Sansibar, 28.1.2009

Dar es-Salaam empfinde ich als angenehmen Ort (wenn man von der Hitze und den Bürgersteigen, wo man ständig entweder Löchern oder Baustellen oder parkenden Autos ausweichen muss, absieht). Das gilt aber nicht für den Fährhafen. Im Dezember kam ich mit meinen Eltern am Abend in Dar an, gleich am nächsten Morgen wollten wir mit der Fähre nach Sansibar weiterfahren. Weil Ausländer dafür einen Pass benötigen, konnten wir die Fahrkarte nicht durch unsere Prokura in Kurasini besorgen lassen, sondern mussten sie unmittelbar vor der Abfahrt, morgens gegen 7, am Fährhafen kaufen. Zwei Leute kamen gleich auf uns zu, zeigten uns das Büro der Fährgesellschaft und drängelten sich für uns in der Schlange vor. Je 60.000 Shillinge für meine Eltern, für mich nur 30.000, weil ich eine zweijährige Aufenthaltsgenehmigung habe. Es war klar, dass wir einiges über den normalen Preis bezahlt hatten, aber dass wir in der Hektik auch keine andere Wahl gehabt hatten, wenn wir noch vor der Abfahrt auf die Fähre kommen wollten. Unsere beiden teuren Helfer holten dann noch zwei Gepäckträger herbei, die das Gepäck zur Fähre trugen und dann pro Person 15.000 Shillinge verlangten. Ich gab ihnen schließlich 3.000 pro Person, immer noch vermutlich das Sechsfache eines angemessenen Preises (1 Euro sind etwas mehr als 1.500 Shillinge). Der Fährhafen ist natürlich ein Ort, wo viele unerfahrene Touristen hinkommen, und wo man entsprechend ausgenommen wird.

Dieses Mal (28.Januar) habe ich meine Fahrkarte am Tag vorher in aller Ruhe und ohne Vermittler direkt am Schalter gekauft, 22.000 Shillinge. Das Ticket für die Rückfahrt habe ich dann gleich nach der Ankunft auf Sansibar gekauft, zu meiner Überraschung nur 14.000. Die Fähre braucht ziemlich genau 2 Stunden, man sollte sich aber sicherheitshalber nach der Ankunftszeit erkundigen, da es auch deutlich langsamere Schiffe gibt. Nachmittags ist die See oft ziemlich unruhig, daher empfehlen manche, für die Rückreise lieber das Flugzeug für 70 $ zu nehme. Bei meinen Überfahrten war die See aber völlig ruhig.

Bei der Ankunft in Dar es-Salaam drängen sich die Taxifahrer um mich, ich einige mich mit einem der ersten auf 5.000 Shilling, den normalen Fahrpreis bis Kurasini. Gleich danach überkommen mich Zweifel, weil der Mann überhaupt nicht wie ein Taxifahrer aussieht. Er führt mich zum letzten Taxi in der Reihe, offensichtlich arbeitet er als Vermittler für den Fahrer. Ich steige ein, sage zum Fahrer, „Also 5.000“. Er will 7.000. Wutentbrannt steige ich aus, gehe über die Straße, wo gleich die Innenstadt beginnt, winke einem anderen Taxifahrer, einige mich mit ihm auf 5.000 und komme problemlos nach Kurasini. Zum Glück weiß ich inzwischen, wie man im Zentrum von Dar an ein Taxi kommt (in der Innenstadt), und zum Glück war es noch hell. Die Altstadt von Sansibar (Stone Town) ist Weltkulturerbe, meiner Ansicht nach völlig zu Recht, siehe Fotos. Dieser Artikel will also keinesfalls dazu auffordern, auf die Reise zu verzichten, nur etwas Vorsicht möchte ich empfehlen.

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