kam dann eine meiner Deutschschülerinnen vorbei und fragte, ob wir den Unterricht nicht am 15.September fortsetzen könnten. Wenn wir wie geplant am 1.September wieder anfangen würden, wäre es doch noch viel zu heiß, und außerdem seien Anfang September ja auch noch Schulferien.
Also: Es besteht Hoffnung, dass die Hitzewelle irgendwann abebbt.
Das Foto von den beiden jungen Männern, die an der Hafeneinfahrt ins Meer springen, habe ich gestern gemacht. Der Spaß bringt zwar Abkühlung, ist aber wegen der Felsen im Wasser absolut nicht zu empfehlen.

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Töten kann sehr befriedigend sein

25. November 2010

Manche Dinge kann man nur mit Humor ertragen. Vor einiger Zeit habe ich im großen Supermarkt gefragt, ob sie Lomaté („Ich-habe-ihn-getötet“) hätten, ein Espray mata-mosquito („Spray Töte-Moskito“). Auf die verneinende Antwort der Verkäuferin reagiere ich mit einem resignierten, „Dann muss ich sie halt weiter mit der Hand töten.“ Zwei Wochen später frage ich wieder, die Antwort lautet: „Sie müssen weiterhin die Hand benutzen.“ Auf meinen verwunderten Blick hin erklärt sie mir: „Sehen Sie, ich habe mir Ihren Witz gemerkt.“ Kurz danach finde ich das Gesuchte an einer Tankstelle. Und wenn mich jetzt mal wieder so ein Viech an einer empfindlichen Stelle am Fuß sticht (sie suchen sich eigentlich immer die besonders empfindlichen Stellen), dann sprühe ich. Und stelle fest, dass das Gefühl von befriedigtem Rachedurst doch schöner ist, wenn man sie mit der eigenen Hand erschlägt und sich dann das Blut von der Hand abwischt.

Vom Wetter

17. Dezember 2009

Aus Anlass des Kopenhagener Klimagipfels schreibe ich mal wieder über das Thema, das eigentlich immer aktuell ist. Bei der Rückkehr aus dem kalten Bogotá (das ungefähr so hoch liegt wie die allerhöchsten Alpenpässe) dachte ich spontan, „Ist das schön warm hier.“ Seitdem haben die Temperaturen noch mal etwas zugelegt. „Für Dezember zu warm,“ sagen die Einheimischen, und ich finde auch, dass es ruhig ein bisschen kühler werden könnte. Immerhin liegt Kuba auf der Nordhalbkugel, die kalte Jahreszeit sollte also auch hier jetzt stattfinden. Immerhin ist es nicht so schlimm wie im Juli oder August, allerdings gibt es mehr Mücken. Zwei habe ich heute schon erlegt, aber noch mehr haben sich an meinem Blut genährt. Und sie stechen zu jeder Tageszeit !
Das Foto habe ich vor wenigen Tagen gemacht; die Kinder haben ihren Spaß mit den Brechern, die über die Ufermauer spritzen; aber der Gedanke, dass die Durchschnittstemperatur unseres Planeten um 6 Grad steigen könnte, ist hier noch beunruhigender als in Deutschland.

P.S. Gerade haben wir „Ein Jahr Benediktiner in Kuba“ gefeiert – P.Emmanuel ist am 17.12.2008 als erster hier eingetroffen, inzwischen sind wir zu sechst.

Drei Generäle und zwei Rekorde

25. Juni 2009

Maximo Gomez, der heute freundlich von den 10-Peso-Scheinen lächelt (auf dem oben zu sehenden Denkmal sieht er nicht ganz so freundlich aus), war einer der kubanischen Befehlshaber in den beiden Unabhängigkeitskriegen gegen die spanischen Kolonialherren (1868-78 und 1895-98).
Von ihm stammt der Spruch: „Meine drei besten Generäle: Juni, Juli und August.“ Für die Leser/innen, die gerade nicht unter dem kubanischen Wetter leiden, muss ich das wahrscheinlich erklären: Die spanischen
Soldaten waren wegen der Hitze einfach zu erschöpft zum Kämpfen. Allerdings ist mir nicht ganz klar, wieso die kubanischen Soldaten von Maximo Gomez kämpfen konnten, denn die Kubaner vertragen die Hitze auch nicht besser als wir. Heute morgen um Acht war unser Spanischlehrer schon vor Unterrichtsbeginn offensichtlich erschöpft.
„General Juni“ hat mir schon zu zwei persönlichen Rekorden verholfen: Ich saß ruhig an meinem Schreibtisch und war trotzdem völlig verschwitzt. Und: Ich habe dreimal an einem einzigen Tag geduscht.
Die Kubaner kündigen uns ständig an, dass es im August noch schlimmer würde, aber es gibt ja ein paar Hilfsmittel, die Dusche, körperliche Bewegung (auf dem Fahrrad). Außerdem kann man tropische Strände (das Foto unten stammt von unserer Fahrt nach Jaruco, als wir unterwegs am Strand angehalten haben) schlecht ohne tropisches Klima haben.

Wetter

25. März 2009

Havanna liegt am Nordrand der Tropen, es ist zum Glück nicht so heiß, wie ich mir das vorgestellt hatte. Im Moment sind die Temperaturen durchaus erträglich, am Samstag und Sonntag hat es leicht geregnet, seitdem ist es trocken. Die Kombination von frischer Seeluft und Sonne ist einfach schön. Von Mai bis Oktober soll es dann recht viel regnen und außerdem ziemlich heiß werden. In Peramiho war das anders, da brachte der Regen nach den heißen Monaten die ersehnte Abkühlung.

Inzwischen habe ich herausgefunden, dass ich in einem Hotel mit mein Notebook mit drahtlosem Internet-Anschluss benutzen kann, deshalb kommt heute zum ersten Mal ein Foto, am Samstag von unserem Dach aus aufgenommen.