Schlimmer als Nairobi

So viel wie in diesem Jahr bin ich noch nie gereist. Da stumpft man etwas ab, oder zumindest lässt die Faszination des Neuen etwas nach. Wahrscheinlich hat es deshalb bis heute gedauert, bis mein Interesse am Land so richtig erwacht ist.

P.Marco Antonio hat uns heute mit nach Valencia genommen, der nächsten Großstadt, eine gute Autostunde von der Abtei Güigüe entfernt. Nach dem Besuch im etwas heruntergekommenen Zoo wollte ich gerne noch die Kathedrale sehen. Beim Aussteigen sah Marco, wie ich die Kamera in die Tasche steckte, und meinte: „Gut, dass du eine Tasche hast. Lass die Kamera besser darin, man muss die Diebe ja nicht unbedingt anlocken.“ Als wir dann aus der Kathedrale wieder herausgingen, fragte er noch die freundliche Pfarrsekretärin: „Hier auf dem Platz kann er doch wohl die Kamera benutzen, oder ?“. Ihre Antwort: „Besser vorsichtig sein.“ Und dabei waren wir zu viert, mitten in einer belebten Innenstadt mit vielen Geschäften und Polizisten an fast jeder Ecke. In Nairobi, der Hauptstadt Kenias, hatte ich die Kamera nicht mitgenommen, wenn ich alleine unterwegs war, aber wenn wir zu zweit waren, hatte niemand ein Problem dabei gesehen.

Vor ein paar Tagen hatte uns Br.Hugo das Klostergelände gezeigt: „Hier sind wir vor einiger Zeit ausgeraubt worden.“ Ich frage: „Nachts ?“ – „Nein, Sonntag nach der Messe. Wir waren zu dritt.“ Gegenüber vom Eingangstor befindet sich ein Hügel mit einem schönen Ausblick. Auch dort hat es schon Raubüberfälle gegeben. Das Kloster liegt nicht etwa mitten in einem Slum, sondern auf einem sonst unbewohnten Hügel oberhalb der Kleinstadt Güigüe, die Art von Gegend, wo man in Deutschland sein Fahrrad unabgeschlossen abstellen kann (ich schließe es allerdings trotzdem lieber ab).

Das Foto ist im Zoo entstanden, passt aber zum Thema.

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