Heiter und bedrückend

Sonntags gehört Bogotá den Fußgängern und Radfahrern. Die Ciclovia („Radweg“) ist seit Jahrzehnten eine feste Einrichtung und bedeutet, dass einige der wichtigsten Durchgangsstraßen für den motorisierten Verkehr gesperrt sind. Die Straßen sind voller Spaziergänger, Radfahrer und Inline-Skater, viele Familien mit Kindern dabei. Die Atmosphäre ist sehr friedlich, so dass man sich fragt, wieso eigentlich so viele Polizisten in der Menge zu sehen sind.
Das Foto zeigt die Straße vor der Kathedrale, im Hintergrund der Justizpalast. Das grüne Ding ist dasselbe wie in dem Foto vom vorletzten Artikel. Wieso nur ist es in Kolumbien nicht möglich, eine harmlose Beschreibung eines heiteren Sonntags auch ganz harmlos zu beenden ? Der Justizpalast ist ein Neubau, denn der Vorgängerbau wurde in den 1980er Jahren von der Guerilla „M-19“ erobert, und bei der Rückeroberung durch das Militär wurde er zerstört; hunderte von Menschen, darunter einige der höchsten Richter, kamen ums Leben.
1991 wurde die Verfassung geändert, „seitdem gibt es keinen Grund mehr, mit Gewalt gegen den Staat zu kämpfen“, so sagt Br.Jaime Tomás, der ehemalige Polizeioffizier. Die „M-19“ hat seitdem ihren Frieden mit dem Staat gemacht, einige ihrer ehemaligen Anführer sitzen heute im Senat, einer ist Gouverneur eines Departements. Die FARC-Guerilla allerdings mordet und entführt immer noch.

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