Reifenpanne

Ein schoenes Erlebnis gab es auf der Fahrt nach Dar am Samstag: Am spaeteren Nachmittag, als wir schon dachten, „Nur noch zwei Stunden bis zum Ziel“, gab es ein Geraeusch, das ich noch nie gehoert hatte, aber sofort erkannte. Br.Mukasa bremste langsam und fuhr an den Strassenrand: Der rechte Hinterreifen war geplatzt, zum Glueck auf gerader Strecke, und ohne uns aus der Spur zu bringen. Waehrend wir uns bemuehten, die ziemlich vertrackte Halterung des Reserverades zu loesen, kamen ein hochgewachsener junger Mann mit einer feinen Hose und dazu passendem Hemd und ein etwas kleinerer Massai. Mein Interesse an der Reifenpanne liess stark nach, denn die Massai sind wegen ihres traditionellen nomadischen Lebensstils und ihrer malerischen Kleidung (immer mit langem Messer am Guertel) nicht nur hier im Lande sehr bekannt. „Einfach so“ trifft man sie aber eher selten. Br.Bakanja stammt aus Arusha im Norden des Landes, in dessen Umgebung viele Massai leben. Waehrend P.Oswald und Mukasa sich weiterhin bemuehen, das stoerrische Reserverad loszueisen, kuemmern Bakanja und ich uns um die Verstaendigung zwischen Nomaden und Sesshaften. Der hochgewachsene Junge mit der feinen Hose ist erst 15, er hat gerade Form 1 (8.Klasse) an der oertlichen Sekundarschule abgeschlossen, ist auch ein Massai, der nur wegen der Schule „normale“ Kleidung traegt. Der andere und ein dritter, der noch dazukommt, sind 21 und 25, wirken aber viel juenger, weil sie etwas kleiner sind, und vor allem, weil sie dem Schueler das Wort ueberlassen. Natuerlich frage ich nach einiger Zeit, ob ich sie fotografieren darf. „Nein, sie fuerchten sich“, sagt Isaka, der Schueler. „Und du, fuerchtest du dich auch ?“, frage ich ihn. Natuerlich fuerchtet er sich nicht. Ich zeige ihm und auch den anderen das Foto auf dem Display, dann lasse ich die Sache erst einmal auf sich beruhen. Als das Reserverad endlich losgeeist ist, fotografiere ich den Radwechsel, dann spricht der Schueler spricht mich an: „Wapige ! Schlag sie !“ (Der Standardausdruck fuer Fotografieren ist piga picha – „ein Bild schlagen“) Ich fotografiere also erst alle drei Masai, dann macht Isaka das Foto von mir mit Massai. Die Massai waren nicht nur neugierig, sondern auch hilfsbereit: Als wir die schweren Gepaeckstuecke wieder einladen, packt Isaka kraeftig mit an.

Angekommen sind wir erst kurz vor 10 abends, 16 Stunden waren wir unterwegs.

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Eine Antwort to “Reifenpanne”

  1. Bakanja Says:

    Sijui umeandika nini kwa maana sijui kusoma Kijerumani.Lakini nakumbuka safari hii na nakupongeza na nakushukuru kwa yote.
    Nitafika Cuba

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