Kloster bauen

Ich solle doch mal etwas vom Klosterbau berichten, haben mir Freunde aus Dortmund geschrieben (ganz herzlichen Gruß !). Immerhin kann ich berichten, worum ich nichts berichten kann.
Für Ende Januar hatten wir den Besuch einer deutschen Landwirtschaftsfachfrau geplant, die in Kolumbien lebt. Sie musste wegen des Todes ihres Vaters kurzfristig absagen. Für April hatten wir dann den Architekten eingeladen, der das zweitjüngste Kloster unserer Kongregation gebaut hat, in Digos auf den Philippinen. Dessen Reise ist an dem isländischen Vulkan gescheitert, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe. Sein Besuch steht jetzt immerhin für Juni in Aussicht.
Das größere Problem ist aber, dass wir in der Zwischenzeit hier auch nicht untätig waren, sondern nach Wasser gesucht haben. Dass ich der Wünschelrute nicht vertraue, habe ich schon geschrieben. Sowohl die Physik als auch die Statistik sprechen dagegen. Und die Berichte über erfolgreiche Wünschelrutengänger, die mir meine Brüder aus Togo, von den Philippinen und aus Bayern erzählt haben, berichten natürlich nur von Einzelfällen, die statistisch gesehen gar nichts aussagen. In unserem Einzelfall hat der Wünschelrutengänger nichts gefunden, dafür aber ein geologisches Gutachten erstellt, das nach einer ausführlichen Analyse der Gesteinsschichten zu dem Ergebnis kommt: „Es gibt kein Wasser.“ Im Vertrauen hat er uns gesagt: „Die Wünschelrute habe ich in dem Gutachten nicht erwähnt, weil es Leute gibt, die nicht daran glauben.“ Er ist nicht der einzige Experte, der zu diesem Ergebnis gekommen ist. Wir haben eine einzige Nachbarin, zu der wird das Wasser mit einem Tankwagen gebracht. Sie lebt alleine; die Tankwagenlösung ist für ein Kloster, das auf viele Gäste hofft, nicht möglich. Dann gibt es noch einen Teich auf unserem Gelände, aber der hat keinen Zufluss, sondern fängt nur das Regenwasser auf. Ob man nicht Trinkwasser und Brauchwasser trennen könne, um den Wasserbedarf zu reduzieren, habe ich gefragt. „Ja, ja, wir wissen, dass es solche Lösungen gibt. Aber hier funktioniert das nicht, weil sich kein Installateur damit auskennt,“ war die Antwort unserer kubanischen Freunde.
Wir sind in Kuba. Das hat Nachteile (siehe oben) und Vorteile. Der eine Vorteil ist, dass das Grundstück uns nicht gehört, sondern uns zum Nießbrauch für 25 Jahre kostenlos überlassen wurde. Wir haben einige Gebühren für Urkunden bezahlt, der Bulldozer und die Vermessung haben etwas Geld gekostet, aber im Vergleich zu deutschen Preisen war alles lächerlich billig. Der andere Vorteil ist, dass die Kommunikationswege recht kurz sind: Br.Jacques hat schon mit dem Kardinal gesprochen; mal sehen, was er erreichen kann.
Das Foto zeigt das wasserlose Grundstück. Eigentlich hat es uns ganz gut gefallen.

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Eine Antwort to “Kloster bauen”

  1. Wasser ! « Ein Mescheder auf Kuba Says:

    […] uns, es sei die schlimmste Trockenheit seit vielen Jahren. Wir leben (leider !, siehe den Artikel Kloster bauen) in der Großstadt, da merkt man die Abhängigkeit vom Wasser nicht so sehr wie auf dem Land. Aber […]

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