In Tansania kann man manchmal über unsere Gegend hören: „Da leben keine Menschen, da leben nur Tiere.“ Das ist nicht ganz falsch, der freundliche junge Kollege auf dem Bild hatte sich bei mir z.B. so vorgestellt: „My name is Tembo, that is elephant.“ Ganz viele Leute heißen hier Komba, das ist eine bestimmte Affenart (Galago / Buschbaby), und auch die anderen häufigen Familiennamen sind Namen von Tierarten. Man kann also am Namen ungefähr erkennen, wo eine Person herkommt, oder zu welchem Stamm sie gehört (wenn jemand Kotthoff oder Babilon heißt, würde man in Deutschland ja auch vermuten, dass er aus dem Sauerland kommt und Westfale ist).
Als ich neulich mit Br.Edmund unterwegs war, nahmen wir eine Ordensschwester im Auto mit. Sie fragte ihn gleich nach seinem Familiennamen. „Edmund Kimario.“ – „Dann gehörst zum Chagga-Stamm ?“ Als sie ausgestiegen war, sagte mir Edmund: „Das hat mir gar nicht gefallen. Gleich nach dem Stamm zu fragen, ist unhöflich.“ Da hat er wohl Recht, denn gestern beim Kaffee wurde die Geschichte erzählt von dem Priester, dessen Auto in Kenia von Bewaffneten angehalten wurde. Sie fragten nach seinem Namen. Das war leider ein Kikuyu-Name, er wurde gleich umgebracht. (In unserem Nachbarland Kenia herrscht gerade Bürgerkrieg zwischen den Kikuyu und zwei anderen Stämmen.)