Heute Morgen sind wir in Medellín eingetroffen. Eigentlich war nur ein Tagesausflug in diese zweitgroesste Stadt Kolumbiens geplant, da wir am aber Samstag am fruehen Morgen von hier abfliegen muessen, fahren wir nicht mehr nach Guatapé zurueck, sondern bleiben zwei Naechte im hiesigen Benediktinerkloster. Hier habe ich mal wieder Breitband-Internet, und jetzt will ich erst einmal die Artikel loswerden, die ich unterwegs ins Notebook getippt habe.
Archiv für die Kategorie ‘Persönlich’
Und wieder da …
26. November 2009In einer wunderschoenen Berglandschaft …
20. November 2009Gestern sind wir in Guatapé angekommen, der dritten und letzten Station unserer Suedamerika-Reise. Es ist ein Kloster wie aus dem Bilderbuch: In einer wunderschoenen Berglandschaft, sehr stilvoll und schlicht und mit einer sehr, sehr langsamen Internetverbindung. Deshalb werde ich erst wieder Anfang Dezember bloggen, wenn wir wieder in Kuba sind. Bis dann !
„Die Franzosen waren schlimmer“
15. Oktober 2009Gestern hatte ich endlich mal wieder das Vergnügen, in die Altstadt zu kommen. Die gehört (abgesehen von der immer noch großen Hitze) zu den schönsten Städten, die ich kenne (mit Paris, Sansibar, Jerusalem und Dortmund). Insofern würde ich eigentlich gerne etwas hier bleiben, aber wir sind auf Unterstützung angewiesen und müssen deshalb die Kontakte zu unseren Nachbarklöstern pflegen.
Nächsten Donnerstag fliege ich daher mit den beiden jungen Brüdern aus Togo, Martin und Cyrille, nach Venezuela und später von dort weiter nach Kolumbien. Unser Besuch gilt den Klöstern in Güigüe, El Rosal und Guatapé. Mit meinem europäischen Pass kann ich ohne weitere Probleme in diese Länder einreisen, aber meine Brüder haben das Pech, einen togolesischen Pass zu besitzen. Dass man für ein Visum ein Einladungsschreiben aus dem Zielland benötigt, ist weltweit üblich. Aber es ist hier gar nicht so leicht, an ein solches zu kommen. Per E-Mail ? Wird an der kolumbianischen Botschaft nicht akzeptiert. Per Post ? Dauert sehr lange und kommt nicht immer hier an. Also per Fax. Wir haben kein Fax, ich bitte unsere Brüder in Kolumbien, an den Sekretär des Erzbischofs zu faxen. Anfang September, einige Tage vor meiner Abreise nach Europa, ruft der an: „Das Fax ist da.“ Meine Begeisterung kennt keine Grenzen. Am Morgen meines Abreisetages bringe ich zusammen mit Cyrille die vollständigen Unterlagen zum Sekretariat der kubanischen Bischofskonferenz. Das will sich freundlichweise um alles weitere kümmern. Kaum bin ich in Europa, kommt eine SMS: „Die Bischofskonferenz braucht das Einladungsschreiben im Original.“ Wir schalten Raulito ein, den Fahrer des Kardinals und Nothelfer für alle Probleme jeder Art. Der überzeugt das Sekretariat der Bischofskonferenz davon, dass die Kolumbianer auch ein Fax akzeptieren.
Gestern waren Martin und Cyrille dann an der Botschaft, um ihre Pässe abzuholen – mit Visa. Ich bemerke: „Dafür, dass das Visum 100 Dollar kostet, haben die Kolumbianer wenig Service geboten.“ Cyrille erwidert, „Die Franzosen waren schlimmer.“ Für den Flug von Togo über Paris nach Kuba hatten unsere Brüder ein Transitvisum für Frankreich beantragt. Der Antrag kostete per Person 100 Dollar, aber das Visum wurde dann ohne Angabe von Gründen verweigert. Für das kolumbianische Visum zahlt man dagegen nur, wenn man es auch tatsächlich erhält.
