Heute feiert die Abtei Hanga ihr 50-jähriges Jubiläum. Hanga liegt ungefähr 40 km von hier entfernt und ist damals von Peramiho aus gegründet worden. Ein großer Teil der Festgäste stieg in den letzten Tagen erst einmal hier ab, fast alles Mönche unserer Kongregation von St.Ottilien (das ist ein Verband von gut 20 Klöstern weltweit). So hatte ich die Gelegenheit, von Abt Gottfried aus Inkamana, Südafrika, die Neuigkeiten über seine Schüler, die mit in Australien waren, zu erfahren, mit Br.Johannes aus Togo konnte ich ausprobieren, ob ich wirklich mein Französisch verlernt habe (leider ja, aber er spricht auch Englisch). Und die beiden Koreaner gaben die Gelegenheit, Vorurteile zu bestätigen: Sie können fast kein Englisch (”Can I sing the pipe organ – Kann ich die Orgel singen ?”) und haben grundsätzlich immer eine Kamera dabei. Allerdings haben sie auch ein Vorurteil widerlegt: Sie waren nicht nur höflich, sondern sogar herzlich-freundlich. Möglicherweise hat das gemeinsame Hobby Fotografieren zur Verständigung beigetragen. Vielleicht sind auch die Gäste mit einem Vorurteil gekommen, nämlich dass in Afrika die Infrastruktur nicht funktioniert. Auch dieses wurde leider bestätigt: Das Wasser ist gestern erneut ausgefallen, zum Glück erst, nachdem ich mit dem Duschen fertig war (siehe den Artikel von gestern).
Das Foto zeigt die beiden Koreaner zusammen mit Erzabt Jeremias, der die Aufgabe hat, unsere Kongregation zusammenzuhalten. Nicht ganz einfach, da er von den sechs Sprachen, die man dazu eigentlich braucht, mindestens zwei nicht beherrscht: Suaheli und Koreanisch. Wie er sich mit den beiden verständigt hat, weiß ich nicht.
Noch ein Nachtrag: Inzwischen weiß ich, dass er sich mit seinem koreanischen Nachbarn auf Italienisch unterhalten hat. Insofern muss ich mein Vorurteil gegenüber koreanischen Sprachkenntnissen wohl doch korrigieren.