Abbitte

Unter Wo die Welt noch in Ordnung ist habe ich geschrieben, dass man in Dar es-Salaam gegenüber Händlern und Taxifahrern besser auf der Hut sei. Ich muss da wohl etwas Abbitte leisten: Mein Uhrarmband war gerissen. Das hatte ich in Deutschland auch schon mal. Dann hieß es immer nach einer knappen Stunde Anstehen: „Das ist von Casio. Casio-Armbänder haben wir nicht.“ In Dar es-Salaam stehen an den Hauptstraßen überall kleine Kästen mit Uhren und Batterien. Daneben steht ein Stuhl, ein „fundi saa“ (Uhrmacher) sitzt drauf. Man kann’s ja mal versuchen, denke ich mir. Keine Wartezeit, ungefähr 3 Minuten Arbeitszeit, dann habe ich neues Armband aus Kunstleder und bezahle 1500 Shilling (90 Cent).

Für die Taxifahrt zum Busbahnhof im Ortsteil Ubungo verlangen die Fahrer immer um die 20.000 Shilling. Mir gelingt es regelmäßig, sie auf 15.000 herunterzuhandeln. Ich habe das Gefühl, viel zu viel zu bezahlen, als Europäer wird man ja doch nur ausgenutzt. Am Sonntag vor zwei Wochen sagt mir dann ein afrikanischer Mönch: „Fahr lieber zum Büro in die Stadt, nicht zu dem Büro am Busbahnhof. Die Taxifahrt nach Ubungo kostet nämlich 15.000 Shilling.“ Am Abend sagt mir ein anderer Afrikaner: „Wenn man nachts von Ubungo zurückfährt, sollte man aus Sicherheitsgründen lieber das Taxi nehmen, auch wenn das 15.000 bis 20.000 Shilling kostet.“ Die Aussage, „Als Europäer wird man ja doch nur ausgenutzt“, gehört also auch in die Schublade „Vorurteile, die der Erfahrung nicht standhalten.“

Auch gegenüber David, unserem Führer im Ruaha-Park, muss ich wohl Abbitte leisten (siehe Afrikanische Auskünfte). Mein Vater schreibt mir nämlich: „Dein Führer lag gar nicht so falsch mit der Auskunft über die Tauchzeit der Warane. Das ist wohl eher die Untergrenze. Einige Waranarten leben amphibisch und können sogar bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben (lt. Wikipedia). Nun ist Wikipedia auch nicht unbedingt zuverlässig, aber ich habe noch an anderen Stellen nachgelesen. Dein Fotoobjekt sieht aus wie ein Bindenwaran. Diese Tiere kommen auch in Bangkoks Kanälen (Khlongs) vor, und ein solches Tier habe ich dort auch fotografiert.“

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