Abwechslung muss sein

Zu den Pflichten des „teachers on duty“ gehört es auch, das Essen um 12 Uhr zu kuonja. Da ich mich erinnere, dass „kuonja“ „probieren“ bedeutet, frage ich nach, ob mein Kollege nicht vielleicht „kula“, „essen“ meint. Nein, ich habe ihn richtig verstanden: Um 12 gehen wir zusammen in die Küche, die Köchin gibt jedem von uns einen Löffel und wir probieren, ob das Essen auch richtig gekocht ist. Ich muss an den Vorkoster von Königin Kleopatra (Asterix Band 2) denken. Die Schülerinnen sind beim Mittagessen unter sich, ich gehe also zum Mittagessen ins Kloster. Mein Nachbar bei Tisch fragt mich, ob ich als „Lehrer vom Dienst“ nicht in der Schule essen müsste. Ich antworte: „Da sind nur die Schülerinnen erwünscht, und außerdem würde ich das nicht so gerne essen wollen – heute gibt es Ugali (Maisbrei) mit Bohnen.“ Seine Antwort: „Ich habe das zehn Jahre lang gegessen, als ich die Katechistenschule im Busch geleitet habe. Aber morgen gibt es zur Abwechslung dann Bohnen mit Ugali.“ Die tansanische Küche ist wirklich nicht besonders abwechslungsreich, die einzige Alternative zu Ugali ist Reis, aber der ist so teuer, dass er in der Schule höchstens an Festtagen auf den Tisch kommt. Und die Alternative zu Bohnen ist – Bohnen. Dann gibt es noch kleine oder größere Fische und bei richtigen Festessen Kuku – Huhn.

Das Foto zeigt einen typischen Teller einer Schülerin. Ugali ist recht fest, insofern ist die Übersetzung „Maisbrei“ etwas irreführend. Schmeckt absolut nach nichts.

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