Plötzlich auftretende Feiertage

Die letzten Tage habe ich in Mosambik, Tansanias südlichem Nachbarland verbracht. Hier folgt der erste Teil des Reiseberichtes:
Mittwoch komme ich in Dar es-Salaam in unserem Haus in Kurasini bei Br.Bakanja und P.Titus an, Donnerstag soll Ruhetag sein, Freitag will ich dann Richtung Mosambik aufbrechen. „Halt, für Mosambik kriegst du das Visum nicht an der Grenze, sondern nur hier in Dar es-Salaam“, warnt Bakanja mich am Donnerstag Nachmittag.
Also gehe ich am Freitag erst einmal zur Botschaft von Mosambik, ein Touristenvisum bekommt man für die meisten Länder ja ziemlich leicht, zumindest, wenn man einen deutschen Pass hat. An der Botschaft erfahre ich, was ich alles brauche: Einen formlosen Antrag – wird sich wohl machen lassen; Nachweis der Gelbfieberimpfung – meinen Impfpass habe ich dabei. Eine Buchung in einem Hotel in Mosambik und ein Kontoauszug, der nachweist, dass ich genug Geld für den Aufenthalt dort habe – oh Schreck, vielleicht gehört Mosambik nicht zu den „meisten Ländern“, von denen ich oben geschrieben habe.
Also erst einmal zurück. Titus hat schon Erfahrung mit Visa für Mosambik, er ist ohne Weiteres bereit, mir den Kontoauszug von Kurasini zu geben, allerdings muss er den erst von der Bank holen – als ich ihn dann in der Hand halte, ist es schon Freitag Abend, das Wochenende ist also verloren.
Am Montag bin ich um 9 frohgemut erneut bei der Botschaft. Der freundliche Herr hinter der schwarzen Glasscheibe, der meine Unterlagen entgegennimmt, lehnt meinen handgeschriebenen Antrag ab – der formlose Antrag muss mit Computer getippt sein. Außerdem stört ihn, dass ich zwar die Adresse eines Hotels angegeben habe, aber keine Reservierung vorweisen kann. Nachdem wir einige Zeit über das Hotel diskutiert haben, rät er mir, in einem Schreibwarengeschäft in der Nähe den Antrag in den Computer zu tippen und dann wiederzukommen. Um 10 bin ich wieder da, der freundliche Herr ist inzwischen in seine Zeitung vertieft, dafür nimmt seine Kollegin sich meiner an: „Sie müssen morgen wiederkommen, heute ist Feiertag. Wir haben es gerade per Telefon erfahren. Unser Chef ist schon weggegangen. Ohne Reservierung bekommen Sie kein Visum, da hätten Sie sich den Aushang mal besser durchlesen sollen.“ Ich weise den zeitunglesenden Herrn darauf hin, dass er mich nicht besonders gut beraten hat, dann kehre ich frustriert zurück. Bakanja und Titus lachen herzlich über die Sache mit dem Feiertag und erklären mir, dass die Mosambikaner sehr kompliziert sind, bei Tansaniern machen sie genauso viele Schwierigkeiten wie bei Europäern.
Am Dienstag winkt mich die Wache am Tor der Botschaft einfach durch, ohne dass ich mich – wie sonst – ins Besucherbuch eintragen muss. Offensichtlich kennt man mich inzwischen. Oh Wunder, diesmal wird alles akzeptiert. Ich darf mich auf den Fußweg zur Bank machen, 95 Dollar einzahlen, und mit dem Einzahlungsbeleg zurückkehren. Morgen um Drei, so verspricht man mir, ist das Visum fertig. Bakanja und Titus lachen wiederum, als sie erfahren, dass es bei booking.com einige Hotels gibt, die man auch ohne Kreditkarte oder sonstige Bezahlung reservieren kann. Am nächsten Tag – es ist mein sechster Besuch – übergibt mir der Herr sehr freundlich meinen Pass mit Visum, und als ordentlicher Deutscher storniere ich auch gleich die Hotelbuchung.

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