Vor kurzem las ich in der “Zeit” von einem deutschen Architekten, der in Shanghai ein ganzes Stadtviertel bauen sollte. Der chinesische Ansprechpartner war nur durch Beziehungen an seinen Posten gekommen und entsprechend unfähig, die Chinesen hielten Absprachen nicht ein, die Deutschen hatten in den Diskussionen immer die besseren Argumente, so dass die Chinesen sich gegen dieses ständige Recht-Haben nur durch hilflosen Trotz wehren konnten. Die Deutschen zogen sich schließlich aus dem Projekt zurück, der Stadtteil wurde zwar gebaut, wartet aber bis heute auf Leute, die dort wohnen wollen. Ich habe beim Lesen des Artikels gelacht, aber nicht so ganz fröhlich, denn zu unserem Kuba-Projekt gibt es leider Parallelen: Auf Wunsch von Prior Jacques habe ich Kuba am Samstag verlassen, nachdem in den letzten anderthalb Jahren schon Emmanuel (Deutscher), Abraham (Spanier), Martin (Togolese) und Vianney (Philippino) mehr oder weniger freiwillig abgereist waren. Jacques und Cyrille, beide aus Togo, bleiben übrig.
Die Probleme, die sich aus dem unterschiedlichen kulturellen Hintergrund ergeben, hatten alle Beteiligten, auch ich, zu Anfang völlig unterschätzt. Allerdings werden mir nicht nur die Probleme in Erinnerung bleiben. Mit Br.Martin und insbesondere mit Br.Cyrille habe ich mich nach einigen Anfangsschwierigkeiten nämlich richtig gut verstanden, und auch sonst gab es sehr viele spannende, bereichernde Erfahrungen. Die letzten beiden Wochen auf Kuba habe ich mit einer Reise in den Osten des Landes (Foto: Morro-Festung bei Santiago) verbracht, dazu kommen in den nächsten Tagen noch ein paar Blog-Artikel, und auch noch ein paar Artikel, deren Entwurf schon steht, die ich aber noch nicht veröffentlichen konnte.
Der deutsche Architekt hat übrigens aus den negativen Erfahrungen gelernt; er ist immer noch in China tätig, inzwischen erfolgreich.
6. Dezember 2011 um 1:04 pm |
Ich wunderte mich schon über etwas zurückhaltende zu allgemeine Beiträge, die Mücken alleine sind doch keinen Blog wert, interessanter ist das nicht Geschriebene. Aber das wird wohl nicht im www breitgetreten, ein Benediktiner geht nicht unter. Hoffentlich finden Sie eine neue Herausforderung in einem Konvent, wo Sie Spanisch oder Suaheli brauchen können, sonst geht wieder viel Zeit mit Sprachkursen vorbei bevor sie sich der Mission widmen können. Ich wünsche Ihnen einen guten Neuanfang.
Karibu Nyumbani
Angela Brühl
1992-1994 als Apothekerin in Ndanda tätig
7. Dezember 2011 um 11:42 pm |
@ Angela und Karibu, als Mitglied der “Organisation proTree” würde es mich interessieren was 100 ml Umckaloabo in einer Aphotheke in Ndanda kostet! Ich bezahlte hier in Frankfurt am Main in der Greif – Aphotheke 30 € für ein 100ml Fläschchen!
Wirkstoff. Pelargonium (sidoides Wurzel-Auszug) mfg Wolfgang
9. Dezember 2011 um 3:09 pm
In Ndanda gaben wir nur Arzneimittel von der “essential drug list” aus, einheimische Pflanzen gab es beim Heiler am der Straßenrand , wie in Deutschland wurde beides eingenommen,. Umckaloabo kommt aus Namibia, Pelargonien gab es in Tansania nur als Zierpflanzen im Konvent der Schwestern, Hier in Deutschland halte ich den Preis für gerechtfertigt, das Medikament wirkt, ist geprüft, kontrolliert angebaut, die Leute bekommen faire Löhne und wir haben das Geld, uns für unsere Gesundheit solche pflanzlichen Arzneimittel zu leisten. Wem so ein Medikament zu teuer ist, der kann in jeder Apotheke nach preiswerten Alternativen fragen, aber Natur gibt es nicht billig generisch. Irgendwann heilt eine Erkältung auch durch Abwarten aus, man leidet dann eben länger unter den Symptomen.
Besser 10,00 Euro für Umckaloabo (nach 20ml ist man schon besser dran) mit guter Apothekenberatung ausgeben als für Glühwein und ‘ne fettige Bratwurst mit der Chance zum Taschendienstahl auf einem Weihnachtsmarkt,
das rät die Apothekerin
15. Dezember 2011 um 9:41 pm |
Bedauerlich. Ihre Berichte waren stets ganz interessante Lektüre. Alles Gutes bei Ihrem neuen Einsatz wo immer das auch weltweit sei.
15. Dezember 2011 um 11:57 pm |
Möglicherweise finden die nächsten Einsätze auf hoher See statt!
https://picasaweb.google.com/101546568351459046139/Ice
Leider bin ich mit WordPress nicht so vertraut,
und meine schriftstellerischen Fähigkeiten sind auch nicht so brillant, aber die Wege zum Ziel wo auch immer das sein soll, können unterschiedlich sein! denke ich mal so allmählich!
18. Januar 2012 um 6:09 pm |
Ihnen, lieber Bruder Robert, einen guten Neustart in Tansania. Ich werde Sie in Havana vermissen, wenn ich in den Osterferien meine Familie besuchen werde.
Herzliche Grüße von Katja und Rafael Flores