Ein weites, flaches Land mit Regen und Joghurt

In Ouagadougou (sprich „Wagadugu“), der Hauptstadt Burkina Faso’s (früher: Obervolta) sind Jacques, Martin und Cyrille im letzten März hängen geblieben, weil ihnen für den Flug nach Kuba das französische Transit-Visum fehlte. Die Nonnen von Koubri hatten sie aufgenommen, und so wollte Jacques nach afrikanischer Sitte den Nonnen mit mir gemeinsam einen Dankesbesuch abstatten. Für die Erneuerung seines Reisepasses (er ist voll !) musste er aber eher als geplant nach Lomé (Hauptstadt Togos) fahren, und so hat er Br.Nicolas, der aus Burkina Faso stammt, gebeten, mit mir nach Koubri zu fahren. Zuerst hieß es, wir würden den Linienbus nehmen, dann, wir würden im Auto von zwei Ordensschwestern mitfahren. Das Auto musste in die Werkstatt, und Br.Nicolas kann gar nicht reisen, weil seine Papiere einem Brand in seinem Zimmer zum Opfer gefallen sind. Also fährt P.Boniface mich und die beiden Schwestern im Minibus nach Koubri. Der Süden von Burkina Faso, durch den unsere Reise führt, ist sehr flach („weites Land, hoher Himmel“, oberes Foto), man sieht viele Schaf- und Rinderherden mit ihren Hirten, Eselskarren, Motorroller, Fahrräder (Foto unten) und völlig überladene Lastwagen und Minibusse prägen das Straßenbild. Eigentlich ist das Land trocken, schon am Übergang zur Sahel-Zone gelegen, aber während unserer Fahrt regnet es kräftig.

Als wir in Koubri ankommen, ist es schon dunkel, die Benediktinerinnen begrüßen uns und besonders unsere beiden Begleiterinnen, die ihre dreijährige Ausbildung dort verbracht haben, herzlich. Gierig verschlinge ich den selbst gemachten Joghurt, für den das Kloster bekannt ist. Er wird meinem Magen sicher besser bekommen als Fledermäuse. Der nächste Vormittag vergeht mit dem vergeblichen Versuch, den Abt des benachbarten Mönchsklosters zu grüßen („Die Mönche sind gerade in einer Sitzung“, sagt uns der Junge an der Pforte), und den Nachmittag würde ich am liebsten vergessen. „Mach dir keine Sorgen, ich schlafe lange, und dann bin ich morgen fit für die Rückfahrt,“ sage ich vor dem Abendessen, bei dem ich nur vorsichtig etwas Brot und ein paar Nudeln zu mir nehme, zu Boniface. Als ich eine Stunde später von der Toilette komme, sage ich ihm, „Ich glaube, ich habe doch ein Problem.“ Am nächsten Tag aber fühle ich mich wirklich fit. „Das war der Joghurt,“ meinen unsere Begleiterinnen, „als wir damals hier waren, haben wir eine Woche gebraucht, um uns daran zu gewöhnen, aber danach hörten die Magen-Probleme auf.“ Als wir auf der schlechten Piste wieder Richtung Ouagadougou schaukeln, kommt von der Rückbank, wo eine Mutter mit Kleinkind sitzen, die wir ein Stück weit mitnehmen, ein sehr „flüssiges“ Geräusch. Boniface fragt sofort, „Was war das ?“ Es war der Mageninhalt des Kleinen, der sich nun auf auf dem Fußboden des Autos befindet, was der Mutter nicht besonders peinlich zu sein scheint. War’s das Schaukeln des Autos oder auch der Joghurt ?

Diesen Anblick hatten wir noch öfter; beachte das „Sicherheitsschuhwerk“ des stehenden Mannes.

Das Foto zeigt den modernen Teil Ouagadougous mit dem „Denkmal der Volkshelden“.

Raststätte für Lastwagenfahrer an der Hauptstraße nach Togo: Rechts auf dem Tisch ganze Hammel, die mit Stöcken zwischen den Beinen gestreckt werden. Beachte den hungrigen Blick bei dem Wesen links auf dem Dach.

Der Name „Burkina Faso“ bedeutet übrigens „Land der Aufrechten“. Ich glaube, ich habe etwas Spott in der Stimme der Togolesen gehört, die mir das erklärt haben.

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