Die frühere „Organisation für Afrikanische Einheit“ ist inzwischen in „Afrikanische Union“ umbenannt worden, ist aber trotz ihres Namens in sich völlig zerstritten. Kein Wunder: Sie umfasst alle Staaten des Kontinents, und die sind untereinander ziemlich verschieden. Als es beim Benediktinischen Jugendkongress hieß, „die Afrikaner“ sollten den Gottesdienst am Sonntag gestalten, war ich etwas skeptisch. Immerhin waren da eine Schülerin aus Uganda, drei Delegierte aus Südafrika, von denen einer aber namibischer Staatsbürger ist, vier aus Kenia, von denen einer Ugander ist, und zehn aus Tansania, von denen ich Deutscher bin. Doch alles lief völlig reibungslos: Sr.Placida (Kenia) übernahm die Führungsrolle und die Tansanier wussten sehr schnell, welche Lieder aus dem tansanischen Standardrepertoire gesungen werden sollten. Die Südafrikaner waren nur zu dritt, außerdem konnten sie nichts verstehen, wenn die Tansanier und Kenianer sich auf Suaheli unterhielten, wurden aber trotzdem nicht an den Rand gedrängt, sondern bekamen zwei Lieder auf Zulu (eine der elf Nationalsprachen Südafrikas). Sogar für ein Lied auf Luganda reichte es noch, damit die Uganderin auch repräsentiert war.
Ich frage mich, ob 10 Österreicher, 4 Deutsche, 1 Holländerin und 3 Norweger wohl auch so gut zusammengearbeitet hätten. Es scheint wirklich so etwas wie eine gemeinsame afrikanische Kultur zu geben, und die Afrikaner wissen natürlich auch, dass sie zusammenhalten müssen, weil ihre Länder wirtschaftlich sehr schwach sind. Dass alle (mehr oder weniger) Englisch können, hat die Sache ebenfalls sehr erleichtert.
Das Foto zeigt die Gabenprozession, vorne Prisca und Tumaini aus meinem Physik-Kurs. Der spezielle Gruß geht heute an Elisabeth und Carolin, die bis letztes Jahr bei mir Physik hatten, und ebenfalls auf dem Foto zu sehen sind (Carolin mit Kamera und Elisabeth links neben ihr).








