Zur Erinnerung: Am Ostermontag war das Picknick der 85 Mitglieder des TYCS von Peramiho. Das sind die Schülerinnen von unserer Mädchenschule, die nur in den Ferien das Schulgelände verlassen dürfen, die (meist männlichen) Schüler der Berufsschule, die etwas älter sind als die Mädchen, und ein paar Schülerinnen von der Krankenpflegeschule, ebenfalls etwas älter.
Bei der Vorbereitung gab es zwischen mir und dem Vorsitzenden (einem Berufsschüler) überhaupt keine Diskussion über das Thema „Alkohol“: Er hat vorgeschlagen, dass jeder Schüler eine Halbliter-Flasche „Soda“ (also Cola bzw. Fanta) kriegt. Ich habe mir gedacht, dass das hierzulande wohl so üblich ist, dass die jungen Leute keinen Alkohol trinken dürfen. Immerhin weiß ich ja, dass die Disziplin an der Schule streng ist und dass viele Leute (insbesondere die Protestanten) hier im Land Alkohol grundsätzlich ablehnen. Das Picknick läuft dann also so ab: Nachdem die eine Flasche „Soda“ (siehe erstes Foto) ausgetrunken ist, gehen viele Schüler zur Bar und kaufen noch eine. Nach einiger Zeit sehe ich die erste Flasche Bier, schön eingewickelt in das Halstuch des Schülers. Die nächsten Flaschen und Dosen sind dann schon nicht mehr eingewickelt. Um 16 Uhr geht es zurück, der Gesang, der von der Ladefläche schallt, ist deutlich fröhlicher als auf dem Hinweg. Außerhalb der Stadt hält uns ein Polizist an. Als der Fahrer und er gleichzeitig reden, habe ich das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, verstehe aber nicht, worum es geht. Schließlich verstehe ich, dass der Fahrer sagt, „Wir kommen vom Ostertreffen in Songea.“ Das scheint dem Polizisten etwas zu sagen, und vielleicht kennt er auch das Motto des TYCS: „Mapendo daima“ (Immer die Liebe !). Jedenfalls schaut er zur Ladefläche, grinst und sagt: „Kweli mapendo“ (Wirklich Liebe). Damit lässt er uns weiterfahren. Das zweite Foto ist bei einer Pause auf der Rückfahrt entstanden.
Erkenntnis des Tages: Tansanische Schüler sind wie deutsche.