„Sie hat die Rechnung nicht bezahlt“

Hier in Kurasini trifft man immer wieder sehr interessante Leute, gestern habe ich mich mit P.Damian unterhalten, der in den Usambara-Bergen (wo die Veilchen herkommen) drei benediktinische Schulen managt. Er erzaehlte mir die Geschichte von dem Schwein, das an einer der Schulen gestohlen wurde (wie unsere Schule auch, ist sie ein Internat, und ein grosser Teil der Lebensmittel stammt aus eigener Produktion). Nachdem die Diebin ermittelt worden war, stellte sich heraus, dass sie das Schwein einem Hexenmeister gegeben hatte. Der hatte ausdruecklich ein gestohlenes Schwein verlangt, um einige Ordensschwestern zu verfluchen. Diese Schwestern, mit denen die Diebin offensichtlich verfeindet war, waren gerade zur Ausbildung in den USA und konnten wegen eines Autounfalls und anschliessender Krankenhausbehandlung nur mit Verspaetung zurueckkehren. P.Damian weiss, dass der Autounfall reiner Zufall war, aber die Schwestern glaubten, er sei die Folge des Fluches. Auf sein Argument, dass die Schwestern aber doch geheilt entlassen und mit nur geringer Verspaetung zurueckgekehrt seien, antwortete die Oberin: „Ja, die Diebin hat die Rechnung des Hexenmeisters nicht bezahlt.“

Die Diebin, selbst eine Ordensschwester, wurde unehrenhaft aus dem Orden entlassen.

Fazit: Selbst gut ausgebildete Ordensschwestern glauben hier oft noch ganz selbstverstaendlich an die Wirksamkeit von Fluechen. Aber auch in Europa soll es ja noch gebildete Menschen geben, die sich mit Horoskopen und aehnlichem Aberglauben laecherlich machen.

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