Zum Jahreswechsel bemüht man ja gerne Statistiken. Das Foto zeigt die endlose Weite Tansanias, die mir bei dem Flug am 4.12. nochmal eindrücklich vor Augen geführt wurde. Das Land hat nur 39 Einwohner pro Quadratkilometer, Deutschland dagegen hat 230. Man kann also kaum von Überbevölkerung sprechen. Viele Kinder zu haben, gilt auch heute noch als ganz selbstverständlich erstrebenswert. Bei der Hochzeit des Juristen-Paares, an der ich im Mai teilnehmen konnte, wünschte der Conferencier den Eheleuten „watoto (Kinder) wengi (viele) weengi weeeengi“ und hörte gar nicht mehr auf, das Wort „wengi“ mit ganz lang-gezogenem E zu wiederholen. Irgendwann hatte ich den Eindruck, die arme Braut müsse mindestens so viele Kinder wie Kaiserin Maria Theresia von Österreich bekommen, aber er hörte immer noch nicht auf, sein „weeeeeengi“ zu wiederholen.
Rentenversicherung gibt es zwar, aber wer keine Kinder hat, steht trotzdem im Alter schlecht dar: Die Rente ist gering, die Wege sind weit, die überfüllten Busse nur für junge Leute erträglich, die Gesundheitsversorgung schlecht. Und außerdem kann das Land ja die vielen Kinder problemlos ernähren – einerseits.
Aber andererseits bringt das Bevölkerungswachstum doch große Probleme mit sich: Darauf hat mich Br.Bakanja gebracht, als er von den schlechten Schulen in seiner Heimat erzählte. Bakanja spricht ein hervorragendes Englisch, und ist überhaupt hoch gebildet, so dass ich verwundert nachfragte: „Aber du bist doch sicher auf eine gute Schule gegangen ?“ – „Früher waren die Schulen besser, heute gibt es zu wenige Lehrer für zu viele Schüler.“ Logisch, wenn die Bevölkerung schnell wächst, fehlen die ausgebildeten Erwachsenen.
P.S. Maria Theresia (1740-80) hatte 16 Kinder. Sie wurde 63 Jahre alt.