In einem langweiligen Land
11. September 2009Vorgestern bin ich in Deutschland gelandet. Es gibt einiges zu besorgen und zu organisieren, und außerdem heiratet mein künftiger Schwager
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Ich möchte Deutschland nicht als „langweilig“ bezeichnen, aber ganz so spannend wie auf Kuba ist es hier doch nicht; daher setze ich das Blog erst fort, wenn ich am 11.10. wieder dort bin.
Entschuldigung
27. Juni 2009Die Adresse www.koenigsmuenster.de/robert.htm, über die viele Leser/innen bisher mein Blog aufgerufen haben, ist am Montag einer Umstellung der Website meines deutschen Heimatklosters zum Opfer gefallen. Alle, die mein Blog erst nach längerem Suchen wiedergefunden haben, bitte ich um Entschuldigung. Allen, die immer noch suchen, wünsche ich viel Erfolg
Und weiter geht’s
13. Februar 2009
Heute bin ich wieder in Dar es-Salaam eingetroffen. In den naechsten Tagen will ich einige Artikel veroeffentlichen, die ich unterwegs ins Notebook getippt habe. Hier schon mal das Foto vom Rift Valley (oben sind die Reflexionen der Busscheibe zu erkennen). Im Original sieht das Rift Valley noch viel schoener aus als auf dem Foto.
Reisen in Ostafrika
10. Februar 2009Am Samstag, 24.1., bin ich nachmittags von Peramiho abgefahren. Im modernen VW-Bus der Abtei mit genügend Platz geht es in drei Stunden bis Uwemba, dem kleinen Kloster am Weg nach Dar es-Salaam, das zu Peramiho gehört. Den Sonntag verbringen wir dort, weil ich noch einiges mit Br.Edmund zu besprechen habe und nach dem Stress der vergangenen Woche etwas Ruhe brauche. Am Montag geht es dann um 6 Uhr weiter nach Dar es-Salaam, wo wir im Haus der Benediktiner in Kurasini rechtzeitig zum Abendessen eintreffen. Den Dienstag verbringen Br.Wolfram und ich mit Einkäufen, am Mittwoch fahre ich morgens mit der Fähre nach Sansibar und abends zurück. Donnerstag, 6 Uhr, fährt der Bus nach Nairobi am Busbahnhof ab. Die Busgesellschaft Dar Express ist als seriös bekannt („Die anderen fahren wie der Teufel“), und ohne Probleme kommen wir gegen 9 Uhr abends an, wo Br.Jacques mich abholt. Ich bleibe zwei Nächte im Studienhaus der Benediktiner im Stadtteil Langata, am Samstag geht es dann zusammen mit Jacques wieder mit Dar Express ca. zwei Drittel der Strecke zurück bis Mombo (siehe den vorigen Artikel), wo P.Julianus uns abholt und nach Sakarani fährt. Mir fällt erst in Sakarani auf, dass ich einen Planungsfehler gemacht habe: Am Dienstag will ich wieder nach Nairobi fahren und von dort gleich am Mittwoch weiter nach Tororo. Zwei lange Busfahrten hintereinander, das sollte man eigentlich vermeiden, zum einen wegen des Stresses, und vor allem, weil man nie weiß, wann man ankommt. Und mit dem Ankommen ist das wirklich so eine Sache. Das Busticket lässt sich nämlich nur in den ganz großen Städten vorher erwerben, nicht aber in Mombo. Wir müssen also darauf vertrauen, dass noch ein Platz im Bus frei ist, was aber überhaupt nicht sicher ist. Oder wir müssen einen der Kleinbusse nehmen, die „an jeder Milchkanne“ halten und daher sehr spät ankommen. Jacques muss am Dienstag nur bis Arusha, ungefähr die halbe Strecke bis Nairobi, er wird also auch mit dem Kleinbus rechtzeitig ankommen. Meine Reiseplanung wird dann durch Br.Coelestin gerettet, der am Dienstag Kunden in Arusha besucht und uns mitnimmt. Jacques begleitet mich noch die zwei Stunden bis zur Grenze. Dafür nehmen wir ein Sammeltaxi, einen Kombi, in den hinten eine weitere Sitzreihe eingebaut worden ist. Die beiden hinteren Sitzreihen nehmen je 3 Passagiere auf, einer sitzt auf dem Beifahrersitz. Dann heißt es, „Noch einer.