Bitte mehr Hausaufgaben !

Die Antwort auf meine Grundfrage, „Sind Afrikaner anders ?“, lautet heute eindeutig: Ja. Nach der Physikstunde kommen einige Schülerinnen zu mir: Ob ich ihnen nicht Übungsaufgaben geben könnte. Aber das habe ich doch getan. Ja, sagen sie, aber sie wollen mehr Hausaufgaben haben. Der Grund ist einsichtig: Jeden Monat gibt es eine schriftliche Klassenarbeit, und daher stehen die Schülerinnen unter Druck. Trotzdem sehen Glücksmomente eines Lehrers eher anders aus, denn die Übungsaufgaben, wie sie im Buch stehen, gefallen mir nicht wirklich. Da wird sehr viel Wert einfach aufs Auswendiglernen gelegt („Nenne die Definition von Reibung !“). Neulich wollte ich die Newton’schen Axiome, also die Grundgesetze der Mechanik, etwas gründlicher besprechen. Die Schülerinnen hatten die schon im vorigen Schuljahr auswendig gelernt, und meinten daher, die müssten wir nicht mehr besprechen, die könnten sie schon. Ich hatte so meine Zweifel, und habe daher mal nach der Übersetzung ins Suaheli, die Muttersprache der Schülerinnen, gefragt. Dabei fiel dann auf, dass niemand das englische Wort „provided“ verstanden hatte, das im ersten Axiom die Bedeutung von „falls“ hat. Aber vielleicht ist mein Anspruch, dass man das verstehen soll, was man lernt, auch völlig falsch. Das zentrale Abschlussexamen ist jedenfalls so konstruiert, dass man es auch bestehen kann, wenn man nur die auswendig gelernten Sätze wiedergibt – in der Oberstufe in Deutschland heißt das: „Anforderungsbereich 1“.

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