Afrikanische Nacht

Straßenbeleuchtung gehört zu den Dingen, die in Deutschland so selbstverständlich sind, dass man sie gar nicht mehr wahrnimmt. Auch in Peramiho gibt es Straßenbeleuchtung, das macht das Leben einfacher, und vor allem dient es dem Schutz vor Dieben. An einem Abend der letzten Woche um 9 hatte ich gerade mein Fahrrad in die Hand genommen und mich auf den Weg von „unserem Bauernhof“ zur Abtei gemacht, als es mit einem Schlag richtig finster wurde: Stromausfall. Kein Mond am Himmel und wirklich nirgendwo irgendeine Lampe zu sehen. Ich kenne den Weg inzwischen sehr gut, und die Häuser waren wenigstens als schwarze Schatten erkennbar. Ich habe also mein Fahrrad geschoben, so dass ich eventuelle Hindernisse an den Bewegungen des Vorderrades erkennen würde (Dass Fahrräder kein Licht haben, gehört zu den selbstverständlichen Dingen hierzulande), und habe es genossen, einmal so richtig die Sterne sehen zu können. Als das Licht nach ein paar Minuten wieder anging, habe ich das fast bedauert.

Seit einigen Wochen steht unser Wasserkraftwerk still, wie jedes Jahr, bevor genug Regen gefallen ist, um den Stausee zu füllen (das Foto oben ist im August entstanden, da war er noch randvoll). In dieser Zeit kommt der Strom aus den beiden Dieselgeneratoren in unserer Elektrowerkstatt. Die sind etwas älter und fallen ein- oder zweimal pro Tag aus, gerne auch nach Feierabend. Dann muss Br.Wolfram, der gelernte Elektriker, oder Br.Martin, der Lehrling, in die Werkstatt laufen, das Problem feststellen und den Generator neu starten. „Wenn das nachts passiert, rufen die Wächter mich an,“ sagte Wolfram mir. Da unangenehme Aufgaben hier gerne an die Untergebenen abgetreten werden, war ich überrascht, dass er diese Aufgabe nicht an den Lehrling weitergegeben hatte. Seine Begründung: „Martin ist in der Ausbildung. Es wäre nicht gut, wenn er im Unterricht einschlafen würde.“ Respekt.

Der lustigste Stromausfall ereignete sich neulich während des Gottesdienstes abends. Br.Anselm las gerade aus dem Buch der Offenbarung vor: „Es wird keine  Nacht mehr geben,“ Es wurde finster, und er stoppte exakt bei dem Komma. Als der Strom wieder da war, fuhr er mit dem Rest des Satzes fort: „und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne.“

Während ich dies schreibe, ist gerade wieder Stromausfall, aber mein Computer hat eine Unterbrechungsfreie Stromversorgung, kann also einige Minuten von der Batterie zehren.

Das Foto unten stammt ebenfalls aus Likingo und zeigt eine Liane von unten.

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