Noch ein bisschen Aberglaube

Neulich waren wir nach der Pause noch zu dritt im Lehrerzimmer. Das Gespräch kommt auf die Schülerin, die die Panik wegen Hexerei ausgelöst hat (siehe „Andere Länder, andere Strafen“). Mama Haule (Erwachsene Frauen werden hier alle mit „Mama“ angeredet) erzählt, wie ihr Kind vor einiger Zeit im Krankenhaus war und die Ärzte die Ursache des hohen Fiebers nicht finden konnten. Sr.Frideswida, eine Philippina und die älteste Lehrerin im Kollegium, nickt in ihrer verständnisvollen Art, während ich angestrengt zuhöre. Da hätte sie das Kind auch fast zum „Heiler“ gebracht, also zum traditionellen Geister-Beschwörer. Aber dann hat sie doch lieber ein Gebet am Grab von Sr.Bernadette gesprochen. Ob das Gebet geholfen hat, lässt sie offen, jedenfalls ist ihr Kind gesund geworden. Sr.Frideswida klärt mich auf: Sr.Bernadette war eine afrikanische Ordensschwester, zu deren Grab auch die Schülerinnen gehen, wenn ein Examen ansteht. Eine junge Schwester, frühere Schülerin der Schule, kommt herein, und Sr.Frideswida fragt sie gleich: „Stimmt doch, ihr seid auch zu dem Grab gegangen ?“. Die Schwester bejaht.

Das Foto zeigt die Segnung der Schulgebäude (am 2.2.). Als ich es machte, wusste ich nicht so recht, ob ich nicht vielleicht doch Zeuge einer traditionellen Geisteraustreibung war, oder ob die Schülerinnen einfach nur ihren Spaß hatten. Die Schülerin im Vordergrund hält in ihrer linken Hand den Eimer mit Weihwasser, in der rechten hat sie den Weihwasserwedel. Die beiden in Rot-Weiß sind Messdienerinnen.

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