Güigüe


Seit Donnerstag sind Br.Martin, Br.Cyrille und ich in El Rosal bei Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Also ein letzter Blick zurück nach Güigüe, der Abtei in Venezuela, wo wir uns zwei Wochen lang sehr wohl gefühlt haben. Sie liegt malerisch auf einem Hügel oberhalb der Kleinstadt Güigüe und des Sees von Valencia.

Martin und Cyrille haben neulich ein Foto gezeigt, auf dem sie gemeinsam mit dem Abt von Güigüe zu sehen sind. Das war vor zwei Jahren, im Oktober 2007 bei seinem Besuch in Togo. Abt Otto hatte sich dort mit Malaria angesteckt. Die Krankheit brach aber erst aus, als er schon wieder nach Güigüe zurückgekehrt war. Hier gibt es keine Malaria, niemand kannte die Symptome, auch die Ärzte haben die Krankheit erst erkannt, als es schon zu spät war. Zehn Tage nach der Rückkehr aus Togo ist Abt Otto gestorben.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich die Nachricht von dem traurigen Ereignis erhielt, denn ich war damals gerade in Peramiho angekommen, wo die Malaria zum Alltag gehört. Deshalb wird sie dort fast immer rechtzeitig erkannt und lässt sich dann auch gut behandeln (ich war trotzdem froh, dass sie mich verschont hat).

Das Kloster wurde in den 1920er Jahren von St.Ottilien aus gegründet. Eine besondere Verbindung mit Peramiho ergab sich während des Zweiten Weltkriegs: Als Peramiho ausgerechnet mitten im Krieg die heute noch bestehende riesige Kirche baute, kam fast nur aus Venezuela finanzielle Unterstützung.

Kirche und Kloster sind in den 1980er Jahren neu gebaut worden; wie uns Br.Hugo mit berechtigtem Stolz erzählte, wurde der Bau mit einem nationalen Architekturpreis ausgezeichnet und zum „Nationalen kulturellen Monument“ erklärt – das ist wohl so etwas Ähnliches wie der Denkmalschutz bei uns.

Zur Gemeinschaft gehören zwei ältere deutsche Mönche, zwei Spanier (die Aussprache des C verrät sie), vier ältere und vier jüngere Venezolaner.

Übrigens: Güigüe wird „gwigwe“ ausgesprochen. Das liegt daran, dass die Spanier ein ziemliches Problem mit ihrem G haben. Es wird nämlich vor I und vor E meistens wie ein deutsches CH in „Bach“ gesprochen. Wenn es doch wie ein ordentliches G gesprochen werden soll, müssen die Spanier ein U hinter das G setzen, wie in „Guitarre“. Das U wird dann nicht ausgesprochen. Wenn es doch ausgesprochen werden soll, dann müssen die Spanier zwei Punkte darüber setzen. Da haben die Italiener eine klügere Lösung gefunden, die schreiben nämlich „ghi“, wenn sie ein ordentliches G meinen („Spaghetti“, hier schreibt man dafür „Espagueti“).


Und bevor ich mich auch in Gedanken von Venezuela verabschiede, muss ich noch dieses Bild loswerden. Der Schaffner signalisiert: „Diese Lücke im Verkehr gehört mir.“

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