Archive for Januar 2008

Geheimtipp

17. Januar 2008

Falls irgendjemand noch zweifelt: Der Ruaha-Park ist ein echter Geheimtipp. Wir waren von morgens kurz nach 8 bis abends gegen 5 im Park und haben während der Zeit nur zwei andere Touristenautos getroffen. In dem Auto, das uns hier entgegenkommt, sitzen eine junge Deutsche, die gerade im Krankenhaus von Lugarawa ein Praktikum macht, ihr Bruder, der zu Besuch ist, der Pfarrer und eine Ordensschwester aus Lugarawa. Das Lustige daran war, dass ich die Praktikantin und den Pfarrer schon Anfang Dezember in Lugarawa (auf dem Weg nach Uweba) getroffen hatte. Das bedeutet nicht etwa, dass Tansania klein wäre (Lugarawa liegt etwa 400 km vom Park entfernt), sondern dass es in Tansania nur ganz wenige Orte gibt, wo man Deutsche antreffen kann: Dar es-Salaam, die Nationalparks, den Kilimanjaro, die Orte mit Entwicklungshilfeprojekten und die von Deutschen gegründeten Klöster und Pfarreien wie Lugarawa.

Nationalparks

16. Januar 2008

Die von den Briten eingerichteten Reservate (siehe vorgestern) sind heute Nationalparks. Ein armes Land wie Tansania kann es sich natürlich nur schwer leisten, das notwendige Personal dafür auszubilden und zu bezahlen (vor allem Wächter als Schutz vor Wilderern). Außerdem ist der Wunsch sehr groß, die Tiere abzuschießen. Elefantenstoßzähne (Elfenbein) zum Beispiel erzielen einen hohen Preis und auch das Fleisch lässt sich essen. Wenn man nur Ugali zu essen hat und nicht weiß, wie man das Krankenhaus bezahlen soll, denkt man beim Anblick eines prächtigen Elefanten vielleicht nicht nur daran, den Reichtum der Natur zu bewahren. Da muss also noch ein anderes Argument her, und das wird tatsächlich von den modernen Jägern geliefert. Die gehen nicht mehr mit dem Gewehr, sondern mit der Kamera auf Jagd, und lassen dabei eine Menge Geld im Land. Der Eintritt im Ruaha-Park kostet pro 24 Stunden und pro Person 20 US-Dollar (unter 18 Jahren 5 Dollar, für Bürger Tansanias 1000 Shilling, also weniger als ein Dollar). Die Serengeti, der berühmteste Nationalpark Tansanias, kostet 50 Dollar. So ist der Schutz des Tiere hier tatsächlich zu einem großen Teil dem Tourismus zu verdanken. Die Tiere scheinen das zu wissen, denn sie posieren in großer Zahl und immer freundlich lächelnd für die Kamera.

Zebra und Wasserbock

15. Januar 2008

Der Tag heute war mit Unterricht und diversen anderen Schulangelegenheiten ziemlich voll – daher nur das Foto und morgen mehr zum Thema „Nationalparks“.

Auch große Leute müssen sich strecken

14. Januar 2008

Die Naturparks in Tansania gehen auf die britische Kolonialherrschaft zurück. Die Herrscher aus London beschränkten in bestimmten Gebieten das Recht der Afrikaner, zu jagen. Das taten sie aber nicht wegen der Umwelt oder wegen des Artenschutzes, sondern, damit die britischen Großwildjäger ein schöneres Jagdvergnügen hatten. In den entsprechenden Gebieten vermehrten sich also die Tiere. Die Elefanten zertrampelten die Felder, die Löwen holten die Hühner (und – eher selten – auch die Kinder). Außerdem kann der Erreger der Schlafkrankheit sich besser vermehren, wenn Großtiere da sind. Die Afrikaner waren über diese Entwicklung ungefähr so begeistert wie die bayerischen Bauern über Braunbär Bruno. Da sie aber gegen die Briten nichts ausrichten konnten, zogen sie in andere Gegenden. Die positive Fortsetzung folgt dann morgen.

Die Überschrift bezieht sich natürlich auf das Foto. Beachte die Zunge !

