Der unendlichen Geschichte erster Teil

Was ich gestern mit Herrn Zenda gemacht habe (siehe vorigen Artikel) ? Das ist eine laaange Geschichte, sie begann vor knapp einem Jahr, als ich daranging, mich um einen Führerschein zu bemühen. Es wäre alles ganz einfach gewesen, wenn ich einen internationalen Führerschein dabei gehabt hätte. Aber den kann ich nur in Deutschland bekommen, und als ich das hier erfuhr, war es zu spät. Also haben wir etwas hin und her überlegt, und schließlich erschien es als die einfachste Lösung, wenn Herr Zenda mir in Songea einen tansanischen Führerschein besorgt. Ich gab ihm also vier oder fünf Passfotos und meinen deutschen Führerschein, und er kam nach kurzer Zeit mit einem kleinen grünen Führerschein zurück, Datum 29.4.2008. Die grüne Farbe bedeutet aber leider, dass der nach drei Monaten abläuft und ich auch nur dann fahren darf, wenn der Beifahrer einen „richtigen“ Führerschein hat.
Kurz nach Ablauf der drei Monate, es war wohl August, sagte mir Herr Zenda, jetzt würde es nur noch zwei Wochen dauern, dann bekäme ich meine endgültige Fahrerlaubnis. Im Oktober wollte ich mit den Schülerinnen zum Picknick nach Likingo fahren, und als dieser Termin näherrückte, wurde ich langsam unruhig. Ja, er hätte den Zuständigen nicht angetroffen, aber nächste Woche fahre er wieder nach Songea. Wie oft hat der arme Herr Zenda mir das sagen müssen ? Zwischendurch brauchte er dann mal wieder vier Fotos von mir und auch eine augenärztliche Bescheinigung. Letztere bekam ich vom Augenarzt an unserem Krankenhaus ohne irgendeine Untersuchung. Aber immerhin hat der Arzt wohl sehen können, dass ich nicht blind bin.

Anfang dieser Woche hieß es dann plötzlich: Am Freitag sei der Zuständige da, wir sollten zusammen hinfahren, Br.Theophil, der ungefähr genauso lange wie ich auf einen Führerschein wartete, sollte auch gleich mitkommen.

In der Zwischenzeit hatte ich mich schon fast an das Fahren ohne Führerschein gewöhnt. Rechtzeitig vor dem oben erwähnten Picknick war mir nämlich eingefallen, dass es an der Straße nach Likingo nie Polizeikontrollen gibt. In unsere Bezirksstadt Songea fährt es sich etwas schwieriger ohne Führerschein: Immerhin kann man abends sicher sein, dass es keine Kontrollen gibt (Polizisten wollen ja auch mal Feierabend machen). Was aber macht man tagsüber ? Als ich mit den Klosterkandidaten den Ausflug nach Songea gemacht habe, habe ich ihnen vorher gesagt, dass wir alle unser Ordensgewand anziehen, damit die Polizisten nicht nach dem Führerschein fragen. Zustimmendes Gelächter. Hat auch funktioniert.

Etwas unruhig wurde ich nur am 2.Weihnachtstag, ich hatte einige Gäste zum Bus gefahren, dachte, so früh am Morgen (halb 7) wäre wohl noch kein Polizist da, fuhr gerade in Richtung des Ausgangs des Busbahnhofs, als einer der Gäste wieder aus dem Bus ausstieg. Ich hielt kurz an, stieg aus, wollte ihn fragen, ob es ein Problem gäbe. Da rief mir auch schon ein Polizist zu, dass ich an dieser Stelle nicht parken dürfe. Damit hatte er völlig recht, ich hatte nämlich mitten zwischen den Bussen (ungefähr in der Mitte des Fotos) angehalten. Ich habe ihm freundlich erklärt, worum es ging, damit war er dann zufrieden.

Fortsetzung folgt.

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