Noch mehr Zauberinnen

In Songea sitzen in Abständen von vielleicht hundert Metern Massai-Frauen an der Hauptstraße. Die Massai sind ein Stamm, der eigentlich im Norden des Landes lebt. Sie sind noch Nomaden, ziehen also mit ihren Rindern durch die Gegend, und sind manchmal auch bei uns im Süden zu sehen. Mit ihren traditionellen Gewändern ziehen sie nicht nur die Blicke der Touristen, sondern auch die der anderen Afrikaner auf sich. Die Frauen in Songea haben vor sich ein kleines Tischchen, darauf liegen ein paar Armbänder und Halsketten. Ich denke zuerst, dass sie Andenken für Touristen verkaufen. Allerdings: Es gibt in Songea keine Touristen. Ich schaue genauer hin: Neben den Armbändern gibt es auch Pülverchen und eine handgeschriebene Preisliste liegt auch dabei: „Dawa ya Malaria 3000 Sh.“ lese ich da unter anderem – Die Medizin für Malaria kostet also 3000 Shilling, das ist 1,50 Euro. Damit ist auch klar, was die Armbänder bedeuten: Magischer Schutz gegen irgendwelche Übel. Ich weiß nicht genau, wie viel Prozent der Malariakranken ohne Behandlung überleben. Mit dieser „Medizin“ werden es genauso viele sein.

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