Die Preise sinken mit zunehmender Entfernung von der Not, Teil I

Am Sonntag sind wir von Dar es-Salaam weiter nach Ndanda, der großen Benediktinerabtei im Südosten des Landes, gefahren. Wir, das sind Br.Petro, Herr Zenda und ich von unserem Verwaltungsteam, Fahrer Joel Nchimbi und schließlich Thomas. Thomas hat über einen Bekannten von unserer Fahrt erfahren und gebeten, mitfahren zu dürfen, weil er wegen des Todes seines Vaters dringend nach Hause muss.
Die Straße ist neu gebaut, die 600 km bis Ndanda wären also kein Problem, wenn da nicht die 60 km in der Mitte wären, die immer noch nicht fertig sind. Br.Andreas ist am Samstag Vormittag dieselbe Strecke gefahren, aber am Nachmittag war er schon wieder in Dar es-Salaam: Er musste umkehren, weil liegengebliebene Lastwagen die ganze Straße verstopften. „Aber mit eurem Auto kommt ihr durch, fahrt einfach vor den Bussen und LKWs los“, rät er uns. Um Punkt fünf Uhr also fahren wir ab, gleichzeitig mit einem Auto von Ordensschwestern, die auch nach Ndanda wollen. Um sieben: Reifenpanne. Zusätzliches Problem: Die Kurbel des Wagenhebers fehlt. Da hält auch schon das Auto der Schwestern neben uns, deren Wagenheber ist vollständig, und nach zehn Minuten können wir weiterfahren. Doch ohne Reserverad wollen wir das schwierige Stück nicht in Angriff nehmen, also halten wir an einer der zahlreichen kleinen Dorf-Werkstätten. Nur ein Junge von 15 oder 16 Jahren ist da. „Machst du das selbst ?“, fragt Br.Petro ungläubig. Ja, er macht es selbst, zumindest versucht er es. Als er dann aber einen Keil benutzen will, um den Eisenring zu öffnen, der den Reifen zusammenhält, nimmt unser Fahrer ihm das Werkzeug aus der Hand, „Der ist zu breit.“ Der Fahrer schleift in der Werkstatt den Keil schmaler, der Junge wird auf die Rolle eines Zuschauers reduziert (im Bild rechts, mit dem roten Hemd), während der Fahrer und Br.Petro (links im Bild) den Keil in den Ring zu treiben versuchen. Als das misslingt, lassen wir den Jungen stehen und gehen zur nächsten Werkstatt, drei Häuser weiter. Dort verfügt ein Erwachsener über das richtige Werkzeug, öffnet den Reifen und holt den mehrfach geflickten Schlauch heraus. Einer der Flicken ist abgerissen, so ist das Loch entstanden. Mit Pattex wird ein neuer Flicken aufgeklebt, das Rad wieder zusammengesetzt. Der Spaß hat uns 3000 Schilling gekostet (1,50 €).

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