Seuchengebiet

Seit vorgestern bin ich wieder in Havanna. Bei der Ankunft am Flughafen überraschten mich die Gesichtsmasken, mit denen das gesamte Flughafenpersonal ausgestattet war. Ach klar, dachte ich mir, ich komme ja aus dem Gebiet, das von der neuen H1N1-Grippe verseucht ist. Immerhin, ganz ernst nehmen Kubaner solche Vorsichtsmaßnahmen nicht. Als ich Schwierigkeiten hatte, die Zöllnerin zu verstehen, die für meinen Computerbildschirm 60 Peso Zoll forderte, nahm sie freundlicherweise ihren Gesichtsschutz ab. Leider sprechen Kubaner auch ohne Nase-Mund-Schutz undeutlich genug.
Außerhalb des Flughafens habe ich hier noch niemanden mit Maske gesehen, doch hat die Angst vor der neuen Grippe inzwischen auch Kuba erreicht. Gestern gab mir eine Bekannte die Hand mit der Bemerkung: „Wegen der Pandemie machen wir das jetzt ohne Küssen.“ Und nach der Messe heute gab P.Emmanuel extra den Hinweis der Gesundheitsbehörde an die versammelte Gemeinde weiter, man solle das Küssen zur Begrüßung unterlassen. Für Leser / innen, die mit der spanischen Tradition, die auch auf Kuba herrscht, nicht vertraut sind: Hiers geben sich auch gänzlich unbekannte Personen zur Begrüßung einen Wangenkuss, wenn mindestens eine der Beteiligten eine Frau ist.

Nach einiger Diskussion mit der maskenlosen Zöllnerin und ihrer Chefin konnte ich es übrigens vermeiden, die 60 Peso (knapp 50 Euro) für meinen vier Jahre alten Bildschirm zu bezahlen.

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