Reklamationen

Für Sonntag plante ich mit unserem kubanischen Gast eine Radtour. Ob wir wohl vor dem Regen zurückkommen würden, fragte ich ihn angesichts der dunklen Wolken.  „Ja,“ sagte er, „der Regen beginnt um halb Vier.“ Die Genauigkeit der Zeitangabe war natürlich als Scherz gemeint.

Schon nach kurzer Zeit löste sich eines meiner Pedale in seine Plastik-Bestandteile auf, und wir mussten umkehren.  Fahren mit nur einem Fuß ist übrigens nicht so ganz einfach. Wir waren also, wie prophezeit, vor dem Regen zurück, und – der Regen begann genau zwei Minuten nach halb Vier.

Am Dienstag kaufte ich neue Pedale in einer Werkstatt hier in der Nähe. Das eine davon zerbrach am Donnerstag, gerade 200 m, bevor ich an der besagten Werkstatt vorbeikam. Der Inhaber machte mit seiner Zigarre, seinem dicken Bauch, nacktem Oberkörper, Ohrringen und der Sammlung von Santeria-Gottheiten an der Werkstattwand nicht gerade einen vertrauenswürdigen Eindruck, streckte mir aber sofort die 100 Pesos (gut 3 Euro) entgegen, die ich bezahlt hatte. „Nein, nein, ein Pedal funktioniert ja noch“, lehnte ich ab. „Dann komm morgen wieder, dann habe ich bessere Pedale.“ Also war ich heute Morgen wieder da, die neuen Pedale machen einen stabileren Eindruck, aber der Inhaber hat nicht den geringsten Versuch gemacht, einen Aufpreis zu verlangen.

Diesen Artikel wollte ich eigentlich schon letzten Freitag veröffentlichen, aber da funktionierte die Internet-Verbindung nicht. Inzwischen sind also wieder fünf Tage vergangen, und zwar ohne Fahrrad-Pannen (obwohl ich das Rad benutzt habe).

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