Diebstahl, Unfälle und Betrug

Die Eindruecke der letzten Wochen waren ziemlich viel. Ich versuche also mal, etwas Ordnung hineinzubringen. In diesem Artikel geht es um ein paar kleine Beobachtungen unterwegs:

Dar es-Salaam, im Dezember, auf dem Rueckweg vom Flughafen am spaeten Abend. Wir halten an einer Ampel. Ein Mann taucht aus dem Dunkel auf, greift in das offene Fenster des Autos vor uns, holt irgendetwas heraus und verschwindet in den Bueschen am Strassenrand.

Dar es-Salaam, im Mai, abends gegen Acht, also lange nach Einbruch der Dunkelheit: Wieder halten wir an einer Ampel. Zwischen den Autos gehen junge Maenner herum, um Zeitungen oder Lebensmittel zu verkaufen. Ein Motorrad quetscht sich zwischen den Autos hindurch, rammt einen der Jungen, der wird gegen das Auto vor uns geschleudert, wechselt ein paar Worte mit dem Motorradfahrer, geht dann – zum Glueck offensichtlich unverletzt – seiner Wege.

Arusha, aufstrebende Stadt im Norden Tansanias, Mittwoch Nachmittag aus dem Bus Richtung Nairobi gesehen und fotografiert: Ein Autofahrer hat offensichtlich nicht aufgepasst und ist in den tiefen Wassergraben zwischen Parkplatz und Strasse gefahren.

An der Grenze zu Kenia, Mittwoch Abend gegen 19 Uhr, bei voelliger Dunkelheit (es gibt nur ein paar Lampen, aber die helfen nicht viel). Die Fahrgaeste muessen aus dem Bus aussteigen und zu Fuss ueber die Grenze gehen. Ein junger Mann haengt sich an mich, will mein tansanisches Geld in kenianische Shilling umtauschen (ich weise ihn ab), zeigt mir den Weg Richtung Grenze (das ist hilfreich) und weist mich auf drei andere Maenner hin, die im Dunkel direkt hinter dem Grenztor stehen, bei denen ich mein Visum fuer 20 Dollar kriegen kann. Ich weiss bereits, dass das Visum 50 Dollar kostet, und ausserdem lasse ich mich natuerlich nicht auf ein Geschaeft auf der Strasse im Dunkeln ein. Wahrscheinlich haette ich fuer die 20 Dollar einen gefaelschten Stempel in den Pass erhalten.

Narobi, vorgestern Nachmittag. Ich sitze mit Br.George im Matatu. Das ist ein Kleinbus, der dort den oeffentlichen Nahverkehr abwickelt. In Dar es-Salaam heissen diese Kleinbusse Dala-Dala und sind fuer die Enge und die Diebstaehle beruechtigt, in Nairobi sind sie fuer ihre Fahrweise beruechtigt. Das Matatu vor uns quetscht sich an einem Privatwagen vorbei. Leider hat der Fahrer vergessen, dass neben seinem Einstieg aussen zwei Stangen angebracht sind, damit die Passagiere sich festhalten koennen. Fuer diese Stangen reicht der Platz nicht. Es knirscht, Privatauto und Matatu halten an, wir fahren an ihnen vorbei. Kurz darauf erwischt es auch uns: Wir touchieren ein anderes Auto, das bleibt stehen, unser Fahrer moechte weiterfahren, aber das andere Auto blockiert den Weg. Schliesslich steigen beide Fahrer aus, ein Polizist kommt hinzu, wir fahren an den Rand, es dauert einige Zeit, dann fahren wir weiter. Zum Glueck herrscht in Nairobi staendiger Stau, wir waren also sehr langsam. Beide Autos koennen weiterfahren, aber unser Fahrer wird zahlen muessen.

Nicht alle Unfaelle gehen glimpflich ab: Samstag vor einer Woche im Reisebus unterwegs nach Dar. Meine Schwester liest mir aus der Zeitung von einem Zusammenstoss zwischen einem grossen Reisebus und einem Dala-Dala vor. Im Reisebus wurde niemand verletzt, aber in dem Dala-Dala gab es vier Tote. Wir koennen uns das lebhaft vorstellen, denn zwei Tage vorher waren wir selbst noch im Dala-Dala unterwegs. Beruhigend, dass wir gerade in einem Reisebus sitzen.

Fazit: Dala-Dalas in Dar es-Salaam sollte man meiden, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit. Dala-Dalas auf laengeren Ueberlandstrecken sind auch nicht so toll, und bei einem Matatu in Nairobi ist es gut, wenn man einen einheimischen Begleiter hat.

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