Sheng, Europäisch und anderes Chaos

Letzten Samstag sprach ich zufällig mit einer Schülerin über Kenia. Sie schien recht wenig über dieses nördliche Nachbarland zu wissen, aber das wusste sie: „Die sprechen dort schlechtes Suaheli.“ Tja, die Tansanier meinen, sie würden das beste Suaheli sprechen. Ob das so ist, sei dahingestellt. Mir fiel in Kenia jedenfalls auf, dass dort schon die Schüler deutlich besseres Englisch sprechen. Ich wurde ganz neidisch, als ich mit einigen Kenianern der sechsten oder siebten Klasse sprach und dabei an meine tansanischen Schülerinnen der elften Klasse dachte. Das führt dann aber zu dem seltsamen Effekt, dass die Kenianer ständig Englisch und Suaheli mischen, nicht nur in Gesprächen mit mir, sondern auch untereinander. Da fängt dann ein Satz auf Suaheli an und hört auf Englisch auf, für mich als Zuhörer natürlich von Vorteil. Englisch wird in Kenia übrigens „Kizungu“ genannt, was man mit „Europäisch“ oder auch mit „Sprache der Weißen“ übersetzen könnte. Was macht wohl der typische Italiener in Kenia, wenn er ständig auf „Europäisch“ angesprochen wird und kein Wort versteht ?

Typisch für die Slums in Nairobi ist aber Sheng. Auch Sheng ist eine Mischung aus Englisch und Suaheli, die aber ganz eigenen Regeln folgt. Einer der Brüder in Nairobi sagte mir: „Da gehst du durch Mathare Valley und hinter dir unterhalten sich welche, und du verstehst kein Wort.“

Das Foto zeigt die Schüler der Benediktiner-Grundschule (Klassen 1 bis 8 ) in Nairobi. Die meisten von ihnen wohnen in Mathare Valley, einem riesigen Slum.

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