“ Wo soll der denn noch hinkommen ? Er sitzt dann zwischen Fahrer- und Beifahrersitz. Auf der anderen Seite der Grenze steige ich in einen Kleinbus, der mich bis Nairobi bringt. Die Fahrt von der Grenze bis Nairobi dauert immer 3 Stunden. Wir fahren um 17 Uhr ab, um 19 Uhr sind wir da. „Unmöglich“, meint P.Amani in Langata, als ich ihm das erzähle. Doch möglich, der Fahrer hat weder sein Auto noch seine Passagiere geschont, obwohl der größte Teil der Strecke ungeteerte Piste ist (die Teerstraße neben der Piste wird gerade neu gebaut). Ich fühle mich durchgeschüttelt, bin aber froh, noch beim letzten Tageslicht in Nairobi einzutreffen, weil mein Ersatz-Handy nicht funktioniert und ich deshalb keinen Kontakt mit Br.Anton aufnehmen kann, der mich abholen soll. Ich nehme den Kleinbus nach Langata, nicht wissend, dass Br.Anton auf der anderen Straßenseite schon seit 17 Uhr auf mich wartet (die Strasse ist vierspurig und hat einen begruenten Mittelstreifen, deshalb konnte ich ihn nicht sehen).
Am nächsten Morgen bringt Br.Anton mich zum Bus von Easy Coach, einer Gesellschaft, die viele verschiedene Strecken in Kenia betreibt. Die Fahrkarte hatte ich schon beim ersten Aufenthalt in Nairobi gekauft. Mir steckt noch der gestrige Tag in den Knochen, und ich frage mich, ob ich nicht vielleicht doch lieber etwas weniger „afrikanisch“ hätte reisen und das Flugzeug nehmen sollen. Die Antwort raubt mir fast den Atem: Die Straße führt direkt am Rand des Rift Valley entlang, ein unbeschreiblich schöner Anblick. Und ich sitze auch noch auf der richtigen Seite am Fenster ! Der Bus fährt bis zur Grenze zu Uganda. Auf der anderen Seite der Grenze holt P.Edward mich ab und bringt mich in sein Kloster nach Tororo, nur eine knappe Viertelstunde von der Grenze entfernt. Nachdem ich die SIM-Karte in meinem Handy ausgetauscht hatte, funktionierte die Kommunikation mit ihm. Am Samstag fahre ich dann mit Kleinbus, Motorradtaxi und Taxi zum Flughafen in Entebbe, von da geht es per Flugzeug nach Dar zurueck und am folgenden Tag (Planungsfehler !) weiter nach Ndanda, wo ich endlich mal wieder Internet-Anschluss habe. Morgen will ich noch die Ruinen von Kilwa (Weltkulturerbe) ansehen und in der Nacht von Samstag auf Sonntag geht es dann tatsächlich nach Deutschland zurueck.
Fazit zum Reisen in Ostafrika: Es geht immer früh los. Man kommt meistens später an, als gedacht. Es empfiehlt sich sehr, am Zielort jemanden zu haben, der einen abholt. Dafür braucht man ein Handy. Wenn man einen Sinn für die Landschaft hat und mit den Leuten ins Gespräch kommt, ist das Reisen unglaublich schön. Aber auch anstrengend.
Abschied
23. Januar 2009
Gestern Morgen bin ich in der Schule verabschiedet worden. Ich hatte eigentlich an ein kurzes Dankeswort der Schulleiterin während der Teepause gedacht, stattdessen gab es eine ausgewachsene Feier, mit allem was hier dazugehört: Reden, kalte Getränke, Häppchen und – besonders wichtig, Anschneiden des Kuchens. Endlich hatte ich auch einmal die Ehre, den Kuchen anschneiden zu dürfen, zusammen mit unserer tansanischen Schulleiterin und der amerikanischen Managerin. Im Hintergrund steht die dienstälteste Lehrerin, Sr.Friedeswida von den Philippinen – außer Australien waren alle Kontinente vertreten.
