Hanga

By rsk6400

Heute Mittag bin ich aus Hanga zurückgekommen. Die Abtei Hanga (Foto oben) ist in den 1950er Jahren von Peramiho aus gegründet worden als Kloster für afrikanische Mönche. Peramiho war damals rein deutsch; erst Anfang der 80er wurden auch hier tansanische Mönche aufgenommen. Was für mich immer den üblen Beigeschmack der Rassentrennung hatte, wurde zu meiner Überraschung von den beiden jungen Afrikanern Br.Mukasa und Br.Bakanja heftig verteidigt: „Abt Eberhard (der damalige deutsche Abt von Peramiho) wollte den Afrikanern nur die Möglichkeit einer eigenständigen Entwicklung geben, gemäß unserer eigenen Kultur.“

In Peramiho hat man manchmal ein wenig herablassend gemeint, die in Hanga würden zu viel beten und zu wenig arbeiten. Es hieß sogar, Abt Eberhard habe in Hanga ausdrücklich gesagt: „Ihr müsst nur beten, ich zahle.“ Abt Eberhard (gestorben 1990) kann ich nicht mehr fragen, aber den uralten P.Gregory, der zu den ersten vier afrikanischen Benediktinern in Hanga gehörte und das Kloster lange Zeit geleitet hat, habe ich gestern gefragt. Nein, so sagt er, das hat Abt Eberhard nie gesagt. Stolz erzählt er, wie er nach seinem Rücktritt in Hanga (aus Altersgründen) ein neues Kloster in Sambia aufgebaut hat: Am Anfang hätten die Sambier auf die Mönche aus Tansania herabgeschaut, weil die gar nichts hatten. Aber schon nach kurzer Zeit wollten alle Sambier das gut genährte Vieh der Tansanier kaufen, durch den Fleiß der Tansanier habe sich das Blatt gewendet. Und die drei „Schlüssel zum Erfolg“ habe er auf seinen vielen Reisen nach Deutschland – 13mal war er dort – gelernt: Ujuzi (Wissen / Können / Know-How), utendaji (Tätigkeit, Fleiß) und uaminifu (Zuverlässigkeit). Nur die deutschen Brüder, die immer nur „Arbeit“ (das Wort sagt er auf Deutsch) im Kopf hatten, hätten doch etwas übertrieben.

Das Foto unten zeigt Br.Bonaventura, ebenfalls einer der vier Gründer von Hanga.

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