Fotos zu den „Häuptlingen“

Am 20.8. bin ich nach drei sehr schönen, viel zu kurzen Wochen Togo in Deutschland gelandet. Die ersten Artikel habe ich von meinen Eltern aus (herzlichen Gruß !) hochgeladen, den Artikel über die „Häuptlinge“ dann am letzten Dienstag vom Pariser Flughafen aus. Inzwischen bin ich wieder sicher im heißen Havanna gelandet und reiche hier die Fotos zum „Häuptlinge-Artikel“ nach. Der erste Versuch, sie hochzuladen, ist vergangenen Freitag hier an der Internet-Verbindung gescheitert.
Das obere Foto zeigt den Chef-Quartier an seinem großen Tisch, daneben Erzabt Jeremias und rechts die Brüder Eugène und Blaise. Der leere Stuhl zwischen dem Erzabt und Br.Eugène ist meiner, wie man an der Kameratasche sieht, die dahinter auf dem Boden steht.
Das untere Foto zeigt den Häuptling der Peuhl, dahinter in gebührendem Abstand einer seiner ältesten Söhne. Von den jüngeren geht inzwischen einer in Agbang auf die Sekundarschule. „Wir haben ihnen gesagt, dass wir für sie die Brunnen bohren, wenn sie ihre Kinder auf die Schule schicken,“ sagt Br.Eugène mir später. Ich denke an die Unterwürfigkeit, mit der die Peuhl ihrem Häuptling begegnet sind, sogar die erwachsenen Söhne, und frage: „Aber wenn die Söhne Lesen, Schreiben und Französisch können, untergräbt das nicht die Autorität des Vaters, der Analphabet ist ?“ „Nein,“ meint Eugène, „auch die Peuhl sehen die Vorteile ein, die sie von der Bildung haben. Übrigens können sie sich dann auch direkt mit den Forschern aus Europa unterhalten, ohne dass ich übersetzen muss.“
Da treffen Welten aufeinander – auf der einen Seite Eugène aus dem Volk der Kabiyé, der Französisch, Englisch und etwas Deutsch spricht, in Österreich gewesen ist und „bildungsferne Familien“ davon überzeugt, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Auf der anderen Seite die Häuptlings-Familie vom Volk der Peuhl, die – bis auf den einen Jungen, der zur Schule geht – Analphabeten sind und so urtümlich leben, dass die Ethnologen aus Europa sich bei ihnen „die Klinke in die Hand geben.“
Die Peuhl sind natürlich faszinierend, aber ich möchte nicht der Sohn sein, der schon vom Alter schlechte Zähne hat, aber sich immer noch in respektvollem Abstand hinter seinen Vater, der nicht weiß, wie viele Söhne er hat, auf den Boden hocken muss. Und die Tochter, nach der gar nicht erst gefragt wurde, möchte ich erst recht nicht sein.

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