Afrikanische Busse

Mit meiner Schwester und Christian bin ich Donnerstag vor einer Woche von Peramiho abgefahren. Meine erste Reise mit dem afrikanischen Ueberlandbus. Ich hatte mich auf verschiedene Auskuenfte verlassen, dass das Busfahren „kein Problem“ sei. Das war ein Fehler. Der Bus der „Coaster“-Klasse (etwas groesser als ein Minibus, aber noch kein richtiger Reisebus) hat in jeder Reihe zwei Sitze rechts und einen Sitz links. Sobald eine Reihe voll besetzt ist, wird in der Reihe davor noch der Klappsitz heruntergeklappt, der den Gang blockiert. In einer Reihe sitzen dann fuenf Personen. Wer jetzt mitgerechnet hat, kann sich das Problem vorstellen. Nach vier Stunden kommen wir – immerhin eine halbe Stunde frueher als angekuendigt – in Njombe an. Wir steigen gleich in den naechsten „Coaster“ Richtung Iringa. In diesem Bus gibt es keine Klappsitze, daher haben wir jeder den Luxus eines ganzen Sitzplatzes. Um vier Uhr waeren wir da, sagt man uns. Das ist gut, denn um Fuenf soll uns der Fahrer des Tandala Camp abholen und in den Ruaha-Park bringen. Unser Coaster haelt aber an jeder Ecke, damit Leute aus- oder einsteigen koennen. Um Fuenf haben wir gerade zwei Drittel der Strecke geschafft, als der Fahrer in Mafinga aussteigt, um erst einmal zu essen. Kurz vor Sieben sind wir in Iringa, und um Neun gibt es dann endlich Essen im Tandala Camp. Gerettet hat uns das Handy: So konnten wir den Mann vom Tandala Camp ueber unsere Verspaetung auf dem Laufenden halten. Und waehrend der zweistuendigen Fahrt zum Camp lenken uns die Handy-Nachrichten ueber die deutsche Niederlage gegen Kroatien vom Hunger ab.

Am Samstag geht es weiter nach Dar es-Salaam. Ein Platz im Reisebus ist schwer zu kriegen, ob wir vielleicht mit dem Coaster fahren wollen ? Wir wollen nicht, und schliesslich finden sich doch noch drei Plaetze im Reisebus. Wenn man vom Geruckel und Geschaukel und von der Sache, ueber die ich noch schreiben werde, absieht, ist das wirklich komfortables Reisen, mit genuegend Platz und zuegig.

Nach dieser Erfahrung habe ich also kein Problem, mich fuer die Reise nach Nairobi am Mittwoch wieder auf den Reisebus einzulassen. Um 7 Uhr Abends werden wir in Nairobi ankommen, sagt der Vermittler am Busbahnhof. Um 8 Uhr werden wir ankommen, sagt der Fahrkartenverkaeufer. Nach einer Stunde werden wir ankommen, sagt meine Sitznachbarin um 19:30, als wir von der Grenze abfahren. Es ist 22:40, sagt meine Uhr, als wir in Nairobi ankommen. 16 Stunden Fahrt (mit ein paar Pausen). Warum fuehlen sich meine Beine eigentlich so wackelig an ? In Nairobi erfahre ich dann, dass ich besser mit Scandinavia („They are the best“) oder Dar Express gefahren waere.

Fuer die Rueckfahrt gestern nehme ich dann Dar Express (Scandinavia war schon voll, als ich am Tag vorher das Ticket kaufen will). Um 6 Uhr morgens ist „reporting time“, Br.George bringt mich puenktlich zum Bus, der aber noch fast leer ist. Um 6:30 Uhr soll der Bus abfahren. Ich schaue zufaellig genau um diese Zeit auf die Uhr. Der Bus ist immer noch halb leer und ich schaetze, dass es noch mindestens eine Viertelstunde dauern wird. In dem Moment springt der Fahrer auf seinen Sitz, laesst den Motor an, hupt zweimal kraeftig, die Passagiere kommen mit Anzeichen von Eile herein, und um 6:32 Uhr fahren wir ab. Kurz nach 20 Uhr sind wir schon in Dar es-Salaam – Busfahren in Afrika kann auch problemlos und komfortabel sein.

Fazit: Einen der grossen Reisebusse nehmen, das Busticket einen oder sogar drei Tage vorher kaufen, und sich vorher bei Einheimischen erkundigen, welche Busgesellschaft gut ist.

Das Foto zeigt den Bus waehrend einer Pause am „Highway Restaurant“.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: