Nicht alle Feste klappen

Bis vor kurzem hatte ich ein geradezu unbegrenztes Vertrauen in die Fähigkeit der Tansanier, Feste zu organisieren. Und das Fest am letzten Samstag (siehe vorigen Artikel) hat auch gut funktioniert (abgesehen davon, dass der Pilau, den die Schülerinnen selbst gekocht hatten, im Mund ein pelziges Gefühl hinterließ). Bei dem Fest zwei Wochen vorher war das aber nicht so. Ein oder zwei Tage vorher stellte sich heraus, dass der Ehrengast einen wichtigen Termin auswärts hatte. Also wurde schnell noch ein Dozent vom Priesterseminar besorgt, der zwar erst vor zwei Wochen nach Peramiho gekommen war, und deshalb niemanden kennt, aber ohne Ehrengast geht es halt nicht.

Die Schülerinnen hatten mir gesagt, es würde um 15 Uhr anfangen, um 7:30 rief Br.Alfons mich an: „Wir fangen dann um 8 mit der Messe an.“ Pünktlich um 8 in der Kirche – bin ich der einzige. In meiner Eigenschaft als pünktlicher Deutscher bin ich etwas irritiert, aber nach einer knappen Stunde wird auch Alfons, der inzwischen aufgetaucht ist, ungeduldig. Kurz nach 9 sind dann ein paar Dutzend Schülerinnen da (der TYCS hat allein an unserer Schule fast 300 Mitglieder), die Messe kann beginnen. Der Priester sucht Kontakt zu seiner kleinen Gemeinde: „Jetzt stehen mal alle auf, die vom TYCS sind.“ Nur eine Handvoll steht auf. „Und jetzt alle von der Legio Mariae.“ Niemand steht auf. Alfons und ich wissen es bereits: Die Legio Mariae hat sich recht kurzfristig entschieden, dieses Jahr nicht zusammen mit dem TYCS zu feiern.

Die Hälfte der Bänke in der Festhalle bleibt leer, die Schülerinnen setzen sich in die hintersten Reihen. Der Vorsitzende, selbst ein Schüler, fordert sie auf, sich nach vorne zu setzen. Niemand reagiert. Erst als er selbst nach hinten geht und die Schülerinnen direkt auffordert, kommen sie nach vorne. Auf dem Foto oben sind nur einige der vielen leeren Reihen zu sehen. Die Schulabgänger und -abgängerinnen werden dann mit Namen aufgerufen, um ihre Urkunden zu empfangen. Solche Urkunden werden hier sehr ernst genommen und sind auch entsprechend aufwändig gestaltet (siehe Foto unten). Die Hälfte der Aufgerufenen fehlt.

Trotzdem: Der Stimmung bei der Feier tut das eigentlich keinen Abbruch.

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