Theater

11. Januar 2008

Bei der TZI-Sitzung im Lehrerkollegium sollten wir in Kleingruppen einen kurzen Sketch zu einer Schulsituation vorbereiten und aufführen. In meiner Kleingruppe waren wir zu viert: Zwei afrikanische Lehrer, eine afrikanische Lehrerin und ich. Zunächst fehlt uns eine Idee, dann gibt es zwei Ideen (entweder drei Lehrer beraten über einen Schüler oder ein Lehrer unterrichtet drei Schüler). Dann reißen die beiden afrikanischen Lehrer das Gespräch an sich, dann ist die Zeit zuende. Das Gespräch ist ungefähr zur Hälfte in Englisch, zur Hälfte in Suaheli geführt worden, und ich glaube eigentlich, dass ich drei Viertel verstanden habe. Und deshalb bin ich auch recht sicher, dass keiner von uns weiß, was wir jetzt beschlossen haben. Aber irgendetwas müssen wir ja gleich aufführen, die anderen Gruppen sind jedenfalls nicht schlecht, und wir wollen uns ja nicht blamieren. Ich beruhige mich, als ich an die Aussage von P.Dieter denke, dem einzigen anderen deutschen Lehrer, dass es bei den Lehrerkonferenzen auch fast nie Beschlüsse gibt, aber trotzdem alle wissen, was zu tun ist (außer uns Europäern natürlich). Und tatsächlich: Als wir unseren Sketch aufführen, klappt alles hervorragend, alle wissen wir, was wir spielen sollen, auch ich. Ich finde es fast ein bisschen unheimlich, dass es geklappt hat, ohne dass wir uns vorher ordentlich abgesprochen hatten.

Nächste Woche kommen dann noch ein paar Tier-Bilder.

Schulbeginn

10. Januar 2008

Inzwischen hat also die Schule wieder begonnen, am Montag sehr gemütlich: Lehrerkonferenz um 9:00 Uhr (es heißt immer, Afrikaner wären unpünktlich. Als ich gegen 8:59 ankam, war man aber schon bei Tagesordnungspunkt 2 – TOP 1 lautete „Gebet“ und ging anscheinend schnell), Ende um 11:00 Uhr, danach Schluss. Dienstag und Mittwoch dann jeweils von 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr TZI. Das ist eine Gesprächsmethode aus den USA, die für die afrikanischen Lehrer/innen neu war, die aber unter Anleitung von zwei deutschen Moderatorinnen gut angekommen ist.

Wir Lehrer/innen waren also alle im Prüfungsraum (das ist der einzige Raum bei uns, der für solche Zwecke groß genug ist). Was tun aber 400 unbeaufsichtigte Schülerinnen ? Soweit ich das in den kurzen Pausen sehen konnte: Das Gelände aufräumen, sauber machen und lernen.

Giraffen-Kind

9. Januar 2008

Dieses Tier heißt „Mtoto wa Twiga“. Auch heute war der Schultag sehr lang, morgen wieder mehr.

Nase

8. Januar 2008

Heute ein sehr langer Tag an der Schule, daher nur schnell das Foto, verbunden mit der Frage, ob ihr das mit eurer Nase auch machen könnt.

Rückblick

7. Januar 2008

Heute hat also die Schule wieder angefangen. Da bietet sich ein kurzer Rückblick auf die Ferien an. Deren Höhepunkt war für mich eindeutig der letzte Donnerstag im Ruaha-Park. Ich habe gut 100 Fotos nur von Elefanten gemacht, dieses halte ich für eins der schöneren.

Kenia

5. Januar 2008

Zu Kenia gibt es von hier aus sehr enge Beziehungen: Die beiden Landessprachen Suaheli und Englisch werden auch in Kenia gesprochen, viele Tansanier, auch Brüder unseres Klosters, sind in Kenia ausgebildet worden, weil dort die Schulen und Universitäten oft besser sind. Manche Dinge, die man in Dar es-Salaam nicht kriegen kann, kauft man halt in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, ein. Mit dem Bus braucht man von hier nur zwei Tage bis Nairobi. Kein Wunder also, dass die Zeitungen hier ganz groß über die Unruhen in Kenia berichten. Am Mittwoch lautete die Überschrift „Wakenya wazidi kuuana – Die Kenianer bringen sich weiterhin gegenseitig um“. Da klingt wohl ein Unterton mit von „Die Kenianer sind schon bescheuert, wir in Tansania sind dagegen friedlich und vernünftig.“ Hoffen wir mal, dass die Tansanier friedlich und vernünftig bleiben. Die Voraussetzungen sind immerhin gut – es gibt über 120 kleinere Stämme, von denen keiner groß genug ist, um die anderen zu dominieren, wie die Kikuyu in Kenia. Allerdings weiß niemand, was passiert, wenn die Regierungspartei einmal bei einer Wahl verlieren sollte. Freie Wahlen gibt es hier seit 1992. Bisher hat die frühere Einheitspartei alle landesweiten Wahlen gewonnen und deshalb hatte sie auch nie ein Problem damit, das Wahlergebnis anzuerkennen. Auf der Insel Sansibar allerdings kam es 2000 nach den Wahlen zum Regionalparlament zu Unruhen mit 30 Toten – kein gutes Vorzeichen für den Rest des Landes.

Gestern bin ich aus dem Ruaha-Park zurückgekommen, daher kommen ab Montag hier mal wieder ein paar Tierfotos – alle 600 Fotos möchte ich euch aber lieber nicht zumuten.