Einkaufen

Dieser Aufenthalt in Dar war mein dritter seit September. Obwohl die Stadt nicht mehr wirklich neu für mich ist, war sie dieses Mal noch interessanter. Wahrscheinlich hatte ich die ersten beiden Male einfach noch mit der Orientierung (in jeder Hinsicht) zu kämpfen und war jetzt lockerer und aufnahmebereiter. Ich fasse die gemachten Erfahrungen in einer Kategorie „Reisetipps“ zusammen.

Zwischen den Händlern gibt es deutliche Unterschiede. Am schlimmsten sind die am „Mwenge“ (das ist der Name eines Platzes, zu dem viele Buslinien fahren). Dort gibt es einheimisches Kunsthandwerk. Die Händler sind sehr aufdringlich (man fühlt sich wie von einer Hundemeute verfolgt) und fordern zu Beginn Traumpreise. Für ein kleines grünes Stein-Nashorn wollte der Händler von mir 250.000 Shilling (über 125 Euro) haben. Ich wollte das Tierchen nicht haben, habe das auch deutlich gezeigt, deshalb ging er schließlich bis auf 40.000 runter. Mein privater Tipp für diese Art von Händlern: Grundsätzlich zeigen, dass man kein Interesse hat und frühestens kaufen, wenn der Preis auf ein Sechstel gesunken ist. Ich habe das Nashorn trotzdem nicht gekauft.

Dann gibt es diverse Straßenhändler an den Hauptstraßen. Die sind auch recht aufdringlich, aber bei weitem nicht so wie die am „Mwenge“. Sie haben auch Sinn für Humor. Am Freitag habe ich bei einem einen Schlips gekauft. Ein Kollege kam hinzu und zeigte mir ein Trikot. „Sichezi – ich spiele nicht“, habe ich daraufhin gesagt. Dann hat er mir das zweite Hemd gezeigt, „Learn Suaheli“ stand darauf und ein paar Vokabeln. „Ich habe es schon gelernt“, sage ich, und er zieht ab. Am nächsten Tag hält mir wieder jemand das Trikot unter die Nase, ich sage „Sichezi“, wir erkennen uns, und er grüßt „Habari za kutoka jana – Was gibt’s Neues seit gestern ?“.

Das Foto zeigt einen Tingatinga-Stand in der Nähe der Ocean Road (genau: Haile Selassie Road, Oyster Bay). Edward Tingatinga war ein Künstler, der einer ganzen Kunstrichtung den Namen gegeben hat: Grelle Farben, naiv-komisch wirkende Figuren und Tiere. Nicht schlecht. Die Händler in dieser Straße sind deutlich seriöser als am „Mwenge“, nicht aufdringlich, und sie nennen auch keine Phantasiepreise.

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