Heute Nachmittag kam dann noch die Schulleiterin unserer Nachbarschule vorbei, Sr.Mkombolewa, die heute Morgen erfahren hatte, dass ich abreise. Ich hatte zwar eigentlich keine Zeit, war aber doch sehr gerührt. Wir hatten uns vor Jahren beim Benediktinischen Jugendkongress in Meschede kennen gelernt, im letzten Jahr waren wir zusammen in Australien.
Heute Abend war die Verabschiedung im Kloster, morgen fahre ich zunächst nach Uwemba, am Montag weiter nach Dar es-Salaam, von dort nach Nairobi, dann will ich noch ein paar Orte in Tansania besuchen und Mitte Februar nach Deutschland fliegen.
Bilanz
22. Januar 2009„Beschleunige die Zeit !“, diese Aufforderung aus dem Buch Jesus Sirach hat mich immer fasziniert, weil sie so herrlich unlogisch ist. Obwohl die Physik sagt, dass dies nicht möglich ist, habe ich seit Samstag mal wieder das Gefühl, dass die Zeit schneller läuft. An diesem Tag gingen einige E-Mails zwischen Nairobi und mir in Peramiho hin und her. In Nairobi hatte sich gerade Br.Jacques mit dem Erzabt getroffen, und ziemlich schnell war klar, dass Jacques und ich schon im März auf Kuba gebraucht werden, und ich deshalb schon an diesem Samstag von Peramiho abreisen werde. Geplant war bisher, dass ich Ende Februar abreisen würde.
Aus diesem Grunde bin ich in den letzten Tagen auch nicht zum Bloggen gekommen, und werde in der nächsten Zeit sicher sehr unregelmäßig schreiben.
Meine Zeit in Peramiho geht also nach knapp 17 Monaten noch diese Woche zu Ende, daher will ich eine kurze und vorläufige Bilanz ziehen. Zunächst einmal: Es hat sich gelohnt. Ich habe viele neue Eindrücke gewonnen, und noch nie habe ich so intensiv in eine andere Kultur, in eine andere Denkweise eintauchen können. Das hat mein Denken erweitert, mein Leben bereichert. Wenn ich es nicht gemacht hätte, wüsste ich wahrscheinlich gar nicht, was mir gefehlt hätte. Dann: Es war zu kurz. Seit Dezember, seit der Fahrt nach Dar es-Salaam mit Br.Bakanja und Br.Mukasa, habe ich den Eindruck, ich kann endlich genügend Suaheli, um auch ernsthaftere Gespräche führen zu können, und noch tiefer in die Geheimnisse Afrikas eindringen zu können. Und gerade jetzt muss ich abreisen !
Auf der negativen Seite der Bilanz muss ich wohl erwähnen, dass das Zusammenleben mit manchen allzu konservativen, alten deutschen Missionaren hier nicht immer leicht war. Aber das betrifft bei weitem nicht alle.
Dass ich an der Schule unterrichtet habe, steht auch auf der Haben-Seite der Bilanz, denn nach wie vor bin ich der Meinung, dass Bildung und ein besseres Gesundheitswesen die beiden Dinge sind, die hier in Tansania wirklich fehlen.
Eine gewisse Fremdheit gegenüber den Afrikanern bleibt natürlich, wir sind einfach auf ganz unterschiedliche Art aufgewachsen. Aber wohlgefühlt habe ich mich trotzdem im Kreis der Afrikaner, viele werde ich vermissen. Schön war’s hier.
„Verabredungen in Afrika …“
9. Januar 2009Heute Nachmittag fahre ich in unser Nachbarkloster Hanga, um einmal Schule und Kloster dort zu sehen. Unser (deutscher) Abt meinte, ich solle meinem Bekannten dort vorher eine SMS schreiben, damit sie wissen, dass ich komme, und damit sich gleich jemand um mich kümmert. Da die SMS aber anscheinend nicht angekommen ist, habe ich unseren (tansanischen) Prior heute gefragt, ob er noch eine Telefonnummer in Hanga weiß. Seine Antwort: „Fahr einfach hin. Verabredungen sind in Afrika sowieso nicht üblich.“ Leute vorher zu informieren, ist hier in Tansania halt viel weniger üblich als in Deutschland.
Für meine deutschen Leser / innen möchte ich hier schon einmal ankündigen, dass ich erst Dienstag wieder bloggen werde.