Missverständnisse

Missverständnisse sind auch ohne Worte möglich: Ein afrikanischer Arzt hier im Krankenhaus hat den gebrochenen Arm einer Amerikanerin behandelt. Deren Ehemann beschwerte sich ganz empört bei Br.Ansgar, dem damaligen deutschen Chefarzt. Er sagte, der afrikanische Arzt habe sich über seine Frau lustig gemacht. In Wirklichkeit hatte er nur das getan, was Afrikaner gewöhnlich tun, wenn sie mit jemandem sprechen: Er hatte freundlich gelächelt. Aber eine Amerikanerin erwartet von einem Arzt, der sie über die Folgen eines Armbruchs aufklärt, natürlich einen ernsten oder mitfühlenden Gesichtsausdruck.

Am Donnerstag habe ich im „Tea Room“ der Lehrer selbst erlebt, wie anders die Bedeutung eines Gesichtsausdrucks hier sein kann: Die Bedienung hatte vergessen, die Margarine aufzudecken. Alle Lehrer aßen Brötchen mit Marmelade ohne Schmierfett. Dann kam die Bedienung mit der Margarine mit einem Gesichtsausdruck, der wohl heißen sollte, „Das ist mir furchtbar peinlich.“. Bei uns in Deutschland hätte dasselbe Gesicht aber bedeutet: „Der Witz war echt gelungen !“

Wenn ihr also demnächst auf einen Afrikaner, mit dem ihr verabredet seid, eine Stunde warten müsst, und er dann mit diesem Gesicht vor euch steht, denkt nicht, er wolle euch auslachen !

Weil ich meine Kamera im „Tea Room“ nicht dabeihatte, hat das Bild nichts mit dem Text zu tun, sondern zeigt die eine Hälfte des Mönchschores morgens vor der Messe, ich bin der mit der hellen Haut und den dunklen Haaren ganz hinten.

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