Ein Schrei nachts um halb Drei

In der Nacht zum Gründonnerstag fand das Pelota-Endspiel der kubanischen Meisterschaft zwischen den Industriales und Villa Clara statt. Pelota (Baseball) ist der unbestrittene Nationalsport. Wenn ich nach Schulschluss (16:30 Uhr) durch die Straßen der Altstadt radle, muss ich immer gut auf die herumfliegenden Bälle achtgeben, weil an jeder Ecke Jungen Pelota spielen (Mädchen habe ich noch nicht gesehen).
Und ab jetzt hoffe ich, dass kein Kubaner diesen Blog liest: Baseball besteht nur aus Herumstehen und Warten. Irgendwann wird ein Ball geworfen, den der Schläger meistens verfehlt, so dass die Spieler die nächsten fünf Minuten damit verbringen müssen, den Ball zu suchen. Ich vermute, dass eine Sportart, bei der man sich fast nicht bewegen muss, wegen der Hitze hier so beliebt ist. Kein Wunder, dass die Spiele ewig dauern: Jacques hat um halb Drei den Schrei sämtlicher Fernsehzuschauer Havannas gehört, als die Industriales – das ist die örtliche Mannschaft – gewonnen haben.
Während der Play-Offs in den Wochen vorher war der Hahn ein großes Thema gewesen. Bei einem Spiel von Sancti Spiritus (so heißt der Ort) hatten die gegnerischen Fans im Stadion einen Hahn – das Maskottchen von Sancti Spiritus – geschlachtet. Meine Gesprächspartner fanden den Akt barbarisch. Ich dachte an europäische Hooligans und konnte es nicht so schlimm finden – vielleicht wollten sie sich ja nur die Langeweile vertreiben, während die Spieler auf Feld herumstanden.

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