Und plötzlich ist die Tasche weg

Gestern beim Einsteigen in den Bus: Vorne passte wirklich niemand mehr herein. Br.Jacques und ich gaben daher einem Passagier, der aus der Vordertür heraushing, das Fahrgeld, damit er es zum Fahrer weiterreichte. Der Fahrer öffnet die Hintertür, ich balanciere meine Baumwolltasche mit der linken Hand auf dem Kopf, während ich mich hinter Jacques ins Gedränge stürze, oder besser: drücke. Irgendwann gelingt es mir tatsächlich, einen Fuß auf die unterste Stufe zu stellen und mich mit der rechten Hand an der Haltestange der Tür festzuhalten (was etwas unpraktisch ist, da sich die Tür links von mir befindet). Jetzt versuche ich, mit der linken Hand die Haltestange zu erreichen, die sich – wie in jedem deutschen Linienbus auch – über den Köpfen der Passagiere befindet. Dafür stelle ich die Tasche erst einmal auf dem Kopf von Jacques ab. Praktischerweise drückt der Fahrgast, der hinter mir einsteigen will, mich kräftig die Treppe hoch. Mir ist nicht ganz klar, wo er eigentlich den Halt findet, den er dafür braucht. Aber egal, so lange er von hinten drückt, kann ich schlecht herausfallen (der Bus fährt jetzt langsam an, das tat auch der Bus vor meinem Fenster genau in dem Moment, wo ich das Foto oben gemacht habe). Während ich versuche, mit der einzigen freien Hand die Bänder meiner Tasche so zu ordnen, dass sie an meinem Handgelenkt bleibt, wird sie mir abgenommen und wandert von Hand zu Hand bis auf den Schoß einer Frau in der zweiten Reihe hinter der Tür. Sie lächelt mir freundlich zu, was besagen will, „Ich pass schon auf deine Tasche auf.“
Wenn wir ein Auto hätten, wäre das Leben natürlich bequemer, aber auch langweiliger